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Zeitgenössische
Abbildungen der Seeschlacht von
Lepanto.
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Paolo
Veronese
Danksagung für den Sieg von Lepanto,
Venedig, Palazzo Ducale, 1578
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Eine
venezianische Galeere aus der Zeit, als
die Seeschlacht stattfand.
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Bislang waren
alle Forscher gescheitert, selbst Jacques
Cousteau.
Tauchfahrt in die
Vergangenheit. Die Seeschlacht von Lepanto.
Nach Überresten des brutalen Gemetzels, das im
Golf von Lepanto stattgefunden hat, fahnden
Forscher seit Jahrzehnten auf dem Grund des
Mittelmeers. Die christlichen europäischen
Länder kämpften am 5. Oktober 1571 gegen
die Türken um die Vorherrschaft im Mittelmeer.
Etwa 600 durch 200000 Sklaven angetriebene Schiffe
standen sich damals gegenüber. Eingepfercht
wie Tiere ruderten die Sklaven beider Seiten unter
widrigsten Bedingungen in die "heilige Schlacht".
Als eine Einheit an die Galeere in Ketten gelegt,
waren sie hilflos dem Schicksal des Schiffes und
der Schlacht ausgeliefert und als gegen 16 Uhr die
Schlacht zu Ende ging, war das Meer blutrot
gefärbt von 50000 getöteten Menschen. Die
Türken konnten geschlagen werden, was aber auf
die weitere Geschichte keine Auswirkungen haben
sollte.
Erst 430 Jahre nach der größten
Seeschlacht der frühen Neuzeit sorgte ein
internationales Team von
Unterwasser-Archäologen für eine
Sensation: Man fand versunkene Zeugnisse des
blutigen Gefechts. Im Rahmen der Sendereihe "ZDF
Expeditionen" produzierte Spiegel-TV eine
Dokumentation über die schrecklichste
Seeschlacht Europas.
Ausgestattet mit modernster Such- und
Bergungstechnik startete das Expeditionsschiff
"Aries Star", unter der Führung von Matthias
Kopfmüller, in Richtung Golf von Lepanto, um
das Trümmerfeld der historischen Schlacht am
Meeresboden zu finden und zu betauchen.
Wegen der großen Tiefe und der Länge des
Tauchgangs wurde nicht, wie in der Sporttaucherei,
Pressluft eingesetzt, sondern "Trimix", ein
Gasgemisch aus Sauerstoff, Helium und
Stickstoff.
Das Suchgebiet wurde Planquadrat für
Planquadrat systematisch abgefahren, um so ein
dreidimensionales Radarbild vom Meeresboden zu
erhalten. Schon bald entdeckte das Team
merkwürdige Dinge auf dem Meeresgrund.
An Bord der "Aries Star" wollte die Crew die
gefundenen Anomalien am Meeresboden näher
betrachten. Man entschloss sich einen ferngelenkten
Unterwasserroboter mit eingebauter Kamera und
Greifarm zu Wasser zu lassen, um zu sehen, was sich
genau in 60 Meter Tiefe unter dem Boot befand. Doch
schnell wurde klar, das genaue Erkenntnisse und
Aufnahmen aus der Tiefe nur von Tauchern gemacht
werden konnten. Die Forscher setzten auch einen
Protonen-Magnetometer ein. Voller Zuversicht
brachte das Team um Kopfmüller das High-Tech
Instrument in Position. Es kann Metalle jeglicher
Art erkennen, seien sie noch so tief im Schlick des
Meeresbodens verborgen. Eine realistische Chance
also, Kanonen, Schwerter oder andere Objekte
aufzuspüren. Das Computerbild lieferte dann
auch einen Befund. Der Monitor zeigte
verdächtige Ausschläge - ein
überdeutliches Relief vom Meeresboden. Gebannt
verfolgten die Experten die elektronischen Impulse.
Verbargen sich dahinter Überreste der lang
gesuchten Galeeren? Vorstellbar, denn immerhin
maß das Feld hundert mal hundert Meter. Die
Daten hätten die entscheidende Wende bringen
können, doch heftige Frühlingsstürme
forderten eine Zwangspause. Die Expedition musste
abgebrochen werden. Nach dem Abbruch der ersten
Expedition kam dem Forscherteam der Zufall zu
Hilfe. Fischer erzählten von einem
geheimnisvollen, alten Wrack. Inmitten ihrer
Fanggründe wollten es die Einheimischen unweit
von Oxia in etwa zehn Meter Tiefe gesichtet haben.
Dort hatten laut geschichtlichen Quellen die
gegnerischen Schiffsverbände das Gefecht
eröffnet.
Der Tipp der Fischer war der erste greifbare
Hinweis auf das Schlachtfeld von Lepanto. Die
Taucher machten sich auf die Suche. Seegraswiesen,
wohin das Auge blickte. Schließlich
entdeckten sie den Teil eines Ankers. Unmittelbar
daneben sahen sie einen massiven Holzkeil,
vielleicht eine Bugspitze. Deutlich zu erkennen war
ein Nagel aus Holz. Weitere Exemplare ragten aus
Planken, die überall verstreut auf dem Grund
lagen. Holznägel waren seit jeher zum
Schiffsbau verwendet worden. Vor den erstaunten
Experten erstreckte sich ein ausgedehntes
Trümmer-Areal. Der erste Eindruck - ein
unüberschaubares Chaos. Doch allmählich
unterschieden die Forscher deutlich Formen und
Linien. Jede Menge Spanten waren vorhanden, die
Gerippe von Schiffen.
Langsam füllte sich das historische Puzzle mit
archäologischen Beweisstücken. Für
das Gesamtbild war selbst das kleinste Objekt von
Bedeutung. Zwischen Holzplanken verkeilt und vom
Schlamm der Jahrhunderte bedeckt fand man eine
halbe Kanonenkugel. Erst die Altersbestimmung wird
Aufschluss darüber geben, ob das Eisengeschoss
aus der Schlacht von Lepanto stammen könnte.
Nicht weit davon entfernt lag ein Kanonenrohr aus
Bronze. Aussehen und Form sollten Experten an Land
die Herkunft der Waffe feststellen lassen. Von
Ablagerungen verkrustet, entdeckte man auch ein
Steinschloss einer Arkebuse. Das einfache Gewehr
gehörte im 16. Jahrhundert zur
Standardausrüstung europäischer Soldaten.
Auch der langgestreckte, schmale Holzkörper
auf dem Meeresgrund passte zu bekannten
Bauplänen historischer Schiffe. Ein weiteres
Indiz, dass es sich um eine Galeere handeln musste,
waren die eng stehenden Querspanten. Demnach
könnte das gefundene Wrack aus der Flotte des
türkischen Sultans stammen. Für die
Mitglieder der Expedition jedenfalls ein
sensationeller Fund. Auch wenn er mehr Fragen
aufwarf als Antworten lieferte.
Vorläufiges Fazit: Das Wrack war eine
Kriegsgaleere. Weiterhin unklar bleibt, unter
welcher Flagge sie fuhr. Lage und Aussehen der
archäologischen Zeugnisse auf dem Meeresboden
erlauben jedoch den Schluss: das Schlachtfeld von
Lepanto war nun lokalisiert. Das Gebiet, in dem
zwei mächtige Gegner erbittert um die
Vorherrschaft im Mittelmeer kämpften.
Text © Kellersohn-TV
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