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Kandelaber beim Kurhaus

  Kandelaber beim Kurhaus
  Foto: Wolfgang Peter


Die Gas-Leuchten in Baden-Baden - ein teures Vergnügen.


1.656 Lampen mit 9.060 Glühstrümpfen / Bestandsschutz für historische Bereiche der Innenstadt.

Dreimal so teuer, aber eben schöner als elektrisches Licht: Je sechs oder vier Glühstrümpfe in den insgesamt 1.656 Gasleuchten sorgen nachts für heimeliges Flair in Straßen, Gassen und Winkeln – geschätzt von Bürgern und Gästen. Camping-Fans verabscheuen jede Glühbirne am First des Zeltes: zu grell, mindestens aber ungeeignet, für schummrige Atmosphäre zu sorgen. Der Grund: Elektrisches Licht hat eine Farbtemperatur von über 3.000 Kelvin (technische Angabe für Lichtfarbe), ist weiß und wirkt kalt. Das Licht aber, das durch die Mischung aus Gas und Luft entsteht, hat eine Farbtemperatur von nur 2 600 Kelvin. Und das „ist etwas sehr Eigenwilliges und Besonderes“, sagt Hans-Peter Behrens, für die gesamte Beleuchtung zuständiger Abteilungsleiter der Stadtwerke Baden-Baden. Ingo Hentschel, Betriebsleiter der Stadtwerke, ergänzt: „Gaslicht brennt nicht in den Augen. Man kann bedenkenlos reinschauen.“ Dennoch, auch die beiden Experten haben so ihre liebe Not, die Farbe des Gaslichts zu beschreiben. Gelb-grün, grün-gelb? Auf jeden Fall eben schön. So schön, dass nicht nur in Deutschland, sondern laut Betriebsleiter Hentschel „sich insbesondere in Frankreich, Belgien und den Niederlanden ein Trend zur Rückbesinnung auf das Gaslicht feststellen lässt“. In immerhin 40 deutschen Städten brennen jede Nacht etwa 80.000 Gasstraßenleuchten – die meisten in Berlin (44.000), gefolgt von Düsseldorf (18.000), Frankfurt a.M. (5.500) und Mainz (3.000). Baden-Baden mit seinen aktuell 1.656 Lampen (ehedem maximal 1.800) rangiert nach der von den Stadtwerken vorgelegten Tabelle auf Platz sieben, noch vor Worms (1.600). Die historische Stunde für das kurstädtische Gaslicht schlug im Jahr 1845: Spielbankpächter Eduard Benazét führte die Leuchten, die heute als technisches Kulturerbe gelten, in Baden-Baden ein. Trotz der im Vergleich höheren Kosten setzt OB Sigrun Lang auf den Erhalt des Gasleuchten-Systems. Das hatte sie bei der Beratung des städtischen Haushalts deutlich gemacht. Auf rund eine halbe Million Mark summieren sich die jährlichen Betriebskosten, weitere 350.000 Mark kostet die Wartung: „Im Verhältnis zu E-Leuchten das Dreifache“, sagt Abteilungsleiter Behrens, Mitglied der Arbeitsgruppe „Licht“, die sich um eine ansprechende Beleuchtung der Innenstadt kümmert (wir berichteten). „Wir wollen demnächst einen Plan vorlegen, wo die Gasbeleuchtung auf jeden Fall bleiben soll“, sagt Behrens. Klar ist aber schon jetzt: In der Innenstadt, insbesondere in den historischen Bereichen, soll die Gasbeleuchtung weiter gepflegt werden.

© Badisches Tagblatt
Ein Artikel von Patrick Fritsch


 


 

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