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Kunst und Kultur entlang der Oos

Baden-Baden
Kunst und Kultur entlang der Oos
Herausgegeben von Manfred Söhner
96 Seiten, 90 Fotos, durchgehend vierfarbig, Broschur, Aquensis Verlag

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Lichtentaler Allee 8

Das Kulturzentrum LA 8 in Baden-Baden

Am 9. April 2009 hat die GRENKE-Stiftung das Kulturzentrum LA8 im historischen Anwesen der Lichtentaler Allee 8 in Baden-Baden eröffnet. Dem behutsam restaurierten Hauptgebäude, welches 1820 errichtet wurde, wird ein Neubau hinzugefügt, in dem das "Museum für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts" untergebracht ist. Neben dem Internationalen Club, der seit 1872 von diesem Gebäude aus die
Pferderennen in Iffezheim organisiert, wird auch das Schachzentrum eigene Räumlichkeiten beziehen.

Das Kulturzentrum in der Lichtentaler Allee 8 versteht sich als ein Ort vielfältiger kultureller Aktivitäten, wie Kunst, Technikgeschichte, Schach­ und Galopprennsport, Musik, Literatur in Kooperation mit deutschen und europäischen Institutionen.

Nach eigenen Angaben ist das Museum in seiner Konzeption einzigartig innerhalb der Museumslandschaft Deutschlands. Es widmet sich den intensiven Wechselwirkungen von Kunst und Technik im 19. Jahrhundert. Thematisch interessieren insbesondere Bereiche wie die Fotografie, die Urbanisierung der Natur als Stadtgarten, das inspirative Nebeneinander von Telepathie und Telefonie, die Wissens- und Bildungsexplosion, also mentalitätsgeschichtliche Überschneidungen von Kunst und Technik sowie deren Folgen, die bis heute für unsere Gesellschaft von Bedeutung sind. Diese Aspekte werden in halbjährlich wechselnden Themenausstellungen beleuchtet.

Das Museum für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts
in Baden-Baden

Die erste Ausstellung widmet sich dem Thema "Reisen. Ein Jahrhundert in Bewegung". Unterschiedlichste Facetten des Reisens fügen sich innerhalb der Ausstellung zu einem Zeitbild zusammen. Im Verlauf dieses Jahrhunderts erlaubten technische Entwicklungen eine schnellere und weitläufigere Mobilität für eine wachsende Zahl von Reisenden. Weltausstellungen und Panoramenansichten luden zur Erkundung ferner Länder ein. Der aufkommende Massentourismus und die Souvenirindustrie belegen das wachsende Bedürfnis nach Reisen und deren Kommerzialisierung. Waren zunächst überwiegend junge Adlige, vermögende Bürger und Künstler für mehrere Wochen oder Monate aufgebrochen, um in der Fremde kulturelle Unterschiede kennen zu lernen, folgten ihnen einige Zeit später „Sommerfrischler“ in Scharen. Kunst und Technik spielten bei dieser Entwicklung eine entscheidende Rolle.

Rheinromantik, das Arkadien Italiens, die Suche nach dem Eigenen in der Fremde verdeutlichen auf künstlerischer Ebene das Fernweh eines Zeitalters in Bewegung. Es sind Schilderungen von Künstlern in Bildern oder in Reiseberichten, die einen ersten Eindruck von der Ferne vermitteln und Sehnsüchte aufkommen lassen, dies „mit eigenen Augen“ zu sehen. Ermöglicht wird das vermehrte Reisen in die Fremde durch revolutionäre technische Neuerungen. Zunächst sorgt die Eilpost dafür, in kürzerer Zeit an immer fernere Orte zu gelangen. Bald darauf erlaubt das sich rasch ausweitende Netz der Eisenbahnen einer breiteren Bevölkerungsschicht die Erkundung touristischer Sehenswürdigkeiten. Ausgestattet mit Reiseführern und Faltplänen werden neue Reiseziele angesteuert.

Auch in Baden-Baden wirkt sich das Phänomen der wachsenden Reisebegeisterung und Mobilität aus. Die Bäderstadt entwickelt sich innerhalb weniger Jahrzehnte zur „Sommerhauptstadt Europas“, in der sich Fürsten, Könige und Kaiser, aber auch viele Künstler treffen. Aus der kleinen Stadt am Rand des Schwarzwalds wird ein mondäner Kurort, der noch heute als touristisch beliebtes Ziel von Gästen aus aller Welt gilt, was nicht alleine auf das berühmte Casino und die Galopprennbahn in Iffezheim zurückzuführen ist.
In der Ausstellung werden unter anderem Gemälde von Andreas Achenbach, Carl Friedrich Lessing und Carl Rottmann zu sehen sein sowie ein Automobil aus den Bergmann-Werken in Gaggenau nach Entwürfen des Baden-Badeners Joseph Vollmer. Reisespiele, Kameras unterschiedlicher Bauarten und ein reisefähiger Phonograph Edisons bieten weitere Facetten der technischen Errungenschaften des 19. Jahrhunderts. (red+PR)

Kulturzentrum LA 8, Lichtentaler Allee 8, 76530 Baden-Baden
Geöffnet Dienstag bis Sonntag, 11 bis 18 Uhr

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