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Biografie Hans Goltz

Die Jahre 1911-1927

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Künstler, die in der Galerie Hans Goltz ausgestellt wurden

  Erich Heckel nahm bei der zweiten Ausstellung des "Blauen Reiter" bei Hans Goltz im Jahre 1912 teil. Von ihm waren 28 Werke ausgestellt, Holzschnitte, Lithographien, Radierungen und Zeichnungen. Auch danach wurden regelmäßig Arbeiten von ihm bei Goltz präsentiert


Erich Heckel wurde am 31. Juli 1883 in Döbeln/Sachsen geboren. In Dresden begann er ein Architekturstudium, als Maler und Graphiker war er Autodidakt. Ursprünglich tendierte er eher zur Literatur als zur bildenden Kunst.

Im Juni 1905 gründete Heckel in Dresden mit
Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff und Fritz Bleyl (der bald wieder ausschied) die Künstlergruppe "Die Brücke", zu der später Max Pechstein, für kurze Zeit auch Emil Nolde und ab 1911 Otto Mueller und andere hinzustießen. Fortan hatte die Künstelrgruppe eine rege Ausstellungstätigkeit. Die Gruppe gewann in den Folgejahren "passive" Mitglieder, die sich für ihre Kunst interessierten und auch die ersten Käufer ihrer Werke wurden. Alljährlich erschien eine "Brücke-Mappe" mit Originalgraphiken.

Von 1907 bis 1910 verbrachte Heckel längere Aufenthalte mit Schmidt-Rottluff in Dangast an der Nordsee, 1909 reiste er nach Italien. In Dresden hatte er zeitweise eine Ateliergemeinschaft mit Kirchner. Von 1909 bis 1911 mit Kirchner und gelegentlich auch mit Pechstein, sowie den Freundinnen und Modellen, erfolgten sommerliche Aufenthalte an den Moritzburger Teichen bei Dresden, um Aktmalerei in freier Bewegung in freier Natur zu betreiben.

Im Herbst 1911 übersiedelte er zusammen mit seiner künftigen Frau Siddi nach Berlin, wo sich die moderne Kunst in Deutschland konzentrierte und die entscheidenden Richtungskämpfe, aus denen der Expressionismus als Sieger hervorgehen soltte, ausgetragen wurde. 1912 hatte er Begegnungen mit anderen Künstlern wie
Lyonel Feininger, Franz Marc, August Macke und nahm an großen Sonderbund-Ausstellung in Köln teil, wo er seine Arbeiten zusammen mit den großen französischen Malern der Moderne präsentieren konnte.

Im Mai 1913 löste sich die Kunstlergruppe "Brücke" auf, Heckel hatte seine erste Einzelausstellung bei Fritz Gurlitt in Berlin. Ab Juni 1913 bis 1943 verbrachte er die Sommer- und Herbstmonate an der Flensburger Förde, im Dörfchen Osterholz, um dort zu arbeiten.

Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges ließ er sich zum Krankenpfleger ausbilden und absolvierte seinen Militärdienst als Sanitäter in Flandern, zusammen mit einigen anderen Malern. Es folgten Begegnungen mit Max Beckmann und James Ensor. Dank geschickter Diensteinteilung hatte Heckel die Möglichkeit, seine künstlerische Arbeit auch während der Miltärzeit fortzusetzen.

1915 malte er anlässlich einer Weihnachtsfeier für Verwundete auf zwei Zeltbahnen die so genannte "Ostender Madonna", die bis 1937 als Leihgabe in der Berliner Nationalgalerie (Kronprinzenpalais) hing, aber 1945 durch Brand zerstört wurde.

Nach Kriegsende wurde Heckel 1918 Gründungsmitglied des "Arbeitsrats für Kunst" und konnte sich so als Mitglied der Ankaufskommission der Nationalgalerie für die Belange seiner Weggefährten einsetzen. 1919 erfolgte ein Umzug in eine Atelierwohnung in Berlin-Wilmersdorf.

1922 bekam er den Auftrag, einen Raum im Erfurter Angermuseum mit einem Wandbildzyklus in Secco-Technik auszumalen, unter dem Motto "Lebensstufen". Dies ist die einzige Wandmalerei der Brücke-Künstler, die sich bis heute erhalten hat.

Seit 1920 unternahm er Reisen nach Südfrankreich und Italien, um Landschaftsaquarelle zu malen. Bis zum Ausstellungsverbot durch die Nationalsozialisten nahm er an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen teil.

Im Zuge der Aktion "
entartete Kunst" wurden über 700 seiner Arbeiten aus deutschen Museen entfernt und im Januar 1944 wurde sein Atelier in Berlin durch einen Bombenangriff zerstört, wodurch zahlreiche Arbeiten verloren gingen. Kurz nach Kriegsende wurden von ihm ausgelagerte Gemälde durch Brandstiftung zerstört.

Heckel übersiedelte nach Hemmenhofen am Bodensee, wo er bis zu seinem Lebensende wohnte.

Von 1949 bis 1955 hatte er einen Lehrauftrag an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe.

In den letzten Lebensjahren übergab er einen Großteil seines Werks in Form von Schenkungen und Stiftungen an öffentliche Sammlungen, vor allem an das neugegründete Brücke-Museum in Berlin.

Erich Heckel starb am 27. Januar 1970 in Radolfzell.


Werk

Heckels Werk erstreckte sich über sechs Jahrzehnte. Der Stil seiner frühen, pastosen Bilder war angeregt von den Arbeiten van Goghs und dem französischen Postimpressionismus.

Ab 1908 war ein Übergang zu einer flächigen Malerei mit flüssigen Farben zu erkennen und um 1910 wurde von ihm ein ausgeprägter Gruppenstil erreicht, den er aber nach Auflösung der "Brücke" zugunsten individueller Bildlösungen wieder aufgab. Die reinen Farben wurden nun gebrochen, die Formen verwinkelt, und ein psychologisches Durchdringen der Figuren wurde von Heckel angestrebt.

In der Druckgraphik (Holzschnitte, Lithographien und Radierungen) fand Heckel schon sehr früh zu hoher Eigenständigkeit. Einige seiner Holzschnitte zählen heute zu den stärksten Leistungen des deutschen Expressionismus.

Nach dem Ersten Weltkrieg entwickelte er einer neuen, weltzugewandten klassischen Stil, der mit größerer Naturnähe und einer Aufhellung der Palette einherging. Das bildmäßig durchgearbeitete Landschaftsaquarell wurde zu seinem bevorzugtenn Sujet, daneben entstanden Städte- und Hafenbilder.

In den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts beschäftigte sich Heckel mit dem Themen "Akte am Strand" und "Blumenstilleben" mit komplexen Bildhintergründen.

In seinem Spätwerk konzentrierte er sich wieder auf die Flächigkeit des Bildes und die ornamentale Autonomie des Bildes erhielt wieder mehr Gewicht gegenüber der Wiedergabe des unmittelbaren Seherlebnisses.
(WP)



künstlergruppe Brücke

Künstlergruppe Brücke
von Horst Jähner

463 Seiten
Henschel Verlag

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  Ausstellungen der Galerie Goltz von 1912 bis 1927



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