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Künstler, die in der Galerie
Hans Goltz ausgestellt wurden
275 Arbeiten von Lovis Corinth
waren im Mai 1924 in der Galerie Goltz
ausgestellt.
Am 21. Juli 1858 wurde Lovis Corinth als Sohn eines
Landwirts und Gerbermeisters im
ostpreußischen Tapiau geboren. Seine
künstlerische Begabung wurde recht früh
entdeckt und gefördert. Mit acht Jahren
besuchte Lovis Corinth das Kneiphöfische
Gymnasium in Königsberg und wohnte
während seiner Gymnasialzeit bei der
jüngeren Schwester seiner Mutter.
Lovis Corinth war 15 Jahre alt, als er das
akademische Kunststudium an der Königsberger
Kunstakademie aufnahm. 1880 wechselte er nach
München an die dortige renommierte
Kunstakademie, absolvierte zwei Jahre später
einen einjährigen Militärdienst und
betrieb bis zum Jahr 1887 unter anderem Studien in
Paris.
Lovis Corinth war 29 Jahre alt, als er nach
Königsberg zurückkehrte. Im Winter
1987/88 stellte der Verein Berliner Künstler
sein erstes Selbstbildnis aus, das den Maler im
Alter von 25 Jahren zeigt. Das Jahr 1891 sah Lovis
Corinth wieder in München, wo er unter anderem
Kontakte zu Max Liebermann und Franz von Stuck
pflegte. Einige seiner Gemälde wurden im
selben Jahr auf der Internationalen
Kunstausstellung im Münchner Glaspalast
ausgestellt.
Im Jahr darauf war Lovis Corinth an der
Gründung der Münchner Sezession beteiligt
und gehörte wiederum ein Jahr später
deren Splittergruppe "Freie Vereinigung" an.
1895 verhalf ihm sein Bild "Die Kreuzabnahme" zu
einer Goldmedaille während der
"Internationalen Kunstausstellung". 1896 trat Lovis
Corinth der Freimaurerloge bei und blieb bis zu
seinem Lebensende Logenbruder dieser freigeistigen
Vereinigung.
Um die Jahrhundertwende herum pendelte Lovis
Corinth zwischen München und Berlin, wo er
1897 in der Kunsthandlung Gurlitt durch eine viel
beachtete Ausstellung für Aufmerksamkeit
sorgte. 1901 ließ er sich endgültig in
Berlin nieder und eröffnete eine Malschule
für Frauen. Eine seiner ersten
Schülerinnen war sein spätere Frau
Charlotte Behrend.
Der 46jährige Künstler begann, sich in
Berlin zu etablieren, wurde Mitglied der Berliner
Sezession, organisierte Ausstellungen,
unterrichtete, schrieb eine Selbstbiografie und
wurde Präsident der Berliner Sezession. 1911
erlitt Lovis Corinth einen Schlaganfall, der zu
einer vorübergehenden linksseitigen
Lähmung führte und nicht nur
äußerlich nachhaltige Spuren in seinem
Leben hinterließ.
Einigermaßen genesen, besuchte Lovis Corinth
1916 die relativ neue Kunsthalle
Baden-Baden und reiste nach Hamburg weiter, um
mit dem Nachfolger Alfred Lichtwarks, des
verdienstvollen ersten Direktors der Hamburger
Kunsthalle, Gespräche zu führen. Ein Jahr
später wurde er zum Professor der Akademie der
Künste in Berlin berufen und erhielt die
Ehrenbürgerwürde seiner Heimatstadt
Tapiau.
Lovis Corinth war 60 Jahre alt, als er im
bayerischen Urfeld am Walchensee mit dem Hausbau
begann und seine neue Heimat in zahlreichen Bildern
festhielt. Ehrungen, Auszeichnungen,
Veröffentlichungen und Ausstellungen
säumten seinen weiteren Lebensweg wie die
große Retrospektive, die 1924 von Zürich
auf Wanderausstellung ging.
Im Juni 1925 reiste Lovis Corinth zu Studienzwecken
nach Holland, erkrankte dort an
Lungenentzündung und starb vier Tage vor
seinem Geburtstag am 17. Juli 1925 in Zandvoort.
(RW)
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Ich, Lovis Corinth, Die Selbstbildnisse
von Ulrich Luckhardt, Uwe M. Schneede
Gebundene Ausgabe, 65 Farb- und 63 SW-Abbildungen,
159 Seiten

Ich, Lovis Corinth
Die
Selbstbildnisse
Die Hamburger Kunsthalle, deren Ansehen im 19.
Jahrhundert und zu Beginn des 20. Jahrhunderts
maßgeblich von Alfred Lichtwark (1852 - 1914)
geprägt wurde, hat für eine vom 19.
November 2004 bis 6. Februar 2005 dauernde
Ausstellung unter dem Leitwort: "Ich, Lovis
Corinth" Selbstbildnisse des Malers, dem
zugeschrieben wird, zu den herausragenden
Künstlern zu gehören, deren Einsatz die
Moderne Kunst in Deutschland vorbereiteten,
zusammengestellt.
Die Hamburger Kunsthalle und der Hatje Cantz Verlag
haben zu dieser Ausstellung ein Katalogbuch
herausgegeben.
Nun mag sich mancher fragen, was an einer
Kollektion von Selbstbildnissen derart
bemerkenswert sei, dass ein 160 Seiten umfassendes
Katalogbuch veröffentlicht werden müsse.
Solchen "manchen" sei empfohlen, das Buch zu Hand
zu nehmen und die Bilder auf Vorder- und
Rückseite des Schutzumschlages zu betrachten.
Schon dürfte das Interesse geweckt sein zu
erfahren, wann die beiden in ihrer Ausdrucksform so
unterschiedlichen Bilder entstanden sind und wie es
zu diesen Bildern gekommen ist.
Dieses Interesse wird in vier sachkundig verfassten
Kapiteln, "untermalt" mit einer Fülle von
Bildern, befriedigt.
Lovis Corinths Leben unter dem Gesichtspunkt
"Tugendheld und Freiheitskämpfer" gilt das
erste Kapitel, das sich des Künstlers
Wertvorstellungen annimmt und seine Entwicklung als
Maler beleuchtet.
Das zweite Kapitel widmet sich Lovis Corinths nicht
unproblematischer Beziehung zu Alfred Lichtwark,
der 1897 festhielt: "Das ist ein starkes, etwas
brutales Talent, das im Bildnis grosse Thaten thun
könnte.", während sich das dritte Kapitel
mit Lovis Corinths Drang zum Selbstbildnis
beschäftigt. Deren Mehrzahl hat er sich selbst
zu den jeweiligen Geburtstagen geschenkt, ist unter
anderem zu erfahren. Selbst in seinem Todesjahr ist
eines entstanden, allerdings zur Unzeit, als habe
Lovis Corinth geahnt, dass er seinen Geburtstag
nicht mehr erleben werde.
Krankheit und Genie werden im vierten Kapitel
untersucht, wonach sich der Betrachter über
mehr als 50 Seiten mit Selbstbildnissen Lovis
Corinths nach seinem Schlaganfall auseinandersetzen
kann. Von links, von rechts, von vorne
porträtiert, mit schwarzem Schlapphut,
Harnisch, Skelett, Staffelei oder ohne alles
Beiwerk ziehen die Bilder in den Bann und lassen in
den vorangegangen Texten nach den jeweiligen
Lebenssituationen des Künstlers suchen.
Hilfreich erweist sich hierbei auch die
biografische Dokumentation, die mit einer
Werkliste, einer Bibliografie-Auswahl und einem
Monolog, den der Maler und Kunstschriftsteller
Benno Becker seinem Zeitgenossen in den Mund gelegt
hat, abschließt.
Ist dieses Buch geschlossen, kann durchaus das
Gefühl aufkommen, die
außergewöhnliche Präsentation eines
prall gefüllten Lebens in Händen zu
halten. (Rika Wettstein, Baden-Baden)
Das Buch ist im Hatje Cantz Verlag
erschienen.
Zum
Thema:

Ausstellungen
der Galerie Goltz
von
1912 bis 1927
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