|
Künstler, die in der Galerie
Hans Goltz ausgestellt wurden
Max Pechstein nahm bei der
zweiten Ausstellung des "Blauen Reiter" bei Hans
Goltz im Jahre 1912 teil. Von ihm waren 38 Werke
ausgestellt. Auch danach wurden
regelmäßig Arbeiten von ihm bei Goltz
präsentiert
Hermann Max Pechstein wurde am 31. Dezember 1881
als Sohn eines Fabrikarbeiters in Zwickau geboren.
1898 begann er eine Lehre bei einem
Dekorationsmaler und ab 1902 studierte er an der
Dresdener Kunstakademie.
Nach der Bekanntschaft mit Erich
Heckel im Jahre 1906 wurde Pechstein
Mitglied der Künstlergruppe die "Brücke". In Paris lernte er 1907
Künstler der "Fauves" ("Die Wilden") kennen ,
welche wie die Künstler der "Brücke" den
Impressionismus überwinden wollen.
1908 übersiedelte Pechstein nach Berlin und
wurde Mitglied der "Berliner Secession". Zur
Frühjahrsausstellung 1910 der "Berliner
Secession" wurden die Werke der Künstler der
"Brücke" abgelehnt. Daraufhin wurde Pechstein
Mitbegründer der "Neuen Secession".
Gemeinsam mit Ernst Ludwig Kirchner eröffnete
er 1911 das MUIM-Institut ("Moderner Unterricht in
Malen"), das jedoch erfolglos blieb. Die
Künstler der "Brücke" traten 1912 aus der
"Neuen Secession" aus und beschlossen, sich nur
noch als Gruppe an Ausstellungen zu beteiligen.
Aufgrund Pechssteins Teilnahme an einer Ausstellung
der "Berliner Secession" wurde er aus der
"Brücke" ausgeschlossen.
1912 nahm er an der zweiten Ausstellung der "Blauen
Reiter" in der Galerie Hans Goltz in München
teil.
1914 reiste er durch Europa und weiter über
Hongkong zu den Palau-Inseln (Südsee), die zu
den Kolonien des Deutschen Reichs gehörten.
Mit Beginn des Ersten Weltkriegs besetzen die
Japaner die Kolonie und Pechstein musste nach
Manila fliehen. Es entstanden die
Lithographien-Folge "Reisebilder" sowie eine Reihe
von Ölbildern, von denen heute aufgrund der
Kriegsverluste nur noch "Monsunstimmung in Palau"
erhalten ist.
1915 kehrte Pechstein nach Berlin zurück und
meldete sich umgehend zum
Militärdienstdienst.
1918 gründete er mit Erich Mendelsohn und
Rudolf Belling die Künstlervereinigung
"Novembergruppe", die sich zur Novemberrevolution
bekannte und deren politischen Ziele in den Bereich
der Kunst übernehmen will.
1923 wurde Pechstein zum Mitglied der
Preußischen Akademie der Künste ernannt
und erhielt eine Professur. 1925 gestaltete er
für Max Reinhardts Deutsches Theater in Berlin
die Bühnenbilder für eine Inszenierung
von Kleists "Käthchen von Heilbronn".
In den Jahren 1928 bis 1933 hielt sich Pechstein am
Gardasee, in Frankreich und in der Schweiz auf.
Pechstein wurde 1933 von den Nationalsozialisten
aus seinem Lehramt entlassen und erhielt
Malverbot.
1935 hatte er erste Ausstellungen in den USA, die
er dazu nutzte, um einige seiner Bilder dem Zugriff
der Nationalsozialisten zu entziehen. 1937 wurde er
aus der Preußischen Akademie der Künste
ausgeschlossen. Die Nationalsozialisten
diffamierten Pechsteins Arbeiten als "entartete
Kunst" und beschlagnahmten über 300
seiner Werke aus deutschen Museen. Einige seiner
Arbeiten werden in der Ausstellung "Entartete
Kunst" gezeigt.
Von 1939 bis 1945 hielt er sich abwechselnd in
Berlin, Leba sowie am Koser See auf und zog sich in
den letzten Kriegsjahren nach Pommern
zurück.
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs kehrte er nach
Berlin zurück und wurde als Lehrer an die
dortige Hochschule für Bildende Künste
berufen.
Am 29. Juni 1955 starb Max Pechstein in Berlin.
(WP)
|

Max Pechstein
Gebundene Ausgabe
202 Seiten
Kettler Verlag

Zum
Thema:

Ausstellungen
der Galerie Goltz von 1912 bis 1927
|