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Kaspar Hauser - der Film

Kaspar Hauser

FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Darsteller: André Eisermann, Jeremy Clyde
Regie: Peter Sehr
Musik: Nikos Mamangakis

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Kaspar Hauser -
der Film

Am Pfingstmontag des Jahres 1828 wird der 12 Jahre lang in einem Nürnberger Keller eingesperrte Kaspar Hauser freigelassen. Etwa 5½ Jahre später stirbt er an einer Stichwunde. Sein Fall gehört zu den berühmtesten der deutschen Kriminalgeschichten des 19. Jahrhunderts und hat schon zu seinen Lebzeiten für ungeheures Aufsehen gesorgt. Schon damals hieß es, dass er im Frühjahr 1812 als Erbprinz des Hauses Baden zur Welt gekommen ist und schon kurze Zeit nach seiner Geburt im Auftrag der Gräfin Hochberg entführt wurde, die so die Erbfolge ihrer eigenen Linie sichern wollte.

Peter Sehr hat sich bei seiner Verfilmung des Schicksals Kaspar Hausers für diese nie zweifelsfrei bewiesene politische Interpretation der Ereignisse entschieden. Sein Findling, den André Eisermann eindrucksvoll verkörpert, ist das Opfer einer verkommenen, nur noch durch Intrigen und Machtmissbrauch aufrechterhaltenen Politik. Die Adligen, allen voran die Gräfin Hochberg (Katharina Thalbach in ihrer vielleicht besten Kinorolle) und Ludwig von Baden (Uwe Ochsenknecht), erinnern dabei an die Herrschenden, die in den bürgerlichen Trauerspielen Schillers und Lessings die Menschen verderben und zugrunde richten.

Damit stellt sich Sehr mit seinem Film ganz bewusst in die literarische Tradition, die zu Kaspar Hausers Zeiten vorherrschte, und verleiht seiner Fiktion neben der historischen auch eine künstlerische Authentizität, nur dass bei ihm das Bürgertum den Machenschaften des Adels nichts entgegenzusetzen hat. Ein äußerst düsteres Bild der Zeit entsteht, das zugleich aber weit über die konkreten historischen Ereignisse hinausgeht. Peter Sehr, der Elemente des bürgerlichen Trauerspiels sehr Kino-wirksam mit Thriller- und Melodram-Momenten verknüpft, verwandelt Kaspar Hauser in ein zeitloses Lehrstück über Macht, ihren Erhalt und ihre Pervertierung.

Aber der Film besticht nicht nur durch seine konsequente Inszenierung. Gernot Rolls Kameraarbeit, die zwar auf Realismus angelegt ist, aber zugleich mit ihren Stilisierungen Sehrs Ideen in mächtige Bilder umsetzt, gehört visuell zum Aufregendsten, was das deutsche Kino in den 90ern hervorgebracht hat. (Sascha Westphal)


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