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DIE WOHLTAT DER KUNST
14. September - 10. November
2002
In dem Augenblick, in dem Alice
Schwarzer und Verona Feldbusch gemeinsam in einer
Fernsehshow auftreten können, zeigt sich, wie
komplex und verschieden weibliche
Identitätskonstruktionen heute geworden sind:
klassische Rollenzuweisungen haben sich
aufgelöst. Wie kein Jahrzehnt zuvor sind die
90er Jahre durch die offensiven und in ihrem
analytischen Blick wenig konfliktscheuen Werke
junger Künstlerinnen geprägt. Im
Vergleich zum tradierten emanzipatorischen Ansatz
des Feminismus, eine der einschneidendsten
gesellschaftlichen Entwicklungen des 20.
Jahrhunderts, haben sich die Strategien und
Perspektiven junger Künstlerinnen grundlegend
verändert. Selbstbewusst haben sie sich auch
im Markt etabliert. Gibt es also eine
post-feministische Perspektive in der Kunst und
lässt sich diese konkret am Werk
beschreiben?
Folgende KünstlerInnen stellen aus:
Matthew Barney, Rineke Dijkstra,
Tracey Emin, Mona Hatoum,
Jonathan Horowitz, Sarah Jones,
Mike Kelley, Karen Kilimnik,
Sarah Lucas, Tracey Moffatt,
Cady Noland, Catherine Opie,
Pipilotti Rist, Daniela Rossell,
Cindy Sherman, Ann-Sofi Sidén,
Sam Taylor-Wood, Gillian Wearing,
Sue Williams, Andrea Zittel
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Unser Buch-Tipp:
Cindy Sherman. Photoarbeiten 1975 -
1995.
Von Cindy Sherman, Elisabeth Bronfen, Ulf
Erdmann Ziegler, Zdenek Felix, Martin
Schwander.
Broschiert, 182 Seiten, Schirmer-Mosel
Verlag, München
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Mit einer Auswahl von
Arbeiten aus der renommierten Sammlung
Goetz präsentiert das
Ausstellungsprojekt »Die Wohltat der
Kunst« die Positionsbestimmungen
junger Künstlerinnen (und einiger
Künstler), mit denen sie
Gegenperspektiven zur repressiven Toleranz
der Massenmedien der kapitalistischen
Gesellschaft der 90er Jahre entwickeln.
Gerade was die Formatierung des
menschlichen Körpers betrifft (vor
allem, wie der weibliche Körper
auszusehen habe), gibt es kaum freien
Außenraum jenseits der
massenmedialen Bilderwelt mehr. Wir alle
leben in Bildern. Demgegenüber
manifestieren sich in der
künstlerischen Selbstbehauptung
ebenso utopisches Gedankengut wie
offensive Identitätsbefragung. Neben
Zeichnungen, Fotoarbeiten und Videos,
werden zahlreiche multimediale
Installationen präsentiert, in denen
die Betrachter in spannungsträchtige
Gedankenräume geraten. Dass neben
international renommierten
Künstlerinnen auch die Positionen
dreier Künstler integriert sind, mag
deutlich machen, dass die ideologische
Trennschärfe früherer Debatten
von vielschichtigeren Befragungen von
Rollenklischees und Geschlechterbildern
abgelöst wurde.
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Vorschau / Ausstellung
vom 27. 9. bis 10. 11.
RICHARD MEIER
Architekt des Museums der
Sammlung Frieder Burda

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Staatliche Kunsthalle
Baden-Baden
Lichtentaler Allee 8,
76530 Baden-Baden
Telefon 07221-30076-3
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