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8. 10. – 4. 12. 2005
FILM – IST UND ALS-OB IN DER
KUNST
Multiple Räume:
Seele – Park – Film, Teil 3
In Kooperation mit SWR2 und der Folkwang Hochschule
in Essen
Ein klassischer Moment der Kinogeschichte: Der
Bildraum des Films scheint plötzlich in den
Vorführraum zu kippen, als die Brüder
Lumière einen Zug auf das Publikum zufahren
lassen, und dieses panisch flüchtet, um einer
Katastrophe zu entgehen. In der Zuspitzung des
räumlichen Übergriffs offenbart dieser
Vorfall eine grundsätzliche, vielfach aber
übersehene Wahrnehmungstatsache: Im Kino
verschränken sich der reale und der fiktive,
der architektonische und der filmische Raum, Ist
und Als-ob.
Für die Dauer der Filmaufführung
vermischen sich externer und mentaler Raum in einem
multiplen Geflecht von Beziehungen. Der Zuschauer
wird selbst zu einem – neben dem Kinosaal – zweiten
Aufführungsort. Den mechanisch bewegten
Bildern des »äußeren« Films
korrespondieren die Filme der Imagination, vom
»inneren« Auge bewegt. Diese Diffusion
von architektonischem, projiziertem und
imaginiertem Raum beschäftigte die bildenden
Künste seit Erfindung des Films. Im Theater
ist sie bereits vorgebildet, in der Videokunst der
letzten Jahrzehnte wurde sie eingehend
analysiert.
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Anhand von 35 künstlerischen
Positionen, Installationen und Filmen, Zeichnungen,
Fotografien und Skulpturen, thematisiert der dritte
Teil der Trilogie »Multiple Räume: Seele,
Park, Film«, wie das Illusionsmedium Film
Innen- und Außenraum zur gegenseitigen
Durchdringung bringt.
Das informative Katalogbuch enthält
Beiträge u a. von Jörg Jochen Berns,
Oliver Grau, Lutz Ellrich, Jörn
Hetebrügge, Jürgen Müller, Karl
Heinz Ott, Matthias Winzen und Beat Wyss (Verlag
für moderne Kunst Nürnberg).
Kunst-, Film- und Theaterwissenschaftler
erörtern die Entwicklung von den
Illusionsräumen des Theaters zum Kino als
maßgeblicher Raumtechnik der Moderne, von
historischen Vorläuferformen des Films bis zu
seinem Nachspiel in den virtuellen Räumen der
Medienkunst.
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Staatliche Kunsthalle
Baden-Baden
Lichtentaler Allee 8,
76530 Baden-Baden
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DIE SAMMLUNG
FRIEDER BURDA
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