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Anselm Feuerbach (1775 -
1833)
Paul Johann Anselm Feuerbach wurde am 14. November
1775 in Hainichen bei Jena geboren. Nach seiner
juristischen Ausbildung erhielt der 25jährige
eine Professur in Jena, wechselte 1802 nach Kiel,
lehrte 1804 in Landshut und gab 1805 seine
akademische Lehrtätigkeit auf.
Im selben Jahr trat er in das bayerische
Justizdepartment in München ein. 1806 wurde
unter seiner Mitwirkung die Folter in Bayern
abgeschafft. 1808 wurde Paul Johann Anselm
Feuerbach nicht nur Mitglied des Staatsrates
sondern auch zum Ritter erhoben.
Seine Überlegungen, Androhung von Strafe
könne auf potenzielle Straftäter
abschreckend wirken, fanden 1813 in dem von ihm
geschaffenen Bayerischen Strafgesetzbuch Eingang.
Paul Johann Anselm Ritter von Feuerbachs Grundsatz
"Keine Strafe ohne Gesetz" wurde zur Grundlage der
Rechtssysteme zahlreicher Staaten des 19.
Jahrhunderts. Seine konstruktiv kritischen
Ausführungen zu Rechtsfragen ließen ihm
zum Begründer der modernen deutschen
Strafrechtslehre werden.
1814 wurde Paul Johann Anselm Ritter von Feuerbach
zum Zweiten Präsidenten des
Appellationsgerichts Bamberg berufen. Drei Jahre
später erfolgte seine Ernennung zum Ersten
Präsidenten des Berufungsgerichts Ansbach.
Als 1828 Kaspar Hauser in Nürnberg auftauchte,
nahm sich Paul Johann Anselm Ritter von Feuerbach
seiner als Vormund an. 1832 veröffentlichte er
seine Studie "Kaspar Hauser. Beispiel eines
Verbrechens am Seelenleben des Menschen". Paul
Johann Anselm Ritter von Feuerbachs Versuche, Licht
ins Dunkel der Herkunft des Nürnberger
Findelkindes zu bringen, ließen ihn zu der
Überzeugung kommen, Kaspar Hauser sei "ein
Kind fürstlicher Eltern, welches
hinweggeschafft worden ist, um anderen denen er im
Wege stand, die Sukzession zu eröffnen."
Der engagierte Jurist wollte auch über Belege
für seine Überzeugung verfügen.
Präsentieren konnte Paul Johann Anselm Ritter
von Feuerbach diese nicht mehr. Am 29. Mai 1833
starb er in Frankfurt m Main. In seinem Nachlass
wurden keine stichhaltigen Beweise über Kaspar
Hausers Herkunft gefunden.
Sieben Monate später wurde sein
Schützling Kaspar Hauser Opfer eines
tödlichen Attentats. (RW)
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