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Görings
Kunstsammlung
Das
schwarze Kapitel deutscher Geschichte, das
Unrechtsregime der Nationalsozialisten, zeitigt
immer wieder neue Aspekte der Auseinandersetzung
mit seiner "Hinterlassenschaft". Hinterlassen hat
das so genannte Dritte Reich nicht nur kaum
fassbare Verbrechen an Leib und Leben von Millionen
Menschen, sondern auch schwere Eingriffe in das
Kunst- und Kulturleben Deutschlands. Die
Klassifizierung von Kunstwerken in Wort, Bild und
Ton als "entartet" und die Konfiszierung und
Vernichtung von Büchern, Bildern und
Skulpturen ist einer dieser Eingriffe. Der
tausendfache Raub von Kunstwerken durch Adolf
Hitler und seine Helfershelfer ein weiterer.
Diese Kunstwerke waren am Ende des zweiten
Jahrtausends nach Christus teilweise immer noch
nicht ihren rechtmäßigen
Eigentümern oder deren Nachkommen
zurückgegeben worden, weswegen 1998 die
"Conference on Holocaust Era Assets" die
Verpflichtung zahlreicher Staaten, die
Bestände ihrer Museen auf geraubtes Kulturgut
zu untersuchen, bewirkte. Die Bundesrepublik
Deutschland hat sich dieser Verpflichtung ebenfalls
angeschlossen.
Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen haben
im Jahr 1999 mit der Provenienzforschung begonnen
und als erstes deutsches Museum eine "- leider
befristete - Stelle" hierfür eingerichtet.
Dies ist dem Vorwort des Generaldirektors der
Bayerischen Gemäldesammlungen zum im Jahr 2004 vorgelegten
Provenienzbericht "Die Kunstsammlung Hermann
Görings" zu entnehmen.
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Unter
Nutzung von Quellen und Informationen, die beim
Bundesarchiv in Koblenz aufgehoben sind, hat sich
Ilse von zur Mühlen vorrangig der
Gemälde, welche die
Staatsgemäldesammlungen in den 1960er Jahren
aus der Sammlung Hermann Göring erhalten
haben, angenommen. Eine bislang einmalige
Dokumentation folgte dieser akribischen Arbeit.
Zu Beginn des Provenienzberichts liefert Albert A.
Feiber ein Porträt Hermann Görings als
Kunstsammler. Anschließend berichtet die
Autorin über das Schicksal der
Göringschen Kunstsammlung, um danach den
"Versuch der Charakterisierung der Sammlung Hermann
Göring" vorzunehmen.
Der erste Teil des ausführlich betrachteten
Bilderkatalogs untersucht die Herkunft der noch zu
den Bayerischen Gemäldesammlungen
gehörenden Bilder, während sich der
zweite Teil mit Bildern, die 1966/67 verkauft
worden sind, beschäftigt. Kennzeichnungen auf
den Rückseiten werden ebenso unter die Lupe
genommen wie der Besitzerwechsel der Bilder. Ein
umfangreicher Quellennachweis und ein
ausführliches Personenregister komplettieren
die Dokumentation, die allerdings nicht alle Bilder
herkunftsmäßig vollständig erfassen
konnte, weswegen Ilse von zur Mühlen
formuliert:
"Schließlich aber sind all jene
Bildgeschichten zu nennen, bei denen die
Provenienzlücken im Zeitraum 1933 - 1945 nicht
geschlossen werden konnten oder deren Geschichte
überhaupt erst 1941 einzusetzen scheint. Auch
hier ist das Museum auf die tätige Mithilfe
der Leser der vorliegenden Publikation angewiesen,
mit deren Hilfe vielleicht die eine oder andere
Lücke in Zukunft geschlossen werden kann."
Dies mag nicht der einzige Grund bleiben, die
Dokumentation sorgfältig zu studieren,
spiegelt die sachliche Wiedergabe des wechselhaften
Geschehens um insgesamt 126 Bilder doch auch ein
beträchtliches Stück
mitteleuropäischer (Kultur-) Geschichte
wieder.
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Das
Kunstmagazin "art" kommentiert hierzu:
"Zwar publizierten die Bayerischen
Staatsgemäldesammlungen soeben eine
überfällige, aber bislang noch
unvollständige Forschungsarbeit zu Werken aus
der Sammlung von NS-Reichsmarschall Hermann
Göring, die immer noch in deutschen
Beständen schlummern. Für eine
Weiterbeschäftigung der Autorin Ilse von zur
Mühlen zur Beendigung ihrer Arbeit stellten
die Münchner keine Mittel mehr bereit." [art -
das Kunstmagazin, Ausgabe 8/2004]
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Die Kunstsammlung
Hermann Görings
von Ilse von ZurMühlen
Broschiert, 292 Seiten, Dumont Literatur und Kunst
Verlag

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