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Biografie Hans Goltz

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Wir erkrankten alle an Lungentuberkulose. Bei uns Kindern konnte die Tbc geheilt werden, jedoch nicht bei unserer Mutter. Wir Kinder wurden mehrmals - getrennt voneinander - in Fürsorgeheimen untergebracht. Wir litten deshalb unter erheblichen psychischen Qualen, die gesundheitliche Dauerschäden zur Folge hatten. ... "Es kann doch nicht im Sinne des Staates sein, eine allein stehende Mutter von 3 Kindern, die durch die Folgen des Krieges und ihres körperlichen Leidens beruflich gehindert ist, einfach verhungern hungern zu lassen. ...Mein Ältester (sie meinte mich), der ebenfalls lang tuberkulös war, hat sich im Kinderheim gut erholt, nur um jetzt ins Elend zurückzukehren. ...unsere wirtschaftliche Not wird in allernächster Zeit eine wiederholte Einweisung ins Krankenhaus notwendig machen, was doch sehr viel mehr kostet, als die von mir beantragte Hilfe." So schreibt meine Mutter an das das Städtische Gesundheitsamt München, am 27.10.1954. Im Dezember 1957 war meine Mutter sicherlich wieder im Lungen-Sanatorium und wir Kinder im Heim oder unter Aufsicht der Nachbarn alleine zu Hause, jedenfalls schwer erreichbar für eine Einladung "zur Benennung einer Straße nach ihrem Vater bzw. meinem Großvater" Hans Goltz - als Würdigung seiner Pionierarbeit in der neuen Kunst als Galerist, Kunsthändler und -förderer sowie Verleger und Buchhändler in München. "München leuchtete" bzw. glimmte damals für die Tochter von Hans Goltz (einer der bedeutendsten Kunsthändler schlechthin) und ihre Kinder, aber, wie es sich trifft und fügt, die kleine Flamme konnte nicht leben und nicht sterben, und als sie sich endlich doch ein "schwindsüchtiges Dasein" erkämpft hatte, blieb sie glanzlos wie gelbes, schmutziges Blech.

 

 


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