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Aus Damaskus haben die alten Griechen diese Frucht
importiert und über die Römer kam sie dann zu uns
in den Südwesten.
Beim Unterschied zwichen Zwetschgen und Pflaumen scheiden
sich allerdings die Geister. Allgemein gilt, dass Pflaumen
runder und größer seien, Zwetschgen dagegen
spitzer und kleiner. Doch wer will den Überblick
behalten bei der Vielzahl von Arten? Im Badischen werden
noch heute viele Sorten kultiviert. Die bekannteste von
allen ist die "Bühler Frühzwetschge".
Eine badische Spezialität ist auch das
Zwetschgenwasser, ein feiner Obstbrand.
Die Bühler Zwetschge
Das Dorf Kappelwindeck bei Bühl, in der Nähe von
Baden-Baden, mit seinem Ortsteil Riegel ist der
"Heimatflecken" der echten Bühler Frühzwetschge.
Um 1840 wurde hier die berühmte Frucht durch Zufall
entdeckt. Im so genannten "Thesihof" stand der erste
Frühzwetschgenbaum, dessen blaue Frucht über 30
Jahre lang zunächst den Namen "Kappler Zwetschge"
trug.
Die umliegenden Bauern erkannten schnell die großen
Möglichkeiten mit dieser Frucht. Etwa 40 Jahre
später gelang es dem rührigen, weit schauenden
Obsthändler Josef Leppert aus Kappelwindeck am 15.
August 1884 den ersten Eisenbahnwagen mit 100 Zentnern
Zwetschgen von Bühl nach Köln laufen zu lassen.
Schnell breitete sich der Anbau der Bühler
Frühzwetschgen aus.
Die Zwetschgen wurden damals in runden, handgefertigten
Weidenkörben zu etwa 35 Pfund verpackt. Gleichzeitig
entwickelte sich eifrig die Produktion von Weidenkörben
- denn ohne sichere Verpackung wäre der Handel damals
sehr schnell ins Stocken geraten. Obsthändler Leppert
und der sehr um den Obstbau verdiente Franz Friedrich
Geppert entwickelten im Jahr 1920 den Spankorb als neue
Verpackung. Wie auf eine zweckmäßige Verpackung
wurde von Anfang an größte Aufmerksamkeit der
Frucht geschenkt.
"Gleichmäßig große, sorgfältig
gepflückte, tief dunkelblaue, herrliche Früchte
mit schöner 'Beduftung' (natürliche Wachsschicht)
müssen in den Körben liegen." Nach diesen
Grundsätzen arbeitete die ungekrönte
Zwetschgenkönigin Rosa Falk (1884 bis 1954). Mit
großem Engagement und viel Liebe zum Produkt wird
diese Tradition bis heute gepflegt.
Mit der "Bühler Frühzwetschge" wurde sicherlich
ein wichtiger Grundstein in der Entstehung des
Erwerbsobstbaus in Baden gelegt.

Quelle: www.ogm-oberkirch.de
Abbildung: Obstbaummuseum Pfaffenhofen
Das Bühler Zwetschgenfest
Wenn eine Stadt ein Fest zu Ehren einer kleinen Frucht
feiert, dann muss sie ihr schon ziemlich viel zu verdanken
haben – und das hat man in Bühl bei Baden-Baden, der
Heimat der Bühler Frühzwetschge. Alljährlich
am zweiten Wochenende im September, nach Abschluss der
Zwetschgenernte, feiert man in Bühl die Frucht, die
für die Stadt einst die Haupterwerbsquelle darstellte
und die von hier aus die ganze Welt "eroberte“. Die
Bühler Innenstadt verwandelt sich beim Bühler
Zwetschgenfest zum großen Festplatz und auf die
Besucher wartet ein buntes Programm mit bester Unterhaltung,
jeder Menge Musik und badischen Köstlichkeiten aus
Küche und Keller. Weitere Informationen zum
Zwetschgenfest gibt es bei der
Bühl Tourist-Information
Hauptstraße 92/Ecke Grabenstraße
77815 Bühl
Telefon: 07223/935332
Fax: 07223/935339
www.buehl.de
Essig-Zwetschgen
Zwetschgen und Pflaumen lassen sich gut als
Essig-Früchte einlegen, von denen man jederzeit kleine
Portionen verwenden kann. Sie passen sehr gut zu
herbstlichen Wildgerichten oder auch zu einem
Vorspeisen-Büfett.
Für 2 kg Früchte benötigt man 250 ml
trockenen Qualitäts-Rotwein und 375 ml Rotweinessig.
Der Rotwein und der Essig werden mit 1 kg Zucker
aufgegekocht und danach lässt man die
Essig/Wein-Flüssigkeit vollständig abkühlen.
Die Früchte nicht waschen, sondern mit einem
Küchentuch abreiben und mit einem hölzernen
Zahnstocher mehrmals einstechen und danach in einen
Steintopf schichten. Die erkaltete
Essig/Wein-Flüssigkeit darüber gießen.
Den Saft nach zwei Tagen abgießen und wieder
aufkochen. Nun die Früchte darin portionsweise ziehen
lassen, bis sie rissig werden. Anschließend die
Früchte wieder zurück in den Steintopf schichten.
Je nach Geschmack mit 2 Stangen Zimt, Lorbeerblatt und 5
Nelken als Würze dazugeben. Den Saft nun so lange
einkochen, bis er sirupartig dick ist. Erkalten lassen und
erst dann wieder über die Pflaumen gießen. Den
Topf mit Pergamentpapier oder Einmachcellophan und Bindfaden
gut verschließen und an einen kühlen Ort
stellen.
Likör aus
Zwetschgen - selbstgemacht
Likör
herzustellen ist eine relativ einfache Angelegenheit. Bei
den nachfolgenden Rezepturen können natürlich auch
Pflaumen verwendet werden. Die Menge der Zuckerbeigabe
richtet sich nach Ihrem persönlichen Geschmack. Es
sollte jedoch nicht "übersüßt" werden, damit
der Eigengeschmack der Früchte nicht verloren geht.
Zwetschgenlikör I
Zutaten: 500 g reife Bühler Zwetschgen, 3
Gewürznelken, ein Stück Zimtstange (2 cm), 1 Liter
Korn oder Wodka (40 %), 50 ml Pflaumenbranntwein, 150 g
Zucker, 3 g Zitronensäure. Diesen Ansatz ruhig 4 Wochen
oder länger stehen lassen. Dann etwas Antigel oder
Klärwunder hinzugeben. Die Klärung dauert etwas
länger.
Zwetschgenlikör II
Zutaten: 500 g reife Bühler Zwetschgen, 300 g
Schwarzwälder Tannenhonig, 1 Liter Zwetschgen- oder
Obstwasser (je nach Geschmack), 1/2 Zimtstange, 1 St.
Sternanis, Vanillearoma. 4 Wochen im Glas an einem warmen
Ort ziehen lassen, ab und zu schütteln, nach 4 Wochen
abseihen und in Flaschen füllen, je länger der
Likör reift, um so besser schmeckt er.
Zwetschgenlikör III
Zutaten: 7 große Zwetschgen, 1/2 Liter Wodka,
Zuckersirup. Die Zwetschgen vierteln, entkernen und im Wodka
2 Wochen ziehen lassen. Durch ein feines Sieb passieren und
Zuckersirup dazugeben. Danach durch einen Kaffeefilter
abfiltern.
Zwetschgenlkör IV
Zutaten: 3/4 kg Zwetschgen, 1/2 Liter Gin, 1 Prise
gemahlenen Zimt, Zuckersirup. Zwetschgen vierteln, entkernen
und mit den übrigen Zutaten 3 Monate ziehen lassen.
Gelegentlich schütteln. Danach durch einen Kaffeefilter
abfiltern.
Zwetschgenlikör V
Zutaten: 500g gedörrte Zwetschgen oder Pflaumen, 1
Liter Wasser, 200g Puderzucker, 1/2 Liter Weingeist
(Apotheke), Zuckersirup oder Honig. Die gedörrten
Früchte im Wasser 5 Minuten kochen. Auskühlen
lassen und das Wasser wegschütten. Die Früchte in
ein Gefäß geben und mit dem Puderzucker
überstreuen. Den Weingeist dazugeben und 2 Wochen an
einem warmen Platz ziehen lassen. Abseihen und Sirup oder
Honig zugeben. Noch eine Woche ruhen lassen. Danach durch
einen Kaffeefilter abfiltern.
Zwetschgenlikör VI
Zutaten: 1 kg reife Bühler Zwetschgen, 500 g
Kandiszucker, 1/2 Liter Weinbrand, 1/8 Liter Wodka.
Früchte waschen und halbieren. In ein Gefäß
geben und Zucker, Weinbrand und Wodka darüber
schütten. Gefäß verschließen und 2
Monate stehen lassen. Gelegentlich umrühren. Abseihen
und auspressen. Abfiltern und in Flaschen abfüllen. 1
Monat ruhen lassen.
Zwetschgenlikör VII
Zutaten: 8 große Zwetschgen, 3/4 Liter trockener
Badischer Riesling, 1 Zimtstange, 1/2 Vanilleschote, Sirup
von 250 Gramm Zucker, 1/4 Liter Wodka. Sirup herstellen und
abkühlen lassen. Pflaumen waschen, halbieren und
entsteinen. Alle Zutaten in ein Gefäß geben und
für 1 Monat an einen dunklen Platz stellen. Abseihen
und noch eine Woche lagern. Eventuell in neue Flaschen
abziehen.
Zwetschgenlikör VIII
Zutaten: 1 kg Zwetschgen, 500 g Zucker, 3/4 Liter brauner
Rum. Zwetschgen halbieren und entkernen. In ein gut
verschließbares Gefäß geben und Zucker und
Rum darüber schütten. 4 Monate ziehen lassen.
Abseihen, gut auspressen und filtern.
Bühler Zwetschgen Brand
Zutaten: 750 Gramm Bühler Zwetschgen, 1/4 Liter Wasser,
500 g Zucker, 3/4 Liter Gin. Zwetschgen halbieren und
entkernen. Mit Wasser und Zucker 10 Minuten aufkochen
lassen. Dann bei kleiner Hitze weiterere 30 Minuten ziehen
lassen. Abkühlen lassen und den Gin dazugeben. Gut
umrühren und zugedeckt 4 Tage stehen lassen. Abfiltern
und in Flaschen füllen.
Badische
Zwetschgen-Marmelade
1,5 kg Bühler
Frühzwetschgen (1,25 kg netto)
150 g Walnüsse, kleingehackt
1/2 TL gemahlenen Zimt
1 Prise gemahlene Nelken
2 TL Zitronensaft
500 g Extra Gelierzucker
Die Früchte waschen, halbieren, die Steine
herauslösen und die Zwetschgen in kleine Stücke
schneiden. Die gehackten Walnüsse, die
Zwetschgenstücke, Zimt, Nelkenpulver und den frisch
gepressten Zitronensaft mit dem Gelierzucker mischen, in
einen Topf geben und unter ständigem Rühren (mit
einem Holzkochlöffel) zum Kochen bringen. Genau 3
Minuten sprudelnd kochen lassen, dabei ununterbrochen
umrühren. Die Marmelade sofort in vorbereitete
Gläser füllen und verschließen. Gläser
auf den Kopf stellen und abkühlen lassen.
Typisch badisch:
Zwetschgenkuchen
nach Bühler Art
Großmutters
Zwetschgenkuchen
Altbadener
Zwetschgen-Mandelkuchen
Zwetschgen-Zitronenkuchen
Bühler
Zwetschgengrütze
Zwetschgen-Vollkorn-Hefekuchen
Badische
Zwetschgenwähe
Gefüllte
Zwetschgen auf Zimtsabayone und Walnusseis
Walnuss-Dörrzwetschgen
auf Bratapfelmus
Bühler
Zwetschgen in Affentaler
Quarkdessert
mit Bühler Zwetschgen
Quarkgratin
mit Zwetschgen
Süß-sauere
Zwetschgen
Rinderbeinscheiben
mit Zwetschgen
Rehleber
mit Bühler Essigzwetschgen und
Topinamburpüree
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