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Brezel
(Laugenbrezel)
Brezeln sind aus süßem oder salzigem
Hefeteig hergestellte Backwaren. Sie werden aus
einem Teigstrang geformt. Zur Herstellung von
Brezeln benötigt man Weizenmehl, Wasser,
Schmalz und Hefe. Für salzige Brezeln
verwendet man darüber hinaus Malz, Salz, ggf.
Lauge zum Eintauchen und grobes Salz zum Bestreuen.
Süße Brezeln werden zusätzlich mit
Zucker, Milch und Ei hergestellt.
Herkunftsgeschichte:
Man nimmt an, dass sich die Brezel aus einem
griechischen Ringbrot entwickelt hat, welches schon
vor 1000 Jahren in den Klöstern als
Abendmahlsbrot gereicht wurde.
Wissenswertes:
Über die Erfindung der Brezel existieren
unterschiedliche Geschichten. Die am weitesten
verbreitete ist diese: Ein zum Tode verurteilter
Bäcker aus Urach sollte zur Rettung seines
Lebens ein Gebäck erfinden, durch welches die
Sonne drei Mal durchscheint. Das Unmögliche
gelang, die Geburtsstunde der Brezel war
gleichzeitig die „Wiedergeburt" des Bäckers.
Eine zweite Version besagt, dass Mönche als
Vorlage für die Brezel dienten. Nach einem
Entwurf des Klosters Reichenau grenzten im Kloster
St. Gallen die Brauerei und die Bäckerei
aneinander. Allabendlich standen die Gottesdiener
beim Bierholen Schlange; dabei hielten sie die Arme
vor der Brust verschlungen, wie es sich damals
für sie ziemte. Das inspirierte den
benachbarten Bäcker, der in Anlehnung an diese
Haltung ein in Lauge getauchtes und mit Salz
bestreutes Gebäck kreierte. Dieses stellte
nicht nur die gekreuzten Arme dar, es schmeckte
auch zum Bier besonders lecker. Er nannte es
„Brezel", abgeleitet von „bracchium", dem
lateinischen Wort für „Arm". Die Brezel ist
das Erkennungsmerkmal der backenden Zunft
schlechthin: Auch heute noch „winkt" an manchem
Bäckerladen eine Brezel. Ebenso wie der
Löwe ist die Brezel ein Symbol in der Fahne
der Bäckerzünfte. In Süddeutschland,
wo es besonders viele Klöster gab, hat die
Brezel ihren Siegeszug angetreten. Zunächst
erhielt man sie von Brezelverkäufern, die an
Festtagen loszogen. Mittlerweile ist sie derart
beliebt und weit verbreitet, dass man sie fast
überall erhält. In Baden-Württemberg
gibt es eine unglaubliche Vielfalt an Brezeln. Sie
sind regional unterschiedlich und werden zu den
verschiedenen Anlässen jeweils anders
zubereitet und geformt. Neben der am weitesten
verbreiteten, traditionellen
baden-württembergischen Brezel, die einen
dicken, eingeschnittenen Bauch und dünne
Ärmchen hat, gibt es beispielsweise die zu
bestimmten Festen angebotene süße Brezel
und die so genannte Fastenbrezel. Die Erfindung der
Laugenbrezel ist zweifelsohne eine der
größten Leistungen der süddeutschen
Bäcker. Traditionell wird sie von Hand
geschlungen, inzwischen gibt es aber auch
automatische Brezel-Schlingmaschinen, die den
Bäckern die Arbeit erleichtern. Die
Laugenbrezel wird vor dem Backen in Natronlauge
getaucht. Der Backprozess verwandelt durch das
austretende Kohlendioxid die Natronlauge zu Soda.
So erhält das Gebäck seinen
charakteristischen Geschmack. In der Nacht zum 1.
Mai malten in früheren Zeiten verliebte Jungs
eine Brezel bei der heimlich Angebeteten auf das
Scheunentor oder die Haustür. Ebenso wie sie
eine Liebesbezeugung sein konnte, bedeutete sie -
auf dem Kopf stehend - eine Schande für das
Mädchen. In vielen Gegenden ist es
jahrhundertealter Brauch, am ersten Tag des neuen
Jahres eine (süße) Brezel als
Glücks- und Liebesbringer zu verschenken und
zu verzehren.
Saison:
Laugenbrezeln werden zu jeder Tages- und Jahreszeit
angeboten und gegessen. Süße Brezeln
gibt es an Neujahr, in manchen Gegenden auch am
Palmsonntag oder zum Erntedankfest. Fastenbrezeln
gibt es traditionell während der Fastenzeit,
manche Bäcker dehnen den Begriff allerdings -
und damit die Verkaufsperiode - aus.
Verzehr:
Brezeln schmecken besonders lecker frisch, am
besten noch ofenwarm oder mit Butter
bestrichen.
Quelle: www.spezialitaeten-baden-wuerttemberg.de
Typisch Badisch:
Badische
Neujahrsbrezel
Schinken-Laugenbrezel-Klöse
Ente
mit Laugenbrezelfüllung
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Küchenkunde
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Irene
Krauß
Gelungen geschlungen
Das große Buch der Brezel
Wissenswertes – Alltägliches –
Kurioses
Herausgegeben vom Museum der Brotkultur,
Ulm
Buch, 176 Seiten, 151 meist farbige
Abbildungen, 20,5 x 25 cm, kartoniert

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Die
Brezel und ihre Bedeutung in Geschichte
und Gegenwart – darüber informiert
dieses kulinarische Lese-, Schmöker-
und Bilderbuch auf unterhaltsame
Weise.
Erfahren Sie Wissenswertes,
Alltägliches und Kurioses: Wie kam
die Brezel zu ihrer
außergewöhnlichen Form? Was
bedeutet der Name »Brezel« oder
»Brez'n«? Warum sieht man auf so
vielen alten Gemälden Brezeln auf dem
Tisch liegen? Warum werden in manchen
Orten zur Fastnacht Brezeln verteilt? Was
hat es mit den Neujahrsbrezeln, den
Palmbrezeln und den Lebkuchenbrezeln zu
Weihnachten auf sich? Warum bildet die
Brezel das Wappenzeichen der Bäcker?
Warum ist es so schwierig, eine
Brezelschlingmaschine zu konstruieren?
Warum wird in den Vereinigten Staaten
jedes Jahr der »National Pretzel
Day« gefeiert? Wie werden
Dauerbrezeln hergestellt? Und
überhaupt: Wer hat nun eigentlich die
Brezel erfunden?
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Brotrezepte aus
ländlichen Backstuben -
Landküche
Erschienen im Landbuch Verlag
gebundener Einband, 156 Seiten mit
zahlreichen Farbfotos, 4. Auflage

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