Unbedingtheit des Gewissens
Bei einem Festakt zum 100.
Geburtstag Reinhold Schneiders (1903-1958) in
Baden-Baden wurde vor allem auf die visionäre
Kraft dieses Schriftstellers verwiesen.
Der Thüringer Ministerpräsident Bernhard
Vogel hat die Aktualität der Europavisionen
des Schriftstellers Reinhold Schneider
gewürdigt. Reinhold Schneider habe an ein
geeintes Europa auf Grundlage der gemeinsamen
geistigen Wurzeln geglaubt, sagte Vogel am
Wochenende in Baden-Baden. "Wir haben heute allen
Grund, an die Erfüllung dieser Visionen zu
glauben", so der CDU-Politiker.
Deutschland habe ein Gewissen, so lange Dichter wie
er nicht vergessen würden. Schneider habe
immer der "Wahrheit Stimme" sein wollen und
versucht, mit seinem literarischen Schaffen die
Menschen zu verändern. Vor allem in der
NS-Zeit seinen Schneiders Gedichte und Sonette Teil
eines "literarischen Sanitätsdienstes"
gewesen, so Vogel.

Der Zerstörung des Gewissens durch die
Nationalsozialisten habe der Schriftsteller die
"Unbedingtheit des Gewissens" entgegen gesetzt.
Auch nach dem Krieg sei Schneider eine Art
"Gewissen Deutschlands" gewesen. So sei er 1951
einer atomaren Aufrüstung und der
Wiederbewaffnung entgegen getreten. Der
Schriftsteller wurde am 13. Mai 1903 in Baden-Baden
geboren und starb am 6. April 1958 in Freiburg.
Schneider gilt als einer der wichtigsten
christlichen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts.
Er erhielt 1956 den Friedenspreis des Deutschen
Buchhandels.
Südwestpresse, 13. Mai 2003
Abb: Archiv WAEPART
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