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Matthias
Kopfmüller am Wrack der "Monte
Cervantes".
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Die
"Titanic Südamerikas", wie der
Hamburger Luxusliner in Argentinien
genannt wird, erlebte 1930 eine der
rätselhaftesten Schiffskatastrophen
des letzten Jahrhunderts.
Das
Rätsel
der "Monte Cervantes"
Das Wrack liegt in 115 Metern Tiefe im
eisigen Wasser des größten
Schiffsfriedhofs der Welt - in der Region
Kap Hoorn. Gefährliche
Strömungen und ständig
wechselnde Winde sorgen für Wellen
bis zu 15 Meter Höhe. Etwa 1000
Schiffe sind hier bereits
untergegangen.
Der Luxusliner der größten
Hamburger Reederei gehörte zu den
modernsten Passagierschiffen seiner Zeit.
Beim Auslaufen aus Ushuaia befiehlt
Kapitän Theodor Dreyer, am Morgen des
22. Januar 1930, eine verhängnisvolle
Kursänderung. Abseits der sicheren
Routen läuft der Luxusliner auf ein
Riff und sinkt.

Auf der Fahrt vom Nordkap nach Spitzbergen
geriet die "Monte Cervantes" bereits im
Juli 1928 in eine brenzlige Situation: Bei
der Durchquerung dichter Eisfelder schlug
sie leck und wäre zweifelsohne
gesunken, wenn nicht der zur Hilfe
gerufene Eisbrecher "Krassin" das
Luxusschiff mit seinen Pumpen so lange
schwimmfähig gehalten hätte, wie
die Besatzung brauchte, um die Löcher
notdürftig abzudichten. An Bord
befanden sich 1500 Passagiere, die
rechtzeitig evakuiert werden konnten.
Der nächste Schaden ließ nicht
lange auf sich warten: Nur eineinhalb
Jahre später krachte die "Monte
Cervantes" auf einen nicht in den
Seekarten verzeichneten Felsen im
Beaglekanal, weit im Süden
Feuerlands. Als sie begann, zu sinken,
wurden die 1117 Passagiere umgehend in die
Rettungsboote geschickt und später an
Bord des argentinischen Dampfers "Vincente
Fidel Lopez" in den sicheren Hafen von
Ushuaia gebracht.
Der Wind und eine starke Strömung
trieben das Passagierschiff derweil
zwischen zwei Felsengruppen, wo der
Kapitän es mit dem Heck auf Grund
setzte. Das Vorschiff schwamm frei im
Wasser, sank aber allmählich immer
tiefer. Nachdem Helfer einen Teil der
Ladung vom Schiff genommen, wartete man
auf die Flut und versuchte dann, die
"Monte Cervantes" abzuschleppen -
vergeblich. Das Schiff setzte sich im
Gegenteil unvermutet in Bewegung und
kenterte.
Die an Bord verbliebenen
Besatzungsmitglieder sprangen ins Wasser
und wurden von einer Barkasse aufgenommen,
einzig Kapitän Theodor Dreyer konnte
sich nicht mehr retten. Der Offizier aus
Hamburg-Blankenese wollte sich dem Kodex
gemäß als letzter vom Schiff
zurückziehen, als das Schiff in
Bewegung geriet. Zeugen sagten 1930 vor
dem Seeamt Hamburg: "Kapitän Dreyer
versuchte, mit einem Rettungsgürtel
versehen, auf der schräg liegenden
Schiffsseite hinunterzuklettern. Bei
diesem Versuch muss er infolge des
schnellen Kenterns des Schiffes
abgeglitten und in das Promenadendeck
gestürzt sein, worauf er dann mit dem
sinkenden Schiff in die Tiefe gerissen
wurde."
1951 unternahm die italienische Firma
"Salvamar" eine erste Bergungsaktion. Drei
Jahre später wurde das Wrack der
"Monte Cervantes", deren Heck lange Zeit
noch aus dem Wasser ragte, endgültig
geborgen, versank allerdings, als die
Bergungsleute es nach Ushuaia schleppen
wollten, im tiefen Wasser des
Beaglekanals.
Matthias Kopfmüller war der erste
Mensch, dem es gelang, zu dem in 115
Metern Tiefe liegenden Wrack vorzudringen.
Der Abstieg zur "Cervantes" ist ebenso
Kraft zehrend wie lebensgefährlich.
Über die Wasseroberfläche
peitschen Stürme, unter Wasser sind
die Strömungen extrem stark.
Wassertemperaturen um ein Grad erlaubten
es Kopfmüller und seiner Crew auch in
speziellen Tauchanzügen nicht,
länger als fünf Minuten in der
Tiefe zu bleiben.
Doch die Strapazen lohnten sich, denn das
Team brachte einmalige Aufnahmen und
kleine Kostbarkeiten wie Rotweinflaschen,
Gläser oder wertvolle Kronleuchter
mit nach oben. Auf Aschenbechern war noch
die Aufschrift der Reederei
Hamburg-Süd sichtbar.
Mehr Infos:
www.monte-cervantes.de
Links
und Bücher zum Thema
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