Ausstellung in der Badischen
Landesbibliothek Karlsruhe
Die Badische Landesbibliothek zeigt
anlässlich des 100. Todestages Stationen zu
Leben und Werk des bedeutenden badischen
Schriftstellers Reinhold Schneider, dessen
umfangreicher Nachlass in der BLB verwahrt
wird.
Reinhold Schneider
(1903-1958).
Leben und Werk.
Ausstellungseröffnung:
Mittwoch, 9. April 2003, 19.30 Uhr
Vortragsraum der Badischen
Landesbibliothek
Eintritt frei
Dauer der Ausstellung:
10. April bis 7. Juni 2003
Ausstellungsraum der Badischen
Landesbibliothek
Öffnungszeiten:
Mo-Fr 8.00-18.00 Uhr, Sa 9.30-12.30
Uhr

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über die Ausstellung
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Auf der Website der
Landesbibliothek Karlsruhe, wo Schneiders Nachlass
aufbewahrt wird, findet man folgendes über den
Schriftsteller:
Reinhold Schneider wurde am 13. Mai 1903 als
zweiter Sohn des Hoteliers Wilhelm Schneider
(1867-1922) und der Louise Wilhelma Augusta, geb.
Messmer (1879-1955), in Baden-Baden geboren.
Zwischen 1909 und 1921 besuchte er in seiner
Heimatstadt zunächst eine private Grundschule,
später die staatliche Oberrealschule, wo er
1921 das Abitur ablegte. Im selben Jahr begann er
ein landwirtschaftliches Praktikum am Bodensee, das
er nach kurzer Zeit abbrach und zu den Eltern nach
Baden-Baden zurückkehrte. Von dort siedelte
Schneider zu seinem älteren Bruder Willy
(1900-1973) nach Dresden um, wo er eine
kaufmännische Ausbildung absolvierte.
Einschneidendes Erlebnis dieser Zeit war der
Freitod seines Vaters im Jahr 1922, der in den
eigenen seelischen Zusammenbruch und
Selbstmordversuch mündete.
Von 1923 bis 1928 arbeitete Schneider im erlernten
Beruf bei der Kunstanstalt Stengel & Co. in
Dresden. Daneben betrieb er intensive Studien der
spanischen, portugiesischen, englischen,
französischen und italienischen Sprache. Er
zog zu seinem Bruder als Untermieter von Anna Maria
Baumgarten, die später seine
Lebensgefährtin wurde.
Im Jahr 1928 gab Schneider seinen Brotberuf auf und
wagte den Schritt, sich als freier Schriftsteller
zu etablieren. Zwischen 1929 und 1937 lebte er in
Loschwitz bei Dresden sowie in Potsdam, unternahm
viele Reisen und arbeitete an zahlreichen
Schriften, darunter: "Das Leiden des
Camões", "Philipp der Zweite oder Religion
und Macht", "Fichte. Der Weg zur Nation", "Die
Hohenzollern. Tragik und Königtum", "Das
Inselreich. Gesetz und Größe der
britischen Macht". Schneider gründete in
dieser Zeit Beziehungen zu wichtigen
Persönlichkeiten wie Leopold Ziegler (dessen
Nachlass ebenfalls in der Badischen
Landesbibliothek aufbewahrt wird), Werner
Bergengruen, Gerhart Hauptmann und vielen anderen,
wovon seine außerordentlich ausgedehnte
Korrespondenz eindrucksvolles Zeugnis gibt.
Im Jahr 1937 fasste Schneider den Entschluss, in
seine badische Heimat zurückzukehren, zog
vorübergehend nach Hinterzarten/Schwarzwald,
ein Jahr später aber bereits in seine Wohnung
in der Mercystraße 2 in Freiburg i. Br., wo
er bis zu seinem Tod lebte. Es erschien sein
wichtiges Werk "Las Casas vor Karl V. Szenen aus
der Konquistadorenzeit". Seit dieser Zeit
kämpfte Schneider mit seinen immer schwerer
werdenden chronischen Leiden, die auch
Kuraufenthalte und Reisen nicht lindern
konnten.
Nach der Entziehung der Druckerlaubnis im
Kriegsjahr 1941 publizierte Schneider bis zum Ende
des Krieges im Alsatia-Verlag/Colmar. Eine seiner
bekanntesten und am weitesten auch an der Front
verbreiteten religiösen Trostschriften ist
"Das Vaterunser". Noch im letzten Kriegsjahr wurde
Schneider aufgrund der Schrift "Das Gottesreich in
der Zeit" wegen Hochverrates angeklagt.
Nach dem 2. Weltkrieg konzentrierte sich Schneiders
religiöses und ethisches Wirken auf
Vorträge und Buchpublikationen. Zahlreiche
Ehrungen folgten: Die Universitäten Freiburg
i. Br. und Münster verliehen ihm 1946 den
philosophischen und juristischen Ehrendoktortitel,
1948 erhielt er gemeinsam mit Gertrud von Le Fort
den Gedenkpreis der Badischen Landesregierung
anlässlich des 100. Geburtstages von Annette
von Droste-Hülshoff, 1949 folgte die Aufnahme
als Ordentliches Mitglied in die Akademie der
Wissenschaften und der Literatur in Mainz, 1952 in
die Bayerische Akademie der Schönen
Künste, 1955 in die Akademie der Künste
Berlin. Schneider setzte sich nach dem Krieg
konsequent gegen die Wiederbewaffnung Deutschlands
sowie gegen atomare Aufrüstung ein, was ihm
politische Anfeindungen eintrug. Der "Fall Reinhold
Schneider", in dem es um die Beschuldigung
kommunistischer Konspiration ging, scheint bis
heute nicht restlos geklärt. Im Jahr 1952
wurde Schneider auf Vorschlag von Theodor Heuss zum
Ritter des Ordens "Pour le mérite"
Friedensklasse ernannt.
Nach dem Erscheinen der ausgewählten Schriften
im Jahr 1953 erfolgte die erste Deutung seines
Werkes durch Hans Urs von Balthasar. In den letzten
Jahren seines Lebens, auf denen Schneider noch
einige längere Reisen unternahm, entstanden
die autobiographischen Werke "Verhüllter Tag",
"Der
Balkon" und "Winter in Wien". Zu den
höchsten Ehrungen zählte
schließlich die Verleihung des
Friedenspreises des Deutschen Buchhandels im Jahr
1956. Nach plötzlichem Zusammenbruch starb
Schneider am Ostersonntag 1958 in Freiburg. Der
Aufbahrung im Freiburger Münster folgte die
Bestattung in seiner Heimatstadt Baden-Baden.
Seit 1970 pflegt die Reinhold-Schneider-Gesellschaft die Erinnerung an den bedeutenden
badischen Schriftsteller, dessen Nachlass in der
Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe aufbewahrt
wird.
Landesbibliothek
Karlsruhe
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