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Künstler, die in der Galerie
Hans Goltz ausgestellt wurden
Erich Heckel nahm bei der
zweiten Ausstellung des "Blauen Reiter" bei Hans
Goltz im Jahre 1912 teil. Von ihm waren 28 Werke
ausgestellt, Holzschnitte, Lithographien,
Radierungen und Zeichnungen. Auch danach wurden
regelmäßig Arbeiten von ihm bei Goltz
präsentiert
Erich Heckel wurde am 31. Juli 1883 in
Döbeln/Sachsen geboren. In Dresden begann er
ein Architekturstudium, als Maler und Graphiker war
er Autodidakt. Ursprünglich tendierte er eher
zur Literatur als zur bildenden Kunst.
Im Juni 1905 gründete Heckel in Dresden mit
Ernst Ludwig
Kirchner, Karl
Schmidt-Rottluff und Fritz Bleyl (der bald wieder
ausschied) die Künstlergruppe "Die
Brücke", zu der später Max
Pechstein, für kurze Zeit auch
Emil
Nolde und ab 1911 Otto
Mueller und andere hinzustießen.
Fortan hatte die Künstelrgruppe eine rege
Ausstellungstätigkeit. Die Gruppe gewann in
den Folgejahren "passive" Mitglieder, die sich
für ihre Kunst interessierten und auch die
ersten Käufer ihrer Werke wurden.
Alljährlich erschien eine "Brücke-Mappe"
mit Originalgraphiken.
Von 1907 bis 1910 verbrachte Heckel längere
Aufenthalte mit Schmidt-Rottluff in Dangast an der
Nordsee, 1909 reiste er nach Italien. In Dresden
hatte er zeitweise eine Ateliergemeinschaft mit
Kirchner. Von 1909 bis 1911 mit Kirchner und
gelegentlich auch mit Pechstein, sowie den
Freundinnen und Modellen, erfolgten sommerliche
Aufenthalte an den Moritzburger Teichen bei
Dresden, um Aktmalerei in freier Bewegung in freier
Natur zu betreiben.
Im Herbst 1911 übersiedelte er zusammen mit
seiner künftigen Frau Siddi nach Berlin, wo
sich die moderne Kunst in Deutschland konzentrierte
und die entscheidenden Richtungskämpfe, aus
denen der Expressionismus als Sieger hervorgehen
soltte, ausgetragen wurde. 1912 hatte er
Begegnungen mit anderen Künstlern wie
Lyonel
Feininger, Franz
Marc, August
Macke und nahm an großen
Sonderbund-Ausstellung in Köln teil, wo er
seine Arbeiten zusammen mit den großen
französischen Malern der Moderne
präsentieren konnte.
Im Mai 1913 löste sich die Kunstlergruppe
"Brücke" auf, Heckel hatte seine erste
Einzelausstellung bei Fritz Gurlitt in Berlin. Ab
Juni 1913 bis 1943 verbrachte er die Sommer- und
Herbstmonate an der Flensburger Förde, im
Dörfchen Osterholz, um dort zu arbeiten.
Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges ließ
er sich zum Krankenpfleger ausbilden und
absolvierte seinen Militärdienst als
Sanitäter in Flandern, zusammen mit einigen
anderen Malern. Es folgten Begegnungen mit Max
Beckmann und James Ensor. Dank geschickter
Diensteinteilung hatte Heckel die Möglichkeit,
seine künstlerische Arbeit auch während
der Miltärzeit fortzusetzen.
1915 malte er anlässlich einer Weihnachtsfeier
für Verwundete auf zwei Zeltbahnen die so
genannte "Ostender Madonna", die bis 1937 als
Leihgabe in der Berliner Nationalgalerie
(Kronprinzenpalais) hing, aber 1945 durch Brand
zerstört wurde.
Nach Kriegsende wurde Heckel 1918
Gründungsmitglied des "Arbeitsrats für
Kunst" und konnte sich so als Mitglied der
Ankaufskommission der Nationalgalerie für die
Belange seiner Weggefährten einsetzen. 1919
erfolgte ein Umzug in eine Atelierwohnung in
Berlin-Wilmersdorf.
1922 bekam er den Auftrag, einen Raum im Erfurter
Angermuseum mit einem Wandbildzyklus in
Secco-Technik auszumalen, unter dem Motto
"Lebensstufen". Dies ist die einzige Wandmalerei
der Brücke-Künstler, die sich bis heute
erhalten hat.
Seit 1920 unternahm er Reisen nach
Südfrankreich und Italien, um
Landschaftsaquarelle zu malen. Bis zum
Ausstellungsverbot durch die Nationalsozialisten
nahm er an zahlreichen Einzel- und
Gruppenausstellungen teil.
Im Zuge der Aktion "entartete
Kunst" wurden über 700 seiner
Arbeiten aus deutschen Museen entfernt und im
Januar 1944 wurde sein Atelier in Berlin durch
einen Bombenangriff zerstört, wodurch
zahlreiche Arbeiten verloren gingen. Kurz nach
Kriegsende wurden von ihm ausgelagerte Gemälde
durch Brandstiftung zerstört.
Heckel übersiedelte nach Hemmenhofen am
Bodensee, wo er bis zu seinem Lebensende
wohnte.
Von 1949 bis 1955 hatte er einen Lehrauftrag an der
Akademie der Bildenden Künste in
Karlsruhe.
In den letzten Lebensjahren übergab er einen
Großteil seines Werks in Form von Schenkungen
und Stiftungen an öffentliche Sammlungen, vor
allem an das neugegründete Brücke-Museum
in Berlin.
Erich Heckel starb am 27. Januar 1970 in
Radolfzell.
Werk

Heckels Werk erstreckte sich über sechs
Jahrzehnte. Der Stil seiner frühen, pastosen
Bilder war angeregt von den Arbeiten van Goghs und
dem französischen Postimpressionismus.
Ab 1908 war ein Übergang zu einer
flächigen Malerei mit flüssigen Farben zu
erkennen und um 1910 wurde von ihm ein
ausgeprägter Gruppenstil erreicht, den er aber
nach Auflösung der "Brücke" zugunsten
individueller Bildlösungen wieder aufgab. Die
reinen Farben wurden nun gebrochen, die Formen
verwinkelt, und ein psychologisches Durchdringen
der Figuren wurde von Heckel angestrebt.
In der Druckgraphik (Holzschnitte, Lithographien
und Radierungen) fand Heckel schon sehr früh
zu hoher Eigenständigkeit. Einige seiner
Holzschnitte zählen heute zu den
stärksten Leistungen des deutschen
Expressionismus.
Nach dem Ersten Weltkrieg entwickelte er einer
neuen, weltzugewandten klassischen Stil, der mit
größerer Naturnähe und einer
Aufhellung der Palette einherging. Das
bildmäßig durchgearbeitete
Landschaftsaquarell wurde zu seinem bevorzugtenn
Sujet, daneben entstanden Städte- und
Hafenbilder.
In den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts
beschäftigte sich Heckel mit dem Themen "Akte
am Strand" und "Blumenstilleben" mit komplexen
Bildhintergründen.
In seinem Spätwerk konzentrierte er sich
wieder auf die Flächigkeit des Bildes und die
ornamentale Autonomie des Bildes erhielt wieder
mehr Gewicht gegenüber der Wiedergabe des
unmittelbaren Seherlebnisses.
(WP)
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Künstlergruppe Brücke
von Horst Jähner
463 Seiten
Henschel Verlag

Zum
Thema:

Ausstellungen
der Galerie Goltz von 1912 bis 1927
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