Diese urschwäbische Spezialität wurde
auch in Baden seit jeher geschätzt, und ist
auch häufig auf den hiesigen Speisekarten zu
finden. So reklamiert sogar Baden für sich die
erste Maultaschenkönigin. Sie wurde erstmals
im Jahr 2000 im badischen Baiersbronn gewählt
und soll die Baiersbronner "Gourmet-Maultaschen"
repräsentieren.
Über die Herkunft gibt es mehrere
Versionen.
Die allgemeine schwäbische Version: Aus
Gottesfurcht und „Fleischeslust" erfanden einst
gewitzte Ordensbrüder des Klosters Maulbronn
die Maultasche: Denn seit jeher ist es den streng
katholischen Schwaben untersagt, freitags und vor
allem in der Fastenzeit, Fleisch zu essen. Da der
Herrgott besonders gerne aufs Schwabenländle
herunterblickt und deshalb alles sieht, hielt man
sich auch ehrfürchtig an das Fastengebot. Bis
zu dem Tag, als die pfiffigen Mönche auf die
Idee kamen, das Fleisch klein zu hacken und mit
anderen Zutaten in Teigtaschen zu verstecken. Die
Maultasche war erfunden und der liebe Gott hat
dabei augenzwinkernd zugesehen.
Die Erfindung einer Gräfin.
Einige erzählen von einer sagenumwobenen
Gräfin namens Margreth von Maultasch. Man
behauptet, die adelige Dame hätte die
Spezialität aus Tirol mitgebracht. Unter
anderem der schwäbische Kurort Bad Urach
reklamiert diese Version für sich.
Die Raubkopie italienischer Ravioli.
Man behauptet, die Schwaben hätten die
italienische Ravioli kopiert, vergrößert
und die Füllung um ein paar Zutaten erweitert
und verfeinert.
Wissenswertes: "Maultaschen" sind wie der Schwabe
selbst. In einem unliebenswürdigen Gewand
verbirgt sich ein trefflicher Kern. Die dem Auge
ungefällige Hülle birgt eine
köstliche Fülle. (Thaddäus
Troll)
Der Maultasche werden wahre Wunderwirkungen
nachgesagt. So heißt es, sie kitte Ehen, bzw.
ließe gar nicht erst zu, dass diese
überhaupt zu kriseln beginnen – vorausgesetzt,
die schwäbische Hausfrau beherrscht alle
Facetten der Kunst der Nudelteigherstellung. Dann
ist ihr die Bewunderung und Zuneigung des Gatten
für alle Zeit gesichert. So jedenfalls
heißt es. (Lilly Urban)
Für Maultaschen-Begeisterte gibt es sogar den
Maultaschen-Weg, der einen kleinen Einblick auf die
Schwäbische Alb mit ihren wunderschönen
Landschaften und seinen kulinarischen
Spezialitäten darstellt. Die Tagestouren sind
etwa 20 km lang und starten im historischen
Residenzstädtchen Bad Urach.
Die meisten Maultaschen werden heute maschinell
hergestellt. So laufen bei dem Marktführer in
Sachen Maultaschen, der Firma
Bürger,
Tag für Tag mehr als eine Million vom
Band.
Die traditionelle Maultasche eignet sich sowohl als
Vorspeise als auch als Hauptgericht.
Zubereitung: Maultaschen können geröstet,
geschmälzt oder in der Brühe zubereitet
werden. Die einzelnen Zubereitungsarten sind
äußerst vielfältig. So stellen
Maultaschen beispielsweise mit Rahmchampignons und
Zwiebeln, auf Sauerkraut und in pikantem
Knoblauchgemüse und Zwiebeln beliebte und
äußerst leckere Gerichte dar.
Maultaschen - klassisch
vielseitig
(Rezepte von der Firma Bürger)
"In der Brühe"
Maultaschen in kochender Bouillon etwa 15 bis 20
Minuten bei mittlerer Hitze ziehen lassen. Mit
Petersilie und Schnittlauch in der Brühe
servieren.
"Geschmälzt" Die heißen Maultaschen mit
geschmälzten Zwiebeln servieren. Als
traditionelle schwäbische Beilage empfiehlt
sich Kartoffelsalat.
"Geröstet" Maultaschen in Streifen schneiden
und in Butter unter Zugabe von etwas Wasser bei
geschlossenem Deckel dämpfen. Zuletzt mit
gequirltem Ei übergießen und stocken
lassen.
Maultaschen in Gorgonzola-Sauce Zutaten (für 4 Pers.): 800 g
Bürger Maultaschen, 150 g Gorgonzola, 200 ml
Sahne, Gewürze.
Zubereitung: Die Maultaschen in Bouillon 15 Minuten
ziehen lassen. Währenddessen den Gorgonzola in
kleine Stücke schneiden. Den Käse
zusammen mit der Sahne in eine Pfanne geben und bei
mittlerer Hitze unter ständigem Rühren
etwa 5 Minuten zu einer sämigen Sauce
verkochen. Je nach Geschmack mit frischem
Knoblauch, Pfeffer und einem Schuss Weißwein
abschmecken. Die Maultaschen auf einem Teller
anrichten, mit Sauce übergießen und mit
frischen Gartenkräutern bestreuen. Mit Salaten
der Saison servieren.
Maultaschenauflauf mit
Frühlingsgemüse Zutaten (für 4 Pers.): 800 g
Bürger Maultaschen "Unsere Besten",
Gemüse nach Wahl, 200 g geriebener Emmentaler,
200 ml süße Sahne, Salz, Pfeffer,
Muskatnuss, Petersilie, Schnittlauch.Zubereitung:
Maultaschen in Scheiben schneiden und in einer
gebutterten Auflaufform dachziegelartig einlegen.
Je nach Saison erhältliche, frische
Gemüse (z.B. Broccoli, grüne Bohnen,
Karotten, Blumenkohl, Fenchel, Paprika) in
mundgerechte Stücke schneiden und ca. 5
Minuten in kochendem Wasser blanchieren.
Schinkenstreifen zusammen mit Zwiebeln in einem
Topf andünsten. Süße Sahne zugeben
und mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.
Frisch gehackte Petersilie und Schnittlauch
zufügen. Das blanchierte Gemüse über
die Maultaschen verteilen und mit Sahnesoße
übergießen. Darüber reichlich
geriebenen Käse streuen und im vorgeheizten
Ofen bei ca. 180°C ca. 20 Minuten backen.
Maultaschen mit Tomaten und Eiern
überbacken
Zutaten (für 4 Pers.): 800 g Bürger
Maultaschen gerollt (aus dem Kühlregal), 4
Tomaten, 12 Eier, Salz, Pfeffer, Rosmarin,
Petersilie, Muskat.
Zubereitung: Die Maultaschen in heißer
Bouillon 15 Min. ziehen lassen. Frische Tomaten in
Scheiben schneiden und in eine feuerfeste Form
geben. Mit einer Prise Salz, Pfeffer und Rosmarin
würzen und ca. 5 Min. in den vorgeheizten
Backofen schieben. Maultaschen aus der Brühe
nehmen und auf die Tomaten legen. Eier kurz
schaumig rühren, Salz, Pfeffer, Petersilie
dazugeben und gleichmäßig auf die
Maultaschen verteilen. Etwas Muskat
darüberstreuen. In den heißen Backofen
schieben und nach 5 bis 10 Min, (nachdem die Eier
aufgegangen sind) herausnehmen und schnell
servieren. Dazu eine Salatplatte oder
Kartoffelsalat reichen.
Maultaschensalat "Manhatten"
Zutaten (für 4 Pers.): 800 g Bürger
Maultaschen "Unsere Besten", 100 g
Schinkenwürfel, 100 g Zwiebelringe, 150 g
Cherrytomaten, 1 Becher Joghurt, 1 Becher
crême fraîche, 50 g Mais, 50 g
grüne Bohnen, 1 Chilischote, Zitronensaft,
Salz, Pfeffer, Öl.
Zubereitung: Die Maultaschen in einer Bouillon ca.
10 Min. ziehen lassen, dannach abkühlen lassen
und in feine Scheiben schneiden. Joghurt,
crême fraîche, Zitronensaft und 2 EL
Öl zum Dressing verrühren, mit Salz und
Pfeffer abschmecken. Nun alles miteinander
vermengen. Dazu empfehlen wir gerösteten
Toast.