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 Teil 3: Russen füllen Lücke

Zahlungskräftige Gäste in Hotels, Kliniken und Geschäften.
Exquisites Angebot begehrt.
Russisch gehört längst zum guten Ton

Russen füllen die Lücke - "sonst wäre es wohl schlimm"

Gäste aus Russland sind in Baden-Baden zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden. Statistiken gibt es nicht. Doch vor allem Geschäftsleute mit einem hochwertigen Angebot berichten von der wachsenden Bedeutung russischer Kunden. Auch die Edel-Herbergen erfreuen sich der Beliebtheit. Und: Gesundheitsdienstleistungen sind en vogue.

Ob Unternehmer aus dem kalten Norden des in viele Teilrepubliken zerfallenen ehemaligen Riesenreichs oder Geschäftsleute aus dem Süden oder hochrangige Beamte aus der Hauptstadt Moskau: In der Summe sind es in der Statistik zwar nur rund drei Prozent der Übernachtungsgäste (wir berichteten). Doch sie sind vermögend - und geben ihr Geld in Baden-Baden oft in vollen Zügen aus. "Darüber freuen sich die Einzelhändler", weiß Oberbürgermeisterin Sigrun Lang. Und: "Wenn die Russen plötzlich wegblieben, dann wäre es wohl schlimm." Tatsächlich füllen die reichen Russen die Lücke, die von den US-Amerikanern gerade nach den Anschlägen vom 11. September hinterlassen wurde.

"Ohne Russen wäre die Stadt pleite", sagt ein Händler. Das ist zwar sicher übertrieben. Doch nicht nur bei ihm gehen die zahlungskräftigen Kunden ein und aus und nehmen mit, was edel und teuer ist - aber eben immer noch deutlicher günstiger als in den einschlägigen Einkaufspassagen in Moskau.

Und so kommt es schon mal vor, erzählt der Händler, dass ein Kunde seinen auf dem Regionalflughafen in Söllingen geparkten Jet mit Klamotten füllt. Doch nicht nur Inhaber exquisiter Boutiquen berichten erfreut von der Kauflust ganzer russischer Familien. Hochwertiger Schmuck aus den feinen Händen der Juweliere, wertvolle Stücke von Antiquitätenhändlern, Pelze, Uhren.... - das gesamte Spektrum des kurstädtischen Edel-Angebots findet Begehren. Und wer mag es den Geschäftsleuten angesichts der derzeit nicht eben ausgeprägten Konsumfreude der Deutschen verdenken, dass sie einfach nur schlicht froh sind über die neue Kundschaft.

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An völlig neuen Kunden erquicken sich auch die Anbieter von Dienstleistungen rund um die Gesundheit und Schönheit. Ein Physiotherapeut, der schon mehrere Patienten aus Russland behandelt hat, berichtet beispielhaft: "Sie kommen, um sich das Knie operieren zu lassen. Inklusive Anschlussbehandlung sind sie nach zwei Wochen wieder zu Hause. In Russland laufen sie wochenlang mit einem Gips herum."

Tatsächlich hat sich in Baden-Baden ein prosperierender Gesundheitsmarkt fernab des deutschen Krankenkassenwesens gebildet. Die Krankenakten kommen auf dem Postweg - und die Bezahlung folgt prompt. Ob es nun um die Behandlung von Herzbeschwerden oder Krampfadern geht oder die Sanierung vernachlässigter Zähne - egal.

"Viele lassen auch nur einen Körpercheck machen und wollen Verhaltensmaßregeln. Und die kommen dann nach einem halben Jahr wieder", sagt Brigitte Goertz-Meissner, Geschäftsführerin der Kur & Tourismus Baden-Baden GmbH. Davon profitieren auch die überaus angesehenen Baden-Badener Kliniken, die sich der Rehabilitation verschrieben haben. Dass dieser Trend anhalten wird, ist kaum zu bezweifeln. Beispiel: Erst kürzlich war eine russische Delegation aus Kraznodar unter anderem in Baden-Baden. Thema: "Entwicklung des Gesundheitswesens und Tourismus." Seither erinnert eine Gedenktafel am Haupteingang der Dr.Dengler-Klinik an die lange Geschichte auch dieses Teils der ganz besonderen russischen Beziehungen zu Baden-Baden: Der berühmte Komponist
Sergej Rachmaninov hat sich 1935 hier von seinen Leiden erholt.

Und letztlich, aber hoch bedeutsam: Gerade die kurstädtischen Edel-Herbergen, die wegen ihres Komforts und ihrer Service-Qualität geschätzt werden, gelten für die russische Klientel als erste Adressen - ob für einen Kurzurlaub zum Verwöhnen und Genießen oder einen längeren Aufenthalt zu Zwecken der grundlegenden Erholung. Auch sprachliche Kompetenz gehört dort längst zum guten Ton - auf Russisch natürlich. Und im Europäischen Hof soll es in Kürze gar einen "Russischen Salon" geben - mit russischer und deutscher Literatur, betreut von der Turgenev-Gesellschaft Baden-Baden. Deren Vorsitzende Renate Effern, die seit vielen Jahren ein Motor der neu gewachsenen Beziehungen ist, erhält denn auch Lob von höchster Stelle - OB Lang sagt: "Sie ist eine gute Partnerin für uns."

Von Patrick Fritsch

Badisches Tagblatt, 26.11.2003

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