LANDESMUSEUM KARLSRUHE


26.10. 2002 bis 23.2.2003

Mythos Tutanchamun

Bereits bei seiner Entdeckung im November 1922 wurde das Grab des Tutanchamun im Tal der Könige als "sensationellster ägyptologischer Fund des Jahrhunderts" bezeichnet. Tatsächlich hat wohl kaum eine andere archäologische Entdeckung die Menschen derart fasziniert. Seit 70 Jahren besichtigen Wissenschaftler und Ströme von Touristen das Grab, worunter die beeindruckende Wandmalerei stark leidet.

Einen originalgetreuen begehbaren Nachbau der Grabkammer im Maßstab 1:1, über 6 Meter breit, 4 Meter tief und 3,6 Meter hoch, präsentierte ab Herbst 2002 das Badische Landesmuseum Karlsruhe in einer Sonderausstellung. Er bot den Besuchern einen authentischen Eindruck des Raums und seiner farbenprächtigen Dekoration.

Tutanchamun

Auch das Leben des 1323 v. Chr. mit ca. 20 Jahren verstorbenen Pharaos, wie z. B. die rätselhaften Familienverhältnisse und seine Beziehungen zu Echnaton und Nofretete, wurde näher beleuchtet. Daneben stand die Geschichte der Grabkammer, ihre Entdeckung durch Howard Carter und die aufwändige Bergung, Dokumentation und Konservierung der rund 5000 Fundstücke im Mittelpunkt, was u. a. anhand von Originalzeichnungen und -photographien dokumentiert wurde.


 


In einem zweiten Teil informierte die Ausstellung über die europäische Ägyptenbegeisterung im 18.-20. Jahrhundert und das bis heute andauernde Interesse an dem jungen Pharao. Die Entdeckung des Grabes löste ein weltweites "Tutanchamun-Fieber" aus, das 1962 - 1981 erneut Aufschwung erhielt durch die internationale Ausstellungstournee des Grabschatzes mit 55 ausgewählte Exponaten. Die Ausstellung zeigte, wie vielfältig ägyptische Motive in der Kunst und Architektur, aber auch bei ganz alltäglichen Dingen Verwendung fanden.

Ein weiter Teil der Karlsruher Ausstellung widmete sich der Rolle ägyptischer Motive und Traditionen seit dem 18. Jahrhundert in fürstlichen Residenzen und der bürgerlichen Welt der Oberrheinregion.

Pyramide von Weinbrenner

Dazu zählen z. B. die ägyptisierende Architektur von Friedrich Weinbrenner mit Pyramide, Obelisk und Sphinxen, die Sammelleidenschaft der badischen Markgrafen oder auch Künstlerfeste um 1900 in Karlsruhe, die in ägyptischen Stil abgehalten wurden.

Den Ausstellungsbesuch konnte man in einem "Café Oriental" beschließen, das von Ramzi Mostafa, einem ägyptischen Professor für Kunst, gestaltet wurde. Er vertrat sein Land 2001 auf der Biennale in Venedig und verbindet altägyptische Elemente mit Motiven des heutigen Ägypten.




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