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Künstler, die in der Galerie
Hans Goltz ausgestellt wurden
Von Adolf Hölzel waren in
der zweiten Gesamtausstellung des Jahres 1913 und
1922 in der Jubiläumsausstellung zum
10jährigen Bestehen der Galerie Hans Goltz
Arbeiten zu sehen.
Geboren wurde Adolf Hölzel am 13. Mai 1853 im
damals zu Österreich gehörenden
Olmütz. Sein Vater betrieb ein gut gehende
"Buch-, Kunst- und Musikalienhandlung" und sah in
ihm seinen Nachfolger, weswegen Adolf Hölzel
mit 15 Jahren zur Schriftsetzerausbildung in ein
renommiertes Verlagshaus im thüringischen
Gotha geschickt wurde. Mal- und Zeichenunterricht,
sowie Unterricht im Geigenspiel begleiteten die
Berufsausbildung.
1871 zog die Familie Hölzel nach Wien um. Im
darauf folgenden Jahr begann der 19jährige
Adolf Hölzel das Kunststudium an der Wiener
Akademie, das er von einem einjährigen
Militärdienst unterbrochen, fortsetzte und von
1876 bis 1882 in München absolvierte.
Danach betätigte er sich als freier Maler,
gründete eine Familie und musste den
Zusammenbruch des väterlichen Geschäftes
erleben, welches nach dem Tod des Vaters im Jahr
1885 von Bruder und Schwager in den Ruin
gewirtschaftet worden war.
1887 unternahm Adolf Hölzel eine Studienreise
nach Paris. Die Arbeiten Edouard Manets und Claude
Monets beeindruckten den jungen Maler derart, dass
er im Herbst desselben Jahres aus der bayerischen
Metropole in das ruhigere Dachau übersiedelte,
um sich in der Zurückgezogenheit mit den mit
der zeitgenössischen deutschen Malerei so gar
nichts gemein habenden Malstilen der beiden
Franzosen auseinanderzusetzen.
Nicht nur aus künstlerischen, sondern wohl
auch aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus
eröffnete Adolf Hölzel 1891 eine private
Malschule in Dachau, die sich regen Zulaufs
erfreute und die er 14 Jahre lang unterhielt, bis
er zum Leiter der Komponierklasse an die
Stuttgarter Kunstakademie berufen wurden.
Bis dahin tat sich allerdings noch etliches in
Adolf Hölzels Leben. 1892 zählte er zu
den Mitbegründern der Münchner Sezession.
Zwei Jahre später schloss er sich mit Ludwig
Dill und Arthur Langhammer zur Arbeitsgemeinschaft
"Neu Dachau" zusammen, die mir einer
charakteristischen Stilbildung aufwartete. 1901
publizierte er sein erstes kunsttheoretisches Werk
"Über Formen und Massenverteilung im Bilde".
1905 unternahm er eine Reise nach Italien und malte
seine Komposition in Rot, die allerdings erst 1916
im Kunstverein Freiburg anlässlich der
Ausstellung "Hölzel und sein Kreis" gezeigt
wurde. Da waren die Arbeiten Wassily Kandinskys
bereits als bahnbrechend für die Kunstrichtung
Expressionismus eingeschätzt gewesen.
Nach dem Umzug der Malerfamilie nach Stuttgart nahm
Adolf Hölzel 1906 seine Lehrtätigkeit an
der "Königlichen Akademie der Bildenden
Künste" auf, die er bis zum 15. März 1919
ausübte. Während dieser Zeit verhalf er
der Akademie zur Weltgeltung.
Neben seiner Lehrtätigkeit erledigte er, auch
mit seinen Schülern zusammen, Auftragsarbeiten
und nahm sich ab 1908 Meisterschülern an, die
zu denen Johannes Itten und Oskar
Schlemmer zählten.
Die Weiterentwicklung seines persönlichen
Malstils pflegte der disziplinierte Künstler,
der mit "täglichen tausend Strichen" als
"handliche" Übungen seinen Arbeitstag begann,
darüber hinaus.
Kurz vor Adolf Hölzels Pensionierung fand 1918
in Hannover die erste große Retrospektive
seiner bis dahin geschaffenen Werke statt und hatte
in der Kunstwelt Einzigartiges zur Folge. Der
Inhaber der Günther Wagner Pelikan Werke,
Fritz Beindorff, kaufte alle Exponate dieser
Ausstellung.
Der Ruhestand ließ Adolf Hölzel nicht
untätig werden. Er gab privaten Unterricht,
hielt Vorlesungen an der "Freien Kunstschule" in
Stuttgart und konzentrierte sich auf Pastellmalerei
und Glasfenstergestaltung, weswegen er zu den
ersten abstrakten Glasfenstergestaltern in der
Kunst- und Architekturgeschichte zu rechnen
ist.
Zu seinem 80. Geburtstag war eine große
Ausstellung, die wieder unter dem Leitwort
"Hölzel und sein Kreis" gestaltet werden
sollte, geplant. Wegen der Machtübernahme der
Nationalsozialisten wurde sie allerdings nicht
verwirklicht.
Im Jahr darauf starb Adolf Hölzel am 17.
Oktober 1934 in Stuttgart. (RW)
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Adolf Hölzel. Der
verkannte Revolutionär
von Karin von Maur
Gebundene Ausgabe, Hohenheim Verlag
Erscheinungsdatum: April 2004

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Der verkannte Revolutionär
Adolf
Hölzel
Werk und
Wirkung
Zum 150. Geburtstag Adolf Hölzels hat Karin
von Maur Leben und Wirken des "Malers und Denkers"
in einem 200seitigen Buch im Sonderformat
zusammengefasst.
Flüssig, kenntnisreich und gekonnt vermittelt
sie Wissenswertes, als säße sie
interessierten Zuhörern gegenüber und
habe zur optischen Bereicherung des Vorgetragenen
gleich noch einen ganzen Stapel an wohl sortierten
Bildern zur Hand, womit sie die einzelnen
Schaffensperioden des "liebenswürdigen
Österreichers" vor Augen führen kann.
In fünf Kapiteln wird der Entwicklung Adolf
Hölzels vom realistischen Genre-Maler zum
Gestalter des Gegenstandsfreien nachgegangen,
wodurch recht bald deutlich wird, dass nicht nur
die Mitglieder der
Brücke und die
sich um die Redaktionsgemeinschaft Der
Blaue Reiter
gesammelten Künstler zu den Impulsgebern der
modernen Kunst in Deutschland zu rechnen sind. Die
eingearbeiteten Bilder, versehen mit
Erklärendem wie beispielsweise zu Farbwahl und
Flächeneinteilung, zeugen dabei vom Wandel im
Malstil des Pädagogen und Theoretikers.
Jedem Entwicklungsschritt wird Aufmerksamkeit
gewidmet, vom Repräsentanten der Münchner
Schule bis hin zum Gestalter abstrakter
Glasfenster. Mit einbezogen sind die
Lehrtätigkeit Adolf Hölzels mit seiner
Methode: sehen lernen und seiner permanenten
Auseinandersetzung mit Linie, Form, Farbe und der
Hell-Dunkel-Wirkung, sowie seine Bedeutung für
die europäische Moderne, die im letzten
Kapitel untersucht wird.
Biografische Daten, ein Verzeichnis der
Abbildungen, wozu unter anderem 100 Gemälde
und 78 Arbeiten auf Papier zählen, sowie ein
Personenregister beschließen die
Beschäftigung mit dem Mann, der seinen
"Farbenpelz" aufgeknöpft hat und zum Wolf
wurde: "In den stärksten Farben, höchst
unakademisch und ganz modern", wie Willi
Baumeister, einer seiner Stuttgarter Schüler,
zitiert wird.
Bilderliebhaber und Kunstfreunde haben allen Grund
zur Freude darüber, dass Adolf Hölzel zum
Wolf geworden ist. Es wird ihnen nun zudem die
Möglichkeit eröffnet, seine
Schöpfungen und Karin von Maurs Worte in
diesem besonderen Buch genießen.
(Rika Wettstein, Baden-Baden)
Das Buch ist im Hohenheim Verlag erschienen.
Zum
Thema:
Ausstellungen
der Galerie Goltz
von
1912 bis 1927
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