Hans Goltz war nicht nur als Buch-
und Kunsthändler tätig. Er verlegte auch
eine Vielzahl von Büchern, Katalogen und
Zeitschriften.
Die so genannten Goltz Künstler-Bände
waren mit handgemalten Einbänden,
beispielsweise des Grafikers und Malers Georg
Schrimpf, versehen.
Goltz Künstler-Bände. Jeder Einband
handgemalt von Georg Schrimpf. Andere Bücher wie das
Kleistsche Trauerspiel "Penthesilea" waren mit
teilweise handkolorierten Lithografien, wie z. B.
von Richard Seewald, versehen. Sie werden heute von
Sammlern geschätzt und sind absolute
bibliophile Raritäten.
Diese Illustrationen Seewalds machten ihn bei allen
Verlagen bekannt, die während der Inflation
mit Luxusdrucken eine Blüte der deutschen
Buchkunst entstehen ließen, und bald wurde
sein Name mit denen von Slevogt, Corinth und
Beckmann in einem Atemzug genannt.
1912 - 1917. Fünf Jahre Goltzverlag
München. Die graphischen Werke. Mit
lithographierter Umschlagillustration von Richard
Seewald und Textillustrationen. München,
Goltzverlag, 1917. Seltener Katalog über die
Graphikproduktion des Goltzverlages, der u.a.
Kokoschka, Eberz, Seewald, Heckel und Klee
verlegte.
Der Ararat
1918 brachte Hans Goltz ein politisches Flugblatt
mit dem Titel "Der Ararat" heraus.
Von Januar 1920 an erschienen bis Ende 1921 in
lockerer Folge Schriften zur Neuen Kunst, ebenfalls
unter dem Titel "Der Ararat". Die redaktionelle
Leitung lag bei Dr. Leopold Zahn.
Hans Goltz bemerkte hierzu im Dezember 1919:
Der "Ararat", der bisher als politisches Flugblatt
erschienen ist, wird vom 1. Januar 1920 an nur mehr
für die "Neue Kunst" eintreten, nicht werbend
durch Aufruf und Hymne, nicht theoretisierend durch
Essay und Abhandlung, sondern sachlich berichtend
durch Darbietung eines Tatsachen- und
Anschauungsmaterials, das sich auch auf das
Kunstleben aller Kulturvölker bezieht. Er wird
in knappsten Formen literarischer Mitteilung
bevorzugen: die Skizze, die Glosse und die
Notiz.
Der Ararat. Glossen, Skizzen und Notizen zur neuen
Kunst. Herausgeber: Hans Goltz. Für die
Redaktion verantwortlich: Leopold Zahn. Jg. 2. Heft
10. München, Goltzverlag, Oktober 1921. Titel:
Toni Wendling. Mit Beiträgen über Kunst
in Frankreich, England, Ungarn, Holland und
Amerika.
Professor Dr. Leopold Zahn, der als
Kunstschriftsteller und Kunsthistoriker von
europäischem Format gilt, zählt
zu den Mitbegründern der Gesellschaft der
Freunde junger Kunst in Baden-Baden und wurde 1965 als
Heimatpreisträger der Kurstadt geehrt. Ein
Vierteljahrhundert hat Professor Zahn im Oostal
gelebt und der Stadt Geld für ein Kunstwerk
vermacht. Professor Dr. Leopold Zahn starb im April
1970 in Baden-Baden. Fünf Jahre nach seinem
Tod wurde eine Tierplastik von Toni Stadler direkt
östlich der Gönneranlage gelegen zu seiner Erinnerung
enthüllt.
ABEL- Illustrierte Zeitschrift
über Sklaverei, Herausgeber: Balduin
Bählamm, Verlag Hans Goltz - U. Putze
Nachfolger, München 1912. Aus dem Inhalt:
Offener Brief an Erich Mühsam von Balduin
Bählamm. Sklavenmoral von Alexander von
Gleichen-Rußwurm. Wedekind und Ich von Alfred Kubin.
Gerichtstag von Balder Olden. Heimatkunst in
Amerika von Wohlfried Samuelson. Münchner
Kunst von Roda Roda. München - Paris von le
Moineau agile.
Das Sonderheft zur Ausstellung von George Grosz,
erschienen Mitte April 1920
Hans Goltz übernahm am 1. Oktober 1919 die
ausschließliche geschäftliche Vertretung
für Paul Klee. Die erste Gesamt-Ausstellung
Paul Klees wurde am 17. Mai 1920 eröffnet. Sie
umfasste 362 seiner Werke. Als Katalog erschien ein
Sonderheft der Zeitschrift "Der Ararat".