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Das
Kulturzentrum LA 8 in
Baden-Baden
Am 9. April 2009 hat die GRENKE-Stiftung das
Kulturzentrum LA8 im historischen Anwesen der
Lichtentaler Allee 8 in Baden-Baden eröffnet.
Dem behutsam restaurierten Hauptgebäude,
welches 1820 errichtet wurde, wird ein Neubau
hinzugefügt, in dem das "Museum für Kunst
und Technik des 19. Jahrhunderts" untergebracht
ist. Neben dem Internationalen Club, der seit 1872
von diesem Gebäude aus die Pferderennen in
Iffezheim organisiert,
wird auch das Schachzentrum eigene
Räumlichkeiten beziehen.
Das Kulturzentrum in der Lichtentaler Allee 8
versteht sich als ein Ort vielfältiger
kultureller Aktivitäten, wie Kunst,
Technikgeschichte, Schach und
Galopprennsport, Musik, Literatur in Kooperation
mit deutschen und europäischen
Institutionen.
Nach eigenen Angaben ist das Museum in seiner
Konzeption einzigartig innerhalb der
Museumslandschaft Deutschlands. Es widmet sich den
intensiven Wechselwirkungen von Kunst und Technik
im 19. Jahrhundert. Thematisch interessieren
insbesondere Bereiche wie die Fotografie, die
Urbanisierung der Natur als Stadtgarten, das
inspirative Nebeneinander von Telepathie und
Telefonie, die Wissens- und Bildungsexplosion, also
mentalitätsgeschichtliche
Überschneidungen von Kunst und Technik sowie
deren Folgen, die bis heute für unsere
Gesellschaft von Bedeutung sind. Diese Aspekte
werden in halbjährlich wechselnden
Themenausstellungen beleuchtet.
Das Museum
für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts
in Baden-Baden
Die erste
Ausstellung widmet sich dem Thema "Reisen. Ein
Jahrhundert in Bewegung". Unterschiedlichste
Facetten des Reisens fügen sich innerhalb der
Ausstellung zu einem Zeitbild zusammen. Im Verlauf
dieses Jahrhunderts erlaubten technische
Entwicklungen eine schnellere und
weitläufigere Mobilität für eine
wachsende Zahl von Reisenden. Weltausstellungen und
Panoramenansichten luden zur Erkundung ferner
Länder ein. Der aufkommende Massentourismus
und die Souvenirindustrie belegen das wachsende
Bedürfnis nach Reisen und deren
Kommerzialisierung. Waren zunächst
überwiegend junge Adlige, vermögende
Bürger und Künstler für mehrere
Wochen oder Monate aufgebrochen, um in der Fremde
kulturelle Unterschiede kennen zu lernen, folgten
ihnen einige Zeit später „Sommerfrischler“ in
Scharen. Kunst und Technik spielten bei dieser
Entwicklung eine entscheidende Rolle.
Rheinromantik, das Arkadien Italiens, die Suche
nach dem Eigenen in der Fremde verdeutlichen auf
künstlerischer Ebene das Fernweh eines
Zeitalters in Bewegung. Es sind Schilderungen von
Künstlern in Bildern oder in Reiseberichten,
die einen ersten Eindruck von der Ferne vermitteln
und Sehnsüchte aufkommen lassen, dies „mit
eigenen Augen“ zu sehen. Ermöglicht wird das
vermehrte Reisen in die Fremde durch
revolutionäre technische Neuerungen.
Zunächst sorgt die Eilpost dafür, in
kürzerer Zeit an immer fernere Orte zu
gelangen. Bald darauf erlaubt das sich rasch
ausweitende Netz der Eisenbahnen einer breiteren
Bevölkerungsschicht die Erkundung
touristischer Sehenswürdigkeiten. Ausgestattet
mit Reiseführern und Faltplänen werden
neue Reiseziele angesteuert.
Auch in Baden-Baden wirkt sich das Phänomen
der wachsenden Reisebegeisterung und Mobilität
aus. Die Bäderstadt entwickelt sich innerhalb
weniger Jahrzehnte zur „Sommerhauptstadt Europas“,
in der sich Fürsten, Könige und Kaiser,
aber auch viele Künstler treffen. Aus der
kleinen Stadt am Rand des Schwarzwalds wird ein
mondäner Kurort, der noch heute als
touristisch beliebtes Ziel von Gästen aus
aller Welt gilt, was nicht alleine auf das
berühmte Casino und die Galopprennbahn in
Iffezheim zurückzuführen ist.
In der Ausstellung werden unter anderem
Gemälde von Andreas Achenbach, Carl Friedrich
Lessing und Carl Rottmann zu sehen sein sowie ein
Automobil aus den Bergmann-Werken in Gaggenau nach
Entwürfen des Baden-Badeners Joseph Vollmer.
Reisespiele, Kameras unterschiedlicher Bauarten und
ein reisefähiger Phonograph Edisons bieten
weitere Facetten der technischen Errungenschaften
des 19. Jahrhunderts. (red+PR)
Kulturzentrum
LA 8, Lichtentaler Allee 8, 76530
Baden-Baden
Geöffnet
Dienstag bis Sonntag, 11 bis 18 Uhr
Baden-Badens
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