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Erst 1909 gelang
es den Holländern, Bali in ihr Kolonialreich
einzugliedern. Als letzte hinduistische Bastion im
muslimisch-malaiischen Archipel galt Bali unter
Wissenschaftler als das "Museum des alten Java",
weil auf der kleinen Insel die hindu-buddhistische
Kultur der vorislamischen javanischen Reiche
überlebt hat. Weit über Gelehrtenkreise
wurde Bali damals jedoch weltweit bekannt als "die
Insel der barbusigen Frauen", die vermeintlich mit
sexueller Freizügigkeit fernab aller
westlicher Prüderie locken würden. Vor
allem der Deutsche Gregor Krause, der in Diensten
der Holländer von 1912-1914 in Bali als Arzt
lebte, hat mit seinen Fotos viel zum "Mythos" der
balinesischen Frauen beigetragen. Krause hat
während seines Baliaufenthaltes rund 4000
Fotos gemacht. 1922 erschien im Folkwang Verlag,
Hagen ein Buch über Bali mit über 200
Fotos von Krause. Die Holländer waren es, die
den balinesischen Frauen verboten, sich
öffentlich "oben ohne" zu zeigen. Vor einigen
Jahren konnte man in entlegenen balinesischen
Dörfen noch vereinzelt ältere Frauen
"oben ohne" sehen. Sie haben sich nicht an das
Verbot der Holländer gehalten.
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