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Woodstock
Alles begann im Jahr 1969. Sicher hatte es vorher
schon kleinere und größere Festivals
gegeben, doch stellte Woodstock alles bisher
dagewesene in den Schatten und lieferte letztlich
den Startschuss für eine Vielzahl noch heute
stattfindender Festivals.
"The Woodstock Music and Art Fair", wie das
Festival mit vollem Namen hieß, erreichte die
bis heute unglaubliche Zahl von geschätzten
450000 Besuchern. Während des Konzerts
entstand eine Art subkultureller Mini-Nation, in
der letztlich alles erlaubt war: Ob Cannabis,
Halluzinogene, wie Acid oder Meskalin oder auch
Alkohol, Drogen gehörten neben der Musik
einfach dazu.
Der Name Woodstock bezog sich auf eine kleine
Stadt, ca. 100 Meilen von Manhattan entfernt, in
der neben Bob Dylan auch Jimi Hendrix, Van Morrison
und Janis Joplin lebten, um dem Stress des "Big
Apples" zu entfliehen. Die Idee für das
Festival war einfach: Unter dem Slogan "Three Days
of Peace and Music" sollte der musikbegeisterten
Jugend ein Event geboten werden, wo sich alle
namhaften Künstler einfinden.
Doch von der Idee bis zur Verwirklichung war es
noch ein weiter Weg: Das größte Konzert
vor Woodstock hatte 20000 Zuschauer gelockt und nun
wurde mit mindestens 50000 Besuchern kalkuliert.
Die vier Organisatoren, allesamt junge Männer
um die 25 Jahre, hatten alle Hände voll zu
tun, die passende Location zu finden,
außerdem musste ein Soundsystem her, das auch
noch in den hinteren Reihen gehört werden
konnte. Erst nach langem Suchen fand man im
ländlichen Bethel, einem Dorf von gerade mal
3900 Einwohnern, einen geeigneten Ort. Die
Einwohner waren zunächst alles andere als
begeistert, doch als man erfuhr, dass bereits
180000 (!) Tickets verkauft wurden, willigte man
schließlich ein. Auch bei der Auswahl der
Künstler gab es Probleme: Bob Dylan hatte
bereits abgesagt, andere Stars wie Jimi Hendrix
stellten zunächst Gagenforderungen, die jeden
Rahmen gesprengt hätten. Doch wurde auch
dieses Problem gelöst, indem man aufstockte
und Hendrix versprach, dass er alleiniger Headliner
werden würde. Woodstock konnte starten.
Der Startschuß zu einem Festival, das
Geschichte machen sollte, fiel am 15.August 1969 um
exakt 17:07. Der erste Tag begann mit Folk, Joan
Baez war Headliner, daneben traten unter anderem
noch Melanie, Arlo Guthrie oder Ravi Shankar auf.
Die Musiker mussten aufgrund des extremen Andrangs
mit eigens angemieteten Helikoptern auf die
Bühne gebracht werden, doch verlief Tag 1 des
Festivals letztlich reibungslos. Am zweiten Tag
wurde es schon lauter. Die Veranstalter hatten
angesichts der vielen Rock´n Roll
Anhängern schon Sorgen, dass es zu
Ausschreitungen kommen würde. Doch verlief
trotz einer Besucherzahl von geschätzten
250000 alles friedlich, als Jefferson Airplane, The
Who, Janis Joplin, The Grateful Dead, Canned Heat,
Santana und einige andere die Bühne betraten.
Im strömenden Regen verwandelte sich das
Festivalgelände in eine einzige
Schlammwüste, was jedoch der guten und
friedlichen Stimmung keinen Abbruch tat. Grateful
Dead Frontmann Jerry Garcia erinnerte sich, dass
die Band bis zu den Knien im Wasser stand und
ständig kleine Stromschläge aus ihren
E-Gitarren bekam. Es muss wohl der
ungewöhnlichste Auftritt gewesen sein, den die
Band bis dato hatte.
Am dritten und letzten Tag stand wiederum Rock auf
dem Programm. Neben dem Headliner Jimi Hendrix
standen Joe Cocker, Crosby, Stills & Nash, Ten
Years After und Johnny Winter auf der Bühne.
Ursprünglich war auch ein Auftritt von Iron
Butterfly geplant, der jedoch wegen des zu harten
Sounds (!) abgesagt wurde. An diesem letzten Tag
wurde auch die unglaubliche Zahl von 450000
Zuschauern gezählt. Der Mythos war längst
geboren. Spätestens als Hendrix zum
Abschluß des Festivals sein "Star-Spangled
Banner" spielte, war allen klar: Hier wurde
Musik-Geschichte geschrieben. (getgo)
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