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Zarter besaitete Gemüter
sollten Taschentuch und Beruhigungstropfen in
Reichweite halten, wenn sie beginnen, sich mit
Fatima Mirembes bisherigem Leben
auseinanderzusetzen.
Spätestens auf Seite 58 des Buches beginnt der
Leser zu ahnen, warum der etwas pathetisch
anmutende Titel
Fatima - Nehmt mir alles, aber
nicht mein Kind
gewählt wurde und nicht eine Formulierung wie
beispielsweise: Fatima - ein Leben zwischen
Privilegien, Elend, Glauben und Hoffnung.
Die so genannte zivilisierte Welt weiß um die
Schicksale einer Unzahl von Menschen in der so
genannten Dritten Welt. Sie weiß von
diktatorischen Regimen, von den katastrophalen
Konsequenzen mörderischer Bürgerkriege,
von fundamentalistischem Beharren auf
überkommenen Traditionen und deren Kollision
mit der hoch technisierten und anspruchsvollen
modernen Zeit. Verinnerlicht haben dieses Wissen
wohl die wenigsten.
Dazu bietet das von Jutta Oster nach den
Schilderungen Fatima Mirembes in Worte gefasste
Schicksal aufrüttelnde Gelegenheit. Kaum
fassbar ist, was die junge Uganderin erleben und
ertragen musste, nachdem sie die ersten acht Jahre
ihrer Kindheit bestens behütet in
vergleichsweise wohlhabenden Verhältnissen
verbracht hat: Körperliche Gewalt und
Demütigungen, sechs Jahre "Ruhe" in einem
Waisenhaus, Zwangsverheiratung, Inhaftierung,
Geburt eines Sohnes unter erbärmlichsten
Umständen und lebensgefährliche Flucht in
eine fremde Welt - nach Deutschland.
Das Buch ist keine Anklage, sondern eher eine
"nüchterne" Bestandsaufnahme gewesenen
Geschehens. Sein Inhalt beeindruckt dadurch umso
mehr und zwingt regelrecht dazu, die 18 Kapitel
mehrfach zu lesen. Es macht zudem vertraut mit den
Sitten und Gebräuchen des afrikanischen Landes
und es lehrt zwei Dinge:
Zu jeder Zeit gibt es Menschen, die menschlich und
mutig sind, egal in welchem Land der Welt, und
tiefer religiöser Glaube bietet Halt in noch
so trostlosen Zeiten.
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Fatima Mirembe wurde am 23.
Dezember 1974 in Gayaza im Stammesgebiet der
Baganda im Süden Ugandas geboren. Ihr Vater
war Bauingenieur und mit zwei Frauen verheiratet,
obwohl er praktizierender Katholik gewesen ist.
Nach seiner Ermordung ging Fatima in den "Besitz"
der Erstfrau über und Fatimas Mutter, die
Zweitfrau, musste die Familie verlassen.
Sechs Jahre verbrachte Fatima
Mirembe in einem katholischen Waisenhaus, bis sie
wieder Kontakt zur Mutter bekam, von der sie 1990
an einen reichen muslimischen Kaufmann verheiratet
wurde.
Dieser setzte sich aus politischen
Gründen aus Uganda ab, weswegen Fatima Mirembe
als 16jährige in Haft kam. Nach der Geburt
ihres Sohnes gelang ihr im Winter 1990 mit ihrem
Säugling die Flucht nach Deutschland, wo sie
seit 1992 Bleiberecht genießt.
Im Mai 2002 heiratete sie den im
Baden-Badener Stadtteil Steinbach ansässigen
Winzer Joachim Wimmer. Sie pflegt einen ihr
gehörenden Weinberg, auf welchem eine neue
rote Traubensorte erfolgreich angebaut
wird.
Ihr Buch stellt sie auf Lesereisen
vor und hofft auf große Kaufresonanz, da sie
mit dem Erlös Kinderhilfsprojekte in der
Dritten Welt und SOS-Kinderdörfer
unterstützt
(Rika Wettstein, Baden-Baden)
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Fatima - Nehmt mir alles, aber nicht mein
Kind
von Fatima Mirembe, Jutta Oster
Gebundene Ausgabe,
208 Seiten, Pattloch Verlag

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