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Die ursprüngliche Heimat der Quitte vermutet man im
Iran, in Armenien und im Kaukasus, wo es noch heute die
meisten Sorten gibt. Ihren botanischen Namen "Cydonia
oblonga" verdankt die Quitte der antiken kretischen Stadt
Kydonia (heute Chania). Dort bauten Bauern die Früchte
vermutlich erstmals als Feldobstkultur an. Eine bedeutende
Rolle spielten Quitten auch in der griechischen Mythologie.
So glaubt man heute, dass etwa der goldene Apfel des Paris
oder die Hesperiden-Äpfel eigentlich Quitten waren. Als
Frucht der Liebesgöttin Aphrodite galten die
Früchte als Symbol für Glück, Liebe und
Fruchtbarkeit. Im alten Rom waren die gelben Früchte
als Weihegabe an die Nachtgöttin in den Herrenzimmern
zu finden, wo sie ihren starken, zitronenähnlichen Duft
verbreiten und die Angebetete betören sollten.
Von Alters her ist die Heilkraft der Quitte bekannt.
Aufgrund des hohen Gehalts an Gerbstoffen und
Fruchtsäuren nutzte schon Hippokrates die rohe Frucht
als blutstillendes Mittel. Noch heute kennt die moderne
Naturheilkunde eine ganze Reihe von
Einsatzmöglichkeiten: So lassen sich
Zahnfleischbeschwerden, Magen- und Halskrankheiten,
Allergien, Nervosität oder Schlaflosigkeit mit den
Früchten behandeln. Von besonderem Interesse sind die
Quittenkerne. Sie sollen innerlich angewendet bei Husten und
Magen-Darm-Entzündungen oder in Form von
Umschlägen bei rissiger Haut und Verbrennungen gute
Dienste leisten. Zerstößt man die Kerne, wird
Blausäure frei, die sehr hitzestabil und schon in
kleineren Mengen giftig ist.
Auch im Badischen, wo noch vor fünfzig Jahren in jedem
Bauerngarten ein Quittenbaum stand, ist die Quitte auf dem
Rückzug. Weltweit gibt es um die 200 Sorten Quitten.
Die duftende Quitte war früher eine sehr wichtige
Frucht, als man noch nicht mit so vielen Obstarten
verwöhnt war wie heute. Man unterscheidet bei diesen
hocharomatischen Früchten je nach Form zwischen Apfel-
und Birnenquitten. Der Unterschied liegt neben der Form in
der Festigkeit des Fruchtfleisches und im Aroma. Die
Birnenquitten schmecken milder, sind weicher und weisen
deutlich weniger Steinzellen auf. Die Apfelquitten haben
dagegen ein trocken-hartes Fruchtfleisch, sind von vielen
Steinzellen durchsetzt und sind wesentlich aromatischer als
Birnenquitten. Die flaumige Schale der unreifen Frucht wird
bei zunehmendem Reifegrad glatt wie bei einer Birne.
Birnenquitten sind in bei uns die beliebtere Art.
Die Frucht überzeugt durch ihre Inhaltsstoffe: Neben
Vitaminen, Mineralstoffen und Kieselsäure finden sich
außergewöhnlich viele Pektine, welche
aufgenommene Giftstoffe im Darm absorbieren, wodurch diese
dann für den Körper unschädlich ausgeschieden
werden.
Geerntet werden Quitten meist im Oktober, in den Handel
gelangen sie leider eher selten. Die Schale reifer Quitten
sollte einheitlich goldgelb sein; auf unreifen Früchten
findet man möglicherweise noch etwas Flaum. Quitten
sind sehr schnell verdorben, wenn sie Druckstellen bekommen.
Lagern sie die Quitten an einem kühlen, luftigen Ort,
dann halten sie bis zu 8 Wochen. Bei einer längeren
Lagerung verfärbt sich das Fruchtfleisch braun. Nicht
zusammen mit anderem Obst oder Gemüse einlagern, da der
Geschmack sonst beeinträchtigt wird.
Badische Marmeladen-Klassiker:
Quitten-Gelee
1,5 kg vorbereitete Quitten
1,25 l Wasser
1 kg Zucker
1 Stück Vanilleschote
2 EL kristallierte Zitronensäure
abgeriebene Schale von einer ungespritzten Zitrone
1/2 Normalflasche flüssiges Geliermittel
Quitten mit einem Tuch abreiben, waschen, vierteln,
Kerngehäuse entfernen und kleinschneiden. Mit Wasser
bedeckt bei mäßiger Hitze ca. 45 Minuten kochen,
durchseihen. Von dem Saft 1 Liter abmessen, eventuell mit
Wasser auffüllen. Saft mit Zucker, Vanilleschote,
Zitronensäure und Zitronenschale aufkochen.
Geliermittel einrühren, aufkochen lassen, vom Herd
nehmen, Schaum abschöpfen, Schote und Schale entfernen.
Gelee in Gläser füllen und verschließen.
Typisch badisch:
Quitten-Apfelcreme-Suppe
mit Lachsklößchen
Rehrücken
"Sandweier"
Quittenkuchen
"Großmutter Art"
Badische
Quittentarte
Quitten-Käsekuchen
Hefetaschen
mit Quittenfüllung
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