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Zehn Jahre Kunstpest in München
Eine kunstmedizinische Betrachung.

Seit 10 Jahren wütet eine eigenartige Geistesseuche in unserer Stadt, neue Kunst, Expressionismus, von uns Kunstpest genannt. Sie beruht auf einer Krankheit, die seit Jahrhunderten unseren Volkskörper befallen hat, und die begleitet war von dem Einbringen eines Bazillus: des Juden. Er verursachte anfangs kleinere lokale Entzündungen, die von dem damals noch kräftigem Organismus unseres Volkes leicht behoben wurden. Schließlich aber, als es durch Strapazen aller Art und Unterernährung stark geschwächt war, brach er, furchtbar sich vermehrend, mit aller Macht in die ganzen Blutbahnen ein und drang bis in die Nervenbahnen und ins Gehirn vor, d.h. in unser ganzes Geistesleben. Dabei fand er in diesem eine gute Brutstätte, weil es sittlich entwurzelt und in Selbstherrlichkeit entartet war.

Der Jude als Bazillus des organischen Aufbaus, also der Erzeugung geistiger Werte (und somit auch der Kunst) unfähig, wohl aber fähig zu ihrer Zerstörung, nutzte den Mangel an geistigen Inhalten zur Vortäuschung geistiger Werte aus. Die Reflektion überwuchterte das Kunstschaffen. So schossen in dem Maße, wie die Kunst verschwand, die wilden Wucherungen der Kunstrichtungen üppig empor, in allen teils offen, teils versteckt als Erreger der Jude. Auf den Impressionismus Max Liebermanns folgte der Expressionismus mit einer Anzahl von Ablegern. Damit drang die bis dahin verborgene Zersetzung an die Oberfläche. Die ganze Verworfenheit eines entarteten und verfaulten Geiste trat jetzt offen zutage und führte zu Erscheinungen, die wir als Kunstpest bezeichnen.

Dabei ist erfreulich, daß diese Pest nicht zu einer allgemeinen septischen Verseuchung führte, sondern sich in Abzessen sammelte, die man nur aufzuschneiden braucht. So ein Abzeß ist die Kunsthandlung "Goltz". Herr Goltz feiert gegenwärtig das zehnjährige Jubiläum der Kunstpest durch eine Ausstellung. Sie zeigt an Werten der bildenden Kunst die ganze pestilentische Entzündung, phosphoreszierende Fäulnis und den starren Todeskampf des verlogenen, von der Natur abgeirrten Geisten in allen Varianten - von der ungehemmtesten Tollwut bis zur hohlen Idiotie -, von der schamlosesten Gemeinheit bis zum religiösen Wahnsinn. Dazwischen lallt Kubin in ekligen Fieberträumen, wühlt G. Grosz mit dem eifrigen Behagen einer Made in verwesenden literarischen Gedanken, sitzt Davringhausen wie ein Pilz wohlig im Faulen. Sein Selbstbildnis zeigt den Juden mit seinem urbösen Natternblick, seinem giftigen, polypenhaft leuchtenden Glotzaugen.

Daß die Pest trotz dieser untrüglichen Krankheitsbilder nicht allgemein als solche erkannt wurde (besonders in den Kreisen der Künstler und der Intelligenz) erklärt sich einerseits aus der allgemeinen Geistesentartung, anderseits aus der systematischen Irreführung der öffentlichen Meinung. Bestimmte Kreise stellten von jeher diese Pest als einen Segen hin. Der Direktor einer hießigen Kunstschule (eine maßgebende Persönlichkeit in Dingen der Kunsterziehung) z.B. preist heute noch öffentlich den Pesthauch des Expressionismus als Frühlingsahnen, und Goltz feiert sein Jubiläum, stolz darauf, daß gerade seine Bemühungen ihm zu so weiter Verbreitung und Anerkennung in unserer Stadt verholfen haben (zu seinem und einiger "Künstler" großem "Verdienste"). Die Kritik faselt von künstlerischen Problemen, teils aus Blindheit, teils zur bewußten Täuschung und stellt immer und immer wieder die im Expressionismus stehenden Talente als Rechtfertigung für den Expressionismus hin - ja nennt sie geradezu seine Früchte. Das ist eine infame Entstellung und hier muß einmal mit aller Entschiedenheit hineingehauen werden.

(Völkischer Beobachter vom 29.3.1923)


Anmerkung der Redaktion: Der Text ist - mit allen Rechtschreib- und Grammatikfehlern - authentisch.



Neue Sachlichkeit und Nationalsozialismus

Neue Sachlichkeit und Nationalsozialismus. Affirmation und Kritik 1931-1947.

Diese kunsthistorische Analyse beschäftigen zwei Fragen: Wie haben die Maler der Neuen Sachlichkeit zum Ende der Weimarer Republik auf die politische Gefahr des Nationalsozialismus künstlerisch reagiert? Wie konnten sie während des "Dritten Reiches" leben und arbeiten? Vier Fallstudien - Otto Dix, Franz Radziwill, Rudolf Schlichter und Georg Scholz - verdeutlichen das Spektrum von Anbiederung, Parteigängertum, Resignation und Widerstand seit Beginn der 30er Jahre, wobei es zu tiefen Widersprüchen in einzelnen Biographien kommen konnte: Stand doch die vorgeblich demokratische Kunst der Neuen Sachlichkeit und auch einige ihrer "linken" Vertreter zum Ende der Republik im Lager ihrer politischen Gegner. Die Untersuchung geht über die Grenzen der Jahre 1933-45 hinaus, da das frühzeitige Reagieren auf die politische Entwicklung und das Verarbeiten der Erfahrungen aus der Zeit des Nationalsozialismus mitberücksichtigt werden.

Herausgeber: Olaf Peters, 320 Seiten, 12 Farb- und 127 SW-Abbildungen, broschiert, Reimer Verlag.


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