|
Künstler, die in der Galerie
Hans Goltz ausgestellt wurden
In der zweiten Gesamtausstellung
des Blauen Reiter in der Galerie Goltz im Oktober
1912 wurde ein Werk von Malewitsch ("Bauernkopf")
ausgestellt.
Im "Kulturweltspiegel" des WDR wurde am 20. Juni 1999
ein bemerkenswerter Bericht über "Beutekunst"
und "den Fall Malewitsch" ausgestrahlt. In einer
Presseerklärung dazu konnte man lesen:
Der Fall Malewitsch

Er gehört zu den Wegbereitern der abstrakten
Kunst: der 1878 in Kiew geborene und 1935 in
Leningrad gestorbene russische
Avantgardekünstler Kasimir Malewitsch, der mit
seinem Postulat des "Suprematismus" mit einem
Schlag die Malerei vom Ballast der
Gegenständlichkeit befreite.
Als "anonyme Leihgabe" schmückten sieben
seiner Werke über Jahrzehnte die Sammlung des
New Yorker "Museum of Modern Art". Ein
Kunstdetektiv, der Kölner Clemens Toussaint,
verhalf nun den Erben zu ihrem Recht: Sechs Jahre
dauerten die Verhandlungen, bis sich das New Yorker
"Museum of Modern Art" und die Erbengemeinschaft
des Künstlers am Freitag auf einen Vergleich
einigten. Für sechs Bilder Malewitschs werden
die Erben mit einer Summe in Höhe von mehreren
Millionen Dollar vom "Museum of Modern Art"
entschädigt, das siebte Bild befindet sich
bereits auf dem Weg zurück nach Europa. Ein
Hauptwerk des Künstlers ist nach
Schätzungen der Zeitschrift artnews derzeit
zwischen fünf und acht Millionen Dollar
wert.
Die gut 30 Erben - Enkel, Neffen oder Nichten
Malewitschs - machte Clemens Toussaint während
mehrjähriger Recherchen in Rußland,
Turkmenistan, in der Urkraine und in Polen
ausfindig. Keiner der Nachfahren ahnte, daß
er Eigentümer eines Millionenvermögen
ist. Die meisten waren verarmt und hatten vor
Stalins Kunstkommissaren in entlegene Gegenden der
ehemaligen Sowjetunion und andere Ostblockstaaten
fliehen müssen. Die Erbengemeinschaft will das
jetzt an sie fallende Vermögen unter sich
aufteilen und damit unter anderem eine Stiftung ins
Leben rufen, die den künstlerischen
Nachlaß Kasimir Malewitschs verwalten soll.
Aus Angst vor der Russen-Mafia haben die meisten
Erben Rußland inzwischen verlassen. Von
Berlin nach New York - Die Odyssee der Bilder 1927
reiste Kasimir Malewitsch zur "Berliner
Großen Kunstaustellung". Im Gepäck hatte
er 70 seiner besten Werke, darüber hinaus
zahlreiche Zeichnungen, Modelle und Schriften -
heute ein Kunstschatz von ungeheurem Wert.
Noch während die Ausstellung in Berlin lief,
mußte Malewitsch jedoch in die Sowjetunion
zurückkehren, die er bis zu seinem Tod 1935
nicht mehr verlassen durfte. Seine Kunstwerke
vertraute er dem Kurator der Berliner Ausstellung,
Hugo Häring, an.
Von dort gelangten sie in die Hände Alexander
Dorners. Der damalige Direktor des
Provinzialmuseums in Hannover galt als
Förderer moderner Kunst in Deutschland. Eine
Position, die 1935, als die Nationalsozialisten
bereits gegen die "entartete
Kunst" vorgingen, lebensgefährlich
geworden war. Dorner versteckte die
Malewitsch-Werke im Keller und zeigte sie dem
Gründungsdirektor des "Museum of Modern Art",
Alfred Barr.
Clemens Toussaint vermutet, daß Dorner dem
amerikanischen Kollegen einen Teil der Bilder im
Tausch gegen ein Visum für die USA angeboten
hat und sich damit Freiheit und Leben erkaufte.
Seither hingen sechs Malewitsch-Bilder in der
Sammlung des "Museum of Modern Art" - als "anonyme
Leihgabe". Das machte den Kölner Kunstdetektiv
stutzig. Vor gut 10 Jahren stieß er dann auf
eine heiße Spur. Er entdeckte einen Brief
Alexander Dorners, in dem es heißt, daß
die Malewitsch-Werke lediglich "Leihgaben auf
jederzeitigen Widerruf" seien. Für Clemens
Toussaint stand damit fest, daß die
rechtmäßigen Eigentümer die Erben
des Künstlers waren. Doch die mußten
erst einmal gefunden werden. Gegen amerikanische
Dollar bekam Toussaint aus den Archiven des KGB die
entscheidenden Hinweise.
Mit dem jetzt ausgehandelten Vergleich zwischen dem
"Museum of Modern Art" und den
Malewitsch-Nachfahren hat die Aufarbeitung der im
Zweiten Weltkrieg verschollenen oder verschleppten
Beutekunst eine neue Qualität erreicht. Noch
immer gibt es Tausende von Werken, die als
vermißt gelten, sich in Wahrheit aber in
privaten oder staatlichen Sammlungen befinden. Auch
die Akte Malewitsch kann mit dem Vergleich noch
nicht endgültig geschlossen werden. Denn unter
Umgehung der Erben erwarb allein das Stedelijk
Museum in Amsterdam 1957 unter bisher nicht
eindeutig geklärten Umständen weitere 36
Werke des Künstlers.
|

|
Kasimir Malewitsch
1878-1935 und der Suprematismus.
Von Kazimir Malevic, Gilles Neret
Broschiert, Taschen Verlag

|
|

Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch
von Hans-Peter Riese
Broschiert, 158 Seiten,
Rowohlt Taschenbuch

|
Zum
Thema:

Ausstellungen
der Galerie Goltz von 1912 bis 1927

Die
Machenschaften um
Paul
Klees Bild "Sumpflegende"

Auch
Schiele-Bilder fielen teilweise dem Kunstraub zum
Opfer

Die
abenteuerliche Geschichte der Sophie
Lissitzky-Küppers und ihrer
Kunstsammlung

Das
Buch zum Thema: "Raubkunst -
Kunstraub"

Der
rechliche Status von Beutekunst
|