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Biografie Hans Goltz

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Hans Goltz
(1873-1927)

Am 11. August 1873 wurde Hans Goltz als viertes von fünf Kindern des Leinenwebers und Kaufmanns Benjamin Goltz im damals ostpreußischen Elbing geboren. Die erfolgreiche Schulzeit des "stillen, zarten Träumers", wie er von seiner drei Jahre älteren und einzigen Schwester beschrieben worden ist, erfuhr einen jähen Bruch, als die Familie 1886 den gesamten Besitz verlor und nach Königsberg übersiedelte. Der Besuch des Gymnasiums war aus Kostengründen nicht weiter möglich, weswegen Hans Goltz' Schulkarriere auf der lateinischen höheren Schule in Königsberg endete. Die nachfolgende Ausbildung zum Buchhändler führte den 17jährigen nach Bamberg, da sein ursprünglicher Ausbildungsbetrieb aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen werden musste.

1904 ließ sich Hans Goltz in München nieder und führte ab 1911 selbständig eine Buch- und Kunsthandlung, die sich im Laufe der Jahre zu einem Aufsehen erregenden Kunstzentrum entwickeln sollte.

Galerie Goltz

Zuerst erwarb sich Hans Goltz allerdings einen sehr guten Ruf durch die im eigenen Verlag heraus gegebenen "Goltz-Bände", Bücher mit künstlerisch gestalteten Einbänden.

1912 fand die zweite Ausstellung der Redaktion "Der Blaue Reiter" in den Räumen der Goltzschen Kunsthandlung statt.


Mit der Gründung der Galerie Neue Kunst - Hans Goltz unternahm der 39jährige Familienvater im September 1912 den entscheidenden Schritt in die kunsthändlerische Professionalität.

In mehr als 160 Ausstellungen versuchte er, das Münchner Publikum mit der modernen Kunst des In- und Auslandes bekannt zu machen und präsentierte Gemälde, Grafiken, Skulpturen und Kunsthandwerk des Fauvismus , Kubismus und Expressionismus. Die fast unüberschaubare Anzahl der Künstler der Avantgarde reicht in der alphabetischen Aufzählung von Hans Arp bis Emil Zoir.

Hans Goltz

Zahlreiche druckgrafische Mappenwerke, die im Eigenverlag erschienen sind, sollten für die zusätzliche Verbreitung zeitgenössischer Kunst sorgen.

Nachdem die Galerie Neue Kunst - Hans Goltz über die Buchhandlung Goltz verlegt worden war, fanden neben Ausstellungen auch Vorträge über neue Literatur statt. Else Lasker-Schüler und Franz Kafka zählten zu den Vortragenden.

Die Nachbeben des Ersten Weltkrieges, die beispielsweise die Münchner Räterepublik zur Folge hatten, bewogen Hans Goltz dazu, das Flugblatt "Ararat" mit politischem Inhalt herauszugeben. "Ararat" wandelte sich allerdings im Jahr 1920 zu einer reich bebilderten Kunstzeitschrift.

Zu jenem Zeitpunkt war Hans Goltz bereits Generalvertreter des deutsch-schweizerischen Malers
Paul Klee geworden, der im Februar 1920 bemerkte: "Goltz arbeitet bisher sehr gut."


Nicht alle waren begeistert von Hans Goltz' Engagement für die moderne Kunst. Zwiespältige Reaktionen in Bevölkerung und Presse erfuhr Hans Goltz zuhauf. Zu den negativsten ist wohl jene im "Völkischen Beobachter" vom 29. März 1923 zu zählen:

"Seit zehn Jahren wütet eine eigenartige Geistesseuche in unserer Stadt, Neue Kunst, Expressionismus, von uns Kunstpest genannt. ... Dabei ist erfreulich, dass diese Pest nicht zu einer allgemeinen septischen Verseuchung führte, sondern sich in Abszessen sammelte, die man nur aufzuschneiden braucht. So ein Abszess ist die Kunsthandlung "Goltz", Herr Goltz feiert gegenwärtig das zehnjährige Jubiläum der Kunstpest durch eine Ausstellung. Sie zeigt an Werten der bildenden Kunst die ganze pestilentische Entzündung, phosphoreszierende Fäulnis und den starren Todeskampf des verlogenen, von der Natur abgeirrten Geistern in allen Varianten - von der ungehemmten Tollwut bis zur hohlen Idiotie -, von der schamlosesten Gemeinheit bis zum religiösen Wahnsinn."

Unberührt blieb Hans Goltz von derlei Anfeindungen keineswegs. Abstand und Erholung suchte er in Baden-Baden, wozu seine Tochter Charlotte berichtete, dass er die Kurstadt geliebt habe. Durch Pressehäme und Morddrohungen gesundheitlich stark in Mitleidenschaft gezogen, suchte er auch im Herbst 1927 Ruhe im Oostal und
starb völlig unerwartet am 21. Oktober 1927 im Hotel "Stadt Straßburg".

Der bayerische Schriftsteller Oskar Maria Graf hat ihm in seiner letzten Autobiografie
"Gelächter von außen" mit der Einschätzung, Hans Goltz sei der "berühmteste Pionier der modernen Kunst", ein literarisches Denkmal gesetzt.

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Die Jugend des Hans Goltz

 
Ausstellungen der Galerie Goltz von 1912 bis 1927

 
Oskar Maria Graf über den Blauen Reiter und Hans Goltz

 
Hans Goltz als Verleger

 
Hans Goltz' Stellenwert in der Kunstgeschichte


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