Matthias Kopfmüller

Baden-Baden News

Baden-Baden Facts

Inhalt

Stadtrundgang

Stadtplan

Ämter A-Z

Anreise

Geschichte

Kunst/Kultur/Museen

Sehenswürdigkeiten

Festspielhaus

Theater

Casino

Thermen

Hotels buchen

Events

Sport/Freizeit

Restaurants

Cafés/Bars

Shopping

Buch-Shop

Stadtteile

Umgebung

Elsass

Awards

Links

Archiv

Ihre Werbung bei uns

Kontakt

Newsletter

Gästebuch

Impressum


Hotels in Baden-Baden buchen

Günther Juergens - der Baden-Baden Maler

MyBali.asia

Konzerte - Klassik - Musical - Comedy

Matthias Kopfmüller

"Besonders spannend stelle ich mir Begegnungen vor, die in Baden-Baden vielleicht eher unüblich sind. Ich denke da an kulturelle Begegnungen mit Menschen aus Drittländern wie Haiti, Cuba oder Panama. Ich glaube, da könnte es zu einem spannenden und farbenfrohen Austausch zum Beispiel aus der Musikszene kommen, die uns kulturverwöhnten Mitteleuropäern eine ganz andere Sichtweise auf fremde Kulturen und deren Lebensweise entstehen lassen könnte."

Das Interview

RW: Das Meer mit seiner Fülle an Entdeckbarem ist einerseits dein "Zuhause", andrerseits betonst du, deine Wurzeln befänden sich in Baden-Baden. Wie ist dies zu verstehen?

MK: Baden-Baden und das Meer wie passt das zusammen? Ganz einfach. Baden-Baden ist die Heimat und das Meer ist die Sehnsucht, sind die Träume, das Abenteuer, ist das Leben. Ähnlich wie wenn einer sein Elternzuhause verlässt und in der Welt sein Auskommen sucht, kehrt er doch immer wieder gerne in sein Elternhaus zurück. (Wenn es denn ein gutes war !!)
So habe ich zwei zuhause gefunden, zwei Heimaten. Baden-Baden mit seinen Wäldern, seinen Schluchten und seiner Kultur, ...und das weite Meer, die Sehnsucht nach Abenteuern und Erkenntnissen.

RW: War Baden-Baden für dich auch ein Ort des Abenteuers und der Erkenntnisse?

Matthias Kopfmüller

MK: Die Stadt Baden-Baden mit ihren geheimnisvollen, dunklen Wäldern, Seen, Flüssen und Bergen, hat mir immer genug Anreiz auch als junger Mensch gegeben, die Natur zu erkunden und ihre Zusammenhänge zu verstehen.

Auch gerade das Wechselspiel zwischen der flachen Ebene des Rheins und den Bergen des Schwarzwaldes hatten es mir angetan. Und geologische Rätsel oder Geheimnisse gab es für einen jungen Menschen genug zu lüften, wie zum Beispiel die tiefen heißen unterirdischen Thermen, Kletterpartien an den Steilwänden des Batterts oder frühe Tauchgänge in den "Urwäldern" des Altrheins wo ich in klaren Grundwasserquellen tauchen konnte. Wo findet man das sonst in der Welt?

Das harmonische und gelungene Zusammenspiel zwischen Natur und Kultur oder Architektur in dieser Stadt hat wohl mit dazu beigetragen, auf meinen späteren Expeditionen auch immer die Menschheitsgeschichte und ihre Kultur mit in die Filme aufzunehmen, das heißt, es wurde für mich wichtig, immer mehrere Aspekte zu betrachten.

Ich denke, dass Baden-Baden meinen Blick dafür durchaus auch mit "geschärft" hat.

RW: Dieser "geschärfte" Blick, kann er als Auslöser dafür betrachtet werden, dass dich die unerforschten Meerestiefen mit ihrer relativen Unberührtheit, die trotzdem - siehe die Ostsee vor Rügen, das östliche Mittelmeer oder das Meer vor Kap Hoorn - Zeugnisse der so genannten Zivilisation haben aufnehmen müssen, anziehen, weil der Kontrast Natur-Zivilisation dort besonders zum Tragen kommt?

Matthias Kopfmüller

MK: Du hast ganz Recht. Es ist vor allem das Zusammenspiel von Menschheitsgeschichte und dem Ozean der mich fasziniert. Wie zum Beispiel in Japan als wir an den untergegangenen Pyramiden tauchten und versuchten Beweise und Erklärungen für deren Entstehung zu finden.


Oder im Amazonasbecken, als wir die Quelländerung des Orinokos erforschten. Es war nie besonders aufregend für mich "nur" an bunten Korallenriffen zu tauchen, es musste eine Herausforderung oder eine Aufgabe sein an ganz bestimmten exponierten Orten wie Kap Hoorn oder dem Orinoko zu tauchen, mit ganz bestimmten Tieren zu arbeiten oder, seit Spiegel TV, hauptsächlich die Zusammenhänge oder die Konflikte zwischen Mensch und Ozean zu erforschen.

RW: Als besonders beeindruckendes Beispiel für das Zusammenspiel von Menschheitsgeschichte und Ozean könnte Christoph Columbus genannt werden. Du hast dich allerdings nicht nur mit dem Seefahrer Columbus und dem Naturforscher Alexander von Humboldt beschäftigt, sondern auch mit dem Piloten und Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry, bist quasi in dessen Fußstapfen getreten und hast mit dem Schreiben begonnen. Warum?

MK: Es begann alles auf meiner vielleicht gefährlichsten Expedition, dem Tauchgang am Ende der Welt, vor Kap Hoorn. Ich sah mich selbst schon immer mehr als Geschichtenerzähler als Extremtaucher und Abenteurer. Das Element Wasser benutzte ich, um meine Geschichten im Film besser transportieren zu können.

Als wir auf das Kap der Stürme zusegelten bemerkte ich eine merkwürdige Veränderung in der Natur. Eisberge, Wolken, die Wellenberge, ...alles schien hier irgendwie "beseelt" zu sein und zu einem zu sprechen. Selbst die Stürme schienen von anderer Intensität als an anderen Plätzen dieser Erde.

Als wir dann im Sturm Kap Hoorn passierten, entdeckte ich ein kleines Kuriosum. Auf dem Kap selbst, eine sturmumtoste kleine Felseninsel, sah ich einen kleinen Süßwassersee. Die Vorstellung auf diesem Kap schiffbrüchig zu werden und um sein Überleben zu kämpfen, hatte wohl jeder von uns in diesem Augenblick.

Dass dann aus diesem See ein sprechender Fisch (da diese Natur hier sowieso ganz anders war als an jedem anderen Platz der Erde, den ich bis dahin gesehen hatte) mit mir einen Dialog anfangen würde über den Zustand unserer Erde war wie ein Geistesblitz. Von jener Sekunde an schrieb ich in jeder freien Minute am Konzept. Während der vielen Schneestürme, irgendwo in irgendwelchen Hafenbars am Ende der Welt, nachts in meiner schaukelnden Koje wenn ich nicht schlafen konnte, sogar beim Tauchen ging mir die Geschichte nicht mehr aus dem Kopf. Ich schrieb auf alles, was ich bekam. Bierdeckel, Tischdecken. Toilettenpapier, was ich gerade erwischen konnte und wo ich halt gerade war. All das stopfte ich dann in meinen Seesack und brachte es mit nach Deutschland. Daraus entstand dann das Manuskript zu " Es gab Tage, da dachte ich nur an schneebedeckte Meere"

RW: Haben die legendäre versunkene Stadt Atlantis, der kleine Prinz und dein "Gesprächspartner", der Fisch, eine oder gar mehrere Gemeinsamkeiten?

Matthias Kopfmüller

MK: Schwierige Frage. Ich denke aber, was diese drei "Mythen" oder "Legenden" verbindet ist, dass sie aus einem Wunschdenken heraus entstanden sind, und dass sich alle drei "Fiktionen" auf eine veränderte, bessere Welt beziehen.

Atlantis, der kleine Prinz oder auch mein sprechender Fisch sind sozusagen Botschafter oder Metaphern der Hoffnung auf ein harmonischeres Miteinander und ein Verstehen der Menschheit.

Ebenfalls merkt man im Umgang mit diesen "geschaffenen" Fiktionen eine sehr naive Geisteshaltung. Das heißt eine sehr vereinfachte, fast schon kindliche Sehweise den Dingen gegenüber. Aber gerade diese Geisteshaltung oder diese Sichtweise ist für fast alle Menschen zugänglich oder nachvollziehbar. Daher resultiert wahrscheinlich auch der große Erfolg des Buches und das jahrtausende Überdauern der Atlantistheorie.

Bei meinem Büchlein aber muss man noch sehen, ...das muss ja erst noch fertig geschrieben werden.

RW: Kommen wir abschließend vom Fiktiven zum Konkreten und greifen das Wort Botschafter auf. Du hast spontan unser Angebot, als Botschafter für Baden-Baden ehrenamtlich aktiv zu werden, angenommen. Wie stellst du dir eine Umsetzung dieser Botschafteraufgabe vor?

MK: Zuerst einmal ist es natürlich eine große Ehre für mich, für die Stadt, in der ich aufgewachsen bin, heute als Botschafter fungieren zu dürfen.

Ich denke die Aufgabe eines Botschafters ist immer eine verbindende, vermittelnde Tätigkeit. Auch und gerade über Grenzen hinweg. Und hier sehe ich auch mein künftiges Betätigungsfeld. Durch meine ständigen Reisen bin ich in der angenehmen Situation, in vielen Ländern Kontakte zu Regierungsvertretern und Diplomaten zu bekommen, zu denen man sonst nicht so schnell in Kontakt gerät. Auf dieser diplomatischen Ebene kann ich für meine Heimatstadt werben, Kontakte herstellen und vielleicht sogar für den einen oder anderen Kulturaustausch sorgen.

Besonders spannend stelle ich mir Begegnungen vor, die in Baden-Baden vielleicht eher unüblich sind. Ich denke da an kulturelle Begegnungen mit Menschen aus Drittländern wie Haiti, Cuba oder Panama. Ich glaube, da könnte es zu einem spannenden und farbenfrohen Austausch zum Beispiel aus der Musikszene kommen, die uns kulturverwöhnten Mitteleuropäern eine ganz andere Sichtweise auf fremde Kulturen und deren Lebensweise entstehen lassen könnte.

RW: Glück auf für deine Vorhaben als Taucher und Geschichtenerzähler und vielen Dank für deinen uneigennützigen Einsatz für unsere schöne Stadt!

Das Interview mit Matthias Kopfmüller führte Rika Wettstein im Juni 2003.

Vita von Matthias Kopfmüller


Zurück

© by WAEPART, Baden-Baden/Germany. All Rights Reserved. Fotos: Wolfgang Peter

   Google Custom Search