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25. Juli bis 8. November
2009
Entre deux actes - Loge de
comédienne
Das Werk der Designerin
Janette
Laverrière
(*1909) wird zusammen mit exemplarischen
Rauminstallationen der 1960er Jahre bis heute
gezeigt, die die unterschiedlichen Ansatzpunkte
künstlerischer Beschäftigung mit den
Themenkomplexen Design, Innenarchitektur und
private Lebenswelten aufzeigen.
Die Installation Entre deux actes (loge de
comédienne) besteht aus einer violett
gepolsterten Chaiselongue mit einer karminroten
Decke und einem grün-weiß gestreiften
Baldachin, einem schwarzen Fußboden mit
Tigerfell und einem an der Wand aufgehängten
Frisiertisch mit drehbaren, farbigen
Regalelementen. Ein wesentlicher Aspekt dieses
Interieurs sowie weiterer Möbel und vor allem
der Spiegelobjekte von Laverrière ist die
Zurücknahme der eigentlichen Funktion und die
Hinwendung zu autonomen Kunstobjekten. Sehr
früh finden sich Bezüge zu stilistischen
Merkmalen des Bauhauses, die in die
künstlerische Moderne der 1950er und 1960er
Jahre weisen. Vor allem die Verwendung moderner,
ökonomischer Materialien wie
Rundeisenstäbe und gelacktem oder roh
belassenem Edelstahl lassen ihre Entwürfe
wegweisend erscheinen. Poetische Titel wie Brin
d'herbe (Grashalm) für eine Stehlampe oder
Poumon (Lunge) für einen Stuhl mit
charakteristischer Rückenlehne zeigen ihre
Liebe zur künstlerischen Deutung von Mobiliar
und Lampen. Interieurs wie das Cabinet de travail
d'une femme d'ambassadeur (Arbeitszimmer einer Frau
eines Botschafters), die Spiegelobjekte A Courbet
(An Courbet) oder La commune - Hommage à
Louise Michel (Die Kommune - Hommage an Louise
Michel) verraten die Auseinandersetzung mit
emanzipatorischen und politisch-historischen
Bezügen.
Im Kontext der bildenden Kunst wurde
Laverrières virtuos und konsequent
entstehendes Werk erstmals durch ein
Gemeinschaftsprojekt mit Nairy Baghramian
wahrgenommen. Aus einer ersten Begegnung in Paris
entwickelte sich eine intensive Freundschaft. Im
Rahmen der Berlin Biennale 2008 gestaltete
Baghramian im Schinkel Pavillon einen Raum, in dem
die Spiegelobjekte von Laverrière erstmals
ausgestellt wurden. Für die Rekonstruktion von
Entre deux actes in der Staatlichen Kunsthalle
Baden-Baden entwickelt Nairy Baghramian ein
Raumkonzept, in das Fotografien des italienischen
Designers Carlo Mollino integriert werden. Neben
der Präsentation von Entre deux actes im
großen Oberlichtsaal werden in den
angrenzenden Kabinetträumen der Staatlichen
Kunsthalle Baden-Baden Künstlerinnen und
Künstler ausgestellt, die in ihrem Werk den in
den letzten Jahrzehnten intensiv ausgetragenen
Diskurs um die Begriffe Kunst und Design,
Angewandte Kunst und deren Gebrauch reflektieren.
Spätestens seit dem Aufkommen der Pop Art
haben sich Künstler in Europa und Amerika mit
den sich rasch wandelnden Formen der Gestaltung von
Interieurs auseinandergesetzt. Die Ausstellung
zeigt anhand exemplarischer Rauminstallationen von
Richard Artschwager, Cosima von Bonin, Marc Camille
Chaimowicz, Fischli & Weiss, Martin
Kippenberger, Meuser, Claes Oldenburg und Franz
West die Aktualität und die Brisanz des
Diskurses um die Beziehung von Design und Kunst.
Neben historischen Installationen werden eigens
für diese Ausstellung geschaffene Arbeiten
präsentiert. So wird Tobias Rehberger das
Café Kunsthalle im Foyer neu
gestalten.
Die Ausstellung wird von einem umfassenden, reich
bebilderten Katalog in deutscher und englischer
Sprache und einem Veranstaltungsprogramm mit
Filmen, Vorträgen und Lesungen begleitet.
Ausgangspunkt der Ausstellung Entre deux actes -
Loge de comédienne ist die Garderobe einer
Schauspielerin, ein Interieur von Janette
Laverrière (*1909) aus dem Jahr 1947.
Laverrière gestaltet seit mehr als sieben
Jahrzehnten Möbel und Spiegelobjekte, die in
Frankreich zu musealen Ehren gekommen und
untrennbar mit der Geschichte des modernen
französischen Designs verbunden sind.
Staatliche Kunsthalle Baden-Baden
Lichtentaler Allee 8a, 76530 Baden-Baden
Telefon Büro 07221-30076-401, Telefon Kasse
07221-30076-444
Öffnungszeiten:
Dienstag–Sonntag 10–18 Uhr, Donnerstag 10–20 Uhr,
Montag geschlossen.
An den Feiertagen ist die Kunsthalle
geöffnet.
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