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Hildegard von Bingen schrieb schon vor etwa 900 Jahren:
"Dinkel ist das beste Getreide, und er ist warm und fett und
kräftig und er ist milder und hochwertiger als andere
Getreidekörner. Dinkel führt zu einem rechtem
Blut, gibt ein fröhliches Gemüt und die Gabe des
Frohsinns".
Dinkel ist eine der ältesten und ursprünglichsten
Getreidearten. Er ist aus dem Urweizen Emmer und Einkorn
hervorgegangen. Dinkel war das Hauptgetreide der Alemannen,
und so im süddeutschen Raum schon immer weit
verbreitet. Davon zeugen Ortsnamen wie z. B.
Dinkelsbühl.
Der ackerbauliche Nachteil des Dinkels ist sein niedriges
Ertragsniveau, das auch durch Dünger nicht gesteigert
werden kann.
Ernährungsphysiologisch hat Dinkel aber viel mehr zu
bieten als Weizen: Die Menge der essentiellen
Aminosäuren ist viel höher als im Weizen. Auch
Mineralstoffe und Vitamine sind reichlich vorhanden.
Ungewöhnlich hoch ist auch die im Dinkel enthaltene
Kieselsäure, der man eine Steigerung der
intellektuellen Leistungsfähigkeit nachsagt. Auch die
Klebereiweiße die der Dinkel besitzt, sind hochwertig,
so dass er sich ausgezeichnet zum Backen eignet.
Da fragt man sich, warum der Weizen den Dinkel fast
verdrängt hat. Dies liegt neben dem geringen Ertrag des
Dinkels auch in der Beschaffenheit des Kornes. Dieses wird
von einer schützenden Hülle, den Spelzen,
umschlossen, was neben dem Dreschen noch einen
zusätzlichen Arbeitsgang nötig macht, nämlich
das Ablösen der Spelzen. Dieser Arbeitsaufwand und das
geringere Ertragsniveau ist der Grund dafür, dass der
Dinkel fast völlig von "modernen" Weizenarten
verdrängt wurde. Heute werden nur noch ca. 40.000
Hektar Land mit Dinkel bewirtschaftet.
Typisch badisch:
Dinkel-Haselnuss-Knöpfle
mit Wirsing

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