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"Aber
eins ist sicher: in der Badewanne zu
tauchen wäre für Matthias
Kopfmüller auf die Dauer viel zu
gefährlich. Weil er da vor Langeweile
sterben würde. Blubb!"
Abb: © WAEPART
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Rätselhafte
Welt unter Wasser
Blubb! Richtig tief kann man in der
Badewanne leider nicht tauchen, aber
dafür kommt man schnell wieder hoch,
wenn einem beim Tauchen ein Haifisch
begegnet oder eine Riesenkrabbe oder eine
besonders unfreundliche Krake. Aber
richtig gefährlich sind die
Haifische, Krabben und Kraken in der
Badewanne eigentlich nicht, weil sie ja
meistens aus Gummi sind. Alles in allem
sind wir in der Badewanne also ziemlich
sicher, sogar beim Tauchen.
Bestimmt taucht auch Matthias
Kopfmüller gern in der Badewanne. Zur
Abwechslung. Denn meistens taucht er in
solche Tiefen, dass sich sogar die
Haifische die Kiemen zuhalten
müssten, wenn sie ihm folgen wollten.
Matthias Kopfmüller ist ein
Extremtaucher und das ist ein Taucher, der
noch viel, viel tiefer taucht als die
meisten anderen Taucher: Weit nach unten
in die menschenleere Tiefe der Ozeane. Und
das ist nicht nur extrem, sondern auch
gefährlich. In der Badewanne
plätschert das Wasser ja angenehm um
uns herum, aber wenn wir in den Ozean
eintauchen, dann begeben wir uns auf eine
lebensgefährliche Reise.
Der Mensch ist nun mal kein Fisch, er hat
keine Kiemen, und sein Körper kann
den ungeheuren Druck in der Tiefe nicht
lange aushalten. 40 Meter, das ist unter
Wasser schon unheimlich tief! Und als
Matthias Kopfmüller bei Kap Hoorn in
40 Metern Tiefe zum Wrack der Monte
Cervantes getaucht ist, da hätte ihn
jede falsche Bewegung glatt das Leben
kosten können.
Warum macht er das also? Warum taucht er
nicht lieber in der Badewanne nach
Gummikraken? Aus reiner Begeisterung!
Früher war Matthias Kopfmüller
einmal Schauspieler gewesen. Aber dann
belegte er einen Tauchkurs, und als er zum
ersten Mal bis zum Grund eines
Schwarzwaldsees getaucht war, da wusste
er, dass das Tauchen sein neuer Beruf
werden würde.
Seit vier Jahren taucht er nun in den
großen Meeren und dreht Filme
über die rätselhafte Welt unter
Wasser. Er hat gewaltige
Unterwassergebirge gefilmt, deren Gipfel
höher aufragen als jeder Berg der
Alpen. Er hat Fotos von Krabben gemacht,
die so riesig sind, dass sie aussehen wie
Monster. Und er hat sich auf seinen Reisen
sogar mit Piraten herumschlagen
müssen. Wenn nicht gerade die
amerikanische Marine in der Nähe
gewesen wäre, dann hätte dieses
Abenteuer sehr übel ausgehen
können.
Vor allem aber wollte Matthias
Kopfmüller nach Kap Hoorn. Kap Hoorn,
an der südlichen Spitze von Amerika -
das war lange Zeit der Alptraum aller
Seefahrer. Unzählige Schiffe sind
dort versunken, denn unberechenbares
Wetter und mächtige Strömungen
machen die Umrundung von Kap Hoorn auch
für die besten Seeleute zu einem
Glücksspiel. Und genau dort ist
Matthias Kopfmüller getaucht. Nach
dem Wrack der "Monte Cervantes", einem
deutschen Passagierschiff, das 1930 vor
Kap Hoorn untergegangen ist.
In 40 Metern Tiefe hat Matthias
Kopfmüller Teile des Wracks entdeckt
und damit begann ein gefährliches
Tauchabenteuer. Denn der Mensch kann nicht
einfach mal 40 Meter tief tauchen, sich
dort ein wenig umsehen und dann wieder
auftauchen. Wenn der Mensch zu lange unter
Wassser bleibt und dann zu schnell wieder
an die Wasseroberfläche
zurückkommt, entstehen tödliche
Sauerstoffblasen im Blut. Deswegen dauert
der Wiederaufstieg oft mehrere Stunden und
manchmal mussten unter Wasser
Versorgungsstationen aufgebaut werden, an
denen frische Sauerstoffflaschen
hingen.
Hat Matthias Kopfmüller dabei
eigentlich nie Angst? "Doch", sagt er.
Aber eigentlich würde er sich bei
einem Tauchgang zusammen mit Krokodilen
sicherer fühlen als bei einer
Straßenüberquerung in
Hamburg.
Vielleicht übertreibt er da ein
wenig. Schließlich beißen die
Hamburger nicht. Aber eins ist sicher: in
der Badewanne zu tauchen wäre
für Matthias Kopfmüller auf die
Dauer viel zu gefährlich. Weil er da
vor Langeweile sterben würde.
Blubb!
© Tigerentenclub - SWR
2003
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