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Warum die Polizei den Kampf gegen
die Kriminalität aufgegeben hat.
Am 1. Februar 2005 beschäftigte sich die
Landesschau des Südwestrundfunks erneut mit
den Russen und Baden-Baden. Jürgen Roth stand
Rede und Antwort zum Thema Russenmafia im
Oostal.
Der seit 1981 mit Recherchen auf dem Sektor
bandenmäßiger krimineller Machenschaften
befasste Journalist ließ keinen Zweifel daran
aufkommen, dass in Baden-Baden Geld investiert
wird, das aus dubiosen Quellen stammt. Anhand
ausgewählter Beispiele des Immobilienhandels
besonderen Stils, der Millionenobjekte den Besitzer
wechseln ließ, wurde Jürgen Roths
Ausführungen optisches Gewicht verliehen.
Aufhören ließ seine Behauptung, bis zum
Jahresende 2005 werden von Russen in der Kurstadt
schätzungsweise 40 bis 50 Millionen Euro
investiert worden sein, die entweder aus dem
Ölgeschäft, dem Rauschgifthandel oder aus
Geldern, die in die ehemaligen GUS-Staaten
geflossen sind, stammen und die mehrheitlich durch
kriminelle Banden mit Mafia-Strukturen umgesetzt
werden. Nicht auszuschließen sei, dass dieser
Geldsegen nicht nur positive wirtschaftliche
Auswirkungen habe, sondern auch Nötigung,
Korruption und Erpressung zur Folge habe. Zudem
bestünde seitens der Behörden und der
politischen Entscheidungsträger kaum oder kein
Interesse an der Verfolgung dieser organisierten
(Wirtschafts-) Kriminalität in großem
Stil.
Wem diese Behauptung zu haarsträubend
erscheinen mag, dem sei die Lektüre von
"ermitteln verboten" empfohlen. In dieser im Jahr
2004 erschienenen Dokumentation führt
Jürgen Roth Ergebnisse seiner Recherchen vor.
Anhand durchaus als beunruhigend einzustufender
Beispiele, wie und wann die
Kriminalitätsbekämpfung ausgebremst wird.
Er berichtet von Paten, Politikern und seltsamen
Freundschaftsdiensten, sowie über Kriminelle
und ihre Helfershelfer in Polizei und Justiz in der
gesamten bundesdeutschen Republik, sei es in
Rheinland-Pfalz, in Hamburg, Hannover oder auch in
Baden-Baden.
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Ein ganzes
Kapitel widmet er der internationalen Urlaubs- und
Bäderstadt mit dem Untertitel:
"Das fidele Baden-Baden oder Einblick in die
moralische Demenz".
Es findet sich vieles in diesem Kapitel, das den
Einheimischen in den letzten Jahren durch teilweise
recht ausführliche Zeitungsberichte, die
zuweilen Kopfschüttelndes Staunen
provozierten, zur Kenntnis kam: Ankäufe von
Luxusimmobilien durch "unbekannte" Käufer,
Schleusergeschäfte, die International
Baden-Baden Foundation, die seit Jahren unter der
Schirmherrschaft des baden-württembergischen
Ministerpräsidenten deutsch-russische Dialoge
mit "namhaften politischen und wirtschaftlichen
Entscheidungsträgern und Fachleuten im
Russlandgeschäft" (Badisches Tagblatt,
9.2.2055) im Oostal durchführt.
Präsidentin ist die amtierende Baden-Badener
Oberbürgermeisterin. Der Geschäftssitz
der IBBF befindet sich im Rathaus.
Geschäftsführender Vorstand ist der
Baden-Badener Bürgermeister für Schule,
Kultur, Soziales, Versorgung und Verkehr.
Ist die Feststellung:
"Baden-Baden
ist die einzige russische Stadt außerhalb
Russlands", ist gar auf der offiziellen
Homepage der Stadt zu lesen" - zwar nicht
zutreffend, da dieses Zitat und sein Folgetext aus
der Präsentation: "Russen in Baden-Baden"
stammen (also von uns),
so spiegelt folgende Passage jedoch ernst zu
nehmende Konsequenzen wieder:
Die "kulturellen Eigenheiten" der Neubürger
aus der ehemaligen Sowjetunion könnten bei
weiterer Duldung durchaus raumgreifend in
Deutschland kopiert werden. Anfänge sind
bereits gemacht […] wie das bedenkenswert naive
Eintreten des Bürgermeisters von Baden-Baden
für Investoren aus der ehemaligen Sowjetunion
vor Augen führt. Und eines ist sicher: Mit dem
vielen Geld kommt - früher oder später -
auch die nackte Gewalt. Und deshalb könnte es
mit der schönen Idylle in Baden-Baden auch
bald vorbei sein.
Dass dem nicht so sein wird, bedarf der
widerständigen Auseinandersetzung mit allen
negativen Ausuferungen russischen Engagements in
Baden-Baden und dem gesamten Deutschland, wozu
"ermitteln verboten" wertvolle Hilfestellung zu
leisten in der Lage ist.
Das Buch ist im Eichborn Verlag erschienen.
Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden
Baden-Badens
Oberbürgermeisterin Sigrun Lang und
Bürgermeister Kurt Liebenstein haben sich
gegen die Veröffentlichung gewehrt.
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Ermitteln verboten!
von Jürgen Roth
Gebundene Ausgabe,
Eichborn Verlag

Lesen Sie auch
das Buch von Jürgen Roth:
Die
Gangster
aus dem
Osten
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