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Künstler, die in der Galerie
Hans Goltz ausgestellt wurden
Arbeiten von fünf
Mitgliedern der "Brücke" wurden 1912 in der
zweiten Ausstellung des "Blauen Reiter" in der
Galerie Hanz Goltz ausgestellt: Erich
Heckel (28 Werke), Ernst Ludwig
Kirchner (33 Werke), Otto
Mueller (15 Werke), Emil
Nolde (2 Werke), Max
Pechstein (38 Werke). Diese fünf
Künstler und andere Mitglieder der
"Brücke" wurden in den Folgejahren in mehreren
Ausstellungen in der Galerie Goltz
präsentiert.
Am 7. Juni 1905 wurde die Künstlergemeinschaft
"Brücke" von den vier Architekturstudenten der
TU Dresden, Ernst Ludwig
Kirchner, Fritz Bleyl, Erich
Heckel und Karl
Schmidt gegründet. Karl Schmidt
nannte sich von nun an nach seinem Geburtsort
Schmidt-Rottluff. Das Ziel der vier Künstler
war, in Abkehr von Überkommenen akademischen
Traditionen neue bildnerische Ausdrucksformen zu
finden. Im gemeinsamen Arbeiten suchten sie nach
einer freien künstlerischen Ausdrucksweise. In
den frühen Werken ist die intensive
Auseinandersetzung mit dem Neoimpressionismus und
Jugendstil zu erkennen und Einflüsse von van
Goghs Malstil.
Emil
Nolde, Max
Pechstein und der Schweizer Cuno
Amiet traten 1906 der "Brücke" bei.
Mit ersten Gruppenausstellungen traten die
Künstler an die Öffentlichkeit. Es wurden
passive Mitglieder geworben, die für einen
Jahresbeitrag Grafikmappen erhielten. Geprägt
von neuem Lebensgefühl und radikaler
Geistes-haltung fertigt Kirchner einen Holzschmitt,
auf dem zu lesen war: "Mit dem Glauben an
Entwicklung, an eine neue Generation der
Schaffenden wie der Genießenden rufen wir
alle Jugend zusammen, und als Jugend, die die
Zukunft trägt, wollen wir und Arm- und
Lebensfreiheit verschaffen gegenüber den
wohlangesessenen älteren Kräften. Jeder
gehört zu uns, der unmittelbar und
unverfälscht das wiedergibt, was ihn zum
Schaffen drängt."
Nolde und Bleyl traten 1907 aus der "Brücke"
aus. Auf der Suche nach dem Ursprünglichen und
Unverfälschten in der Natur reisten Heckel und
Schmidt-Rottluff im Sommer in den ruhigen
Fischerort Dangast bei Oldenburg. Kirchner und
Pechstein arbeitetn unterdessen gemeinsam in
Goppeln bei Dresden. Die Ergebnisse ihrer Arbeit
zeigten die Maler in Wanderausstellungen durch
verschiedene Städte. Einflüsse des
französischen Fauvismus wurden
verarbeitet.
Heckel und Schmidt-Rottluff machten 1908 die
Bekanntschaft mit Rosa Schapire, die sich danach
besonders für die Kunst von Schmidt-Rottluff
einsetzt.
Im Sommer 1909 hielten sich Kirchner und Heckel
zusammen mit Freundinnen und zwei Modellen an den
Moritzburger Teichen bei Dresden auf. In den
Mittelpunkt ihres künstlerischen Interesses
rückte nun die Darstellung des nackten
Menschen in der freien Natur. Hier verwirklichten
die Maler ihre Idealvorstellung einer harmonischen
Einheit von Kunst und Leben. Die intensive
Zusammenarbeit manifestierte sich nunmehr im
eigenständigen "Brücke"-Stil: leuchtende
Farbkontraste, kräftige Konturen,
flächiger Bildaufbau und impulsive
Malweise.
Max Pechstein gründete 1910 in Berlin mit
anderen Zurückgewiesenen der Berliner
Secession die "Neue Secession". Die Künstler
der "Brücke" traten geschlossen bei. Den
Sommer verbrachten Kirchner, Heckel und Pechstein
wiederum an den Moritzburger Teichen.
Zusätzliche stilprägende Einflüsse
erhielten die Maler durch die Auseinandersetzung
mit der Kunst der Naturvölker aus Afrika und
der Südsee. Im September fand eine bedeutende
Ausstellung in der Galerie Arnold in Dresden statt,
zu der die Künstler einen Ausstellungskatalog
mit 20 Originalholzschnitten anfertigten. Otto
Mueller wurde zum Jahresende Mitglied der
Gruppe.
Den August 1911 verbrachten Kirchner und Heckel ein
letztes Mal an den Moritzburger Teichen. Im Herbst
erfolgte der Umzug der "Brücke" nach Berlin.
Die Künstler erhofften sich in der Hauptstadt
bessere Kontakte zu Kunsthändlern und
Ausstellungsmachern sowie ein aufgeschlosseneres
Publikum. Das Erlebnis der Großstadt und
Einflüsse des Kubismus und Futurismus
bewirkten einen Stilwandel. Als Gegenpol zum
"Großstadt-Expressionismus" suchten die
Künstler weiterhin den Ausgleich in der Natur
während ihrer Sommeraufenthalte an
verschiedenen Orten der Ostseeküste. Kirchner
und Pechstein gründeten das MUIM-Institut
(Moderner Unterricht im Malen). Herwarth Walden
publizierte in seiner Zeitschrift "Sturm"
ausgewählte Druckgrafik der
"Brücke"-Künstler.
Im April 1912 war eine Ausstellung der
"Brücke" im Kunstsalon Fritz Gurlitt in
Berlin. Im Sommer beteiligte sich die Gruppe an der
bedeutenden Sonderbundausstellung
in Köln. Pechstein trat aus der
Künstlergruppe aus. Kontakte zur
Münchener Künstlergruppe "Blauer Reiter"
wurden hergestellt und der bis dahin einheitliche
"Brücke"-Stil mündete in verschiedene
Individualstile. Kirchners berühmte
Großstadtbilder entstanden und zeigen in
nervösem Pinselstrich die pulsierende
Atmosphäre der modernen Metropole.
Infolge interner Streitigkeiten löste sich die
"Brücke" 1913 auf. Am 27. Mai wurden die
passiven Mitglieder offiziell über die
Auflösung der Künstlergruppe
"Brücke" informiert. Neben einer reichen
Fülle an Gemälden und Zeichnungen
dokumentierte eine immense druckgrafische
Produktion heute das einzigartige Werk der
progressiven Künstlergruppe vom Anfang des 20.
Jahrhunderts.
Die Künstler der "Brücke":
Kirchner, Heckel, Schmidt-Rottluff, Bleyl,
Pechstein, Nolde, Amiet, Zijl,
Gallén-Kallela, van Dongen, Nölken, O.
Mueller, Kubista
Textvorlage: Brücke-Museum
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Zu
den beiden Ausstellungen
Kirchner,
Heckel, Schmidt-Rottluff,
Nolde
Künstler der Brücke in der
Sammlung Hagemann
vom 9.12.2004 bis zum 23.1.2005 in
Frankfurt und vom 25.2. bis zum 15.5.2005
in Essen ist ein Begleitbuch erschienen,
das nicht nur bei Kunstliebhabern und
Sammlern auf Gefallen stoßen
dürfte.
Carl Hagemann, in Essen geboren und in
Frankfurt gestorben, hat im Laufe seines
Lebens mit mehr als 1200 Exponaten eine
der bedeutendsten Sammlungen
expressionistischer Arbeiten
zusammengetragen. Der promovierte Chemiker
konzentrierte sich dabei auf die Werke der
Mitglieder der Künstlergemeinschaft
"Die Brücke".
In sechs Kapiteln setzt sich die
Dokumentation mit der Bedeutung der
Sammlung, mit den Künstlern und dem
Sammler selbst auseinander. Auch der
Geschichte der Frankfurter und Essener
Museen, vor allem während des Regimes
der Nationalsozialisten und seinen
Folgeerscheinungen, wird Aufmerksamkeit
gewidmet.
Der Sammler selbst, gemalt von Ernst
Ludwig Kirchner, empfängt den Leser
und Betrachter gerade so, als wolle er ihn
in sein Haus einladen, in welchem Raum
für Raum Bilder jeweils eines Malers
gehängt waren. Diese Ordnung mag die
Gestaltung des Buches beeinflusst haben.
Zwischen den einzelnen Kapiteln ist
jeweils die Auswahl an Bildern eines
einzelnen Künstlers zu finden, von
Emil
Nolde
über Karl
Schmidt-Rottluff
und Ernst
Ludwig Kirchner
bis zu Erich
Heckel.
Die von unterschiedlichen Autoren
verfassten Artikel berichten von den
beiden Frankfurter Museen, dem Frankfurter
Städel und der Städtischen
Galerie, und ihrem Engagement für die
"Kunst der Gegenwart".
Carl Hagemann als Sammler wird
nachgegangen, auch während der
Zeiterscheinung der "Entarteten
Kunst",
als ihm sein Freund, der von den
Nationalsozialisten abgesetzte Direktor
des Essener Folkwang Museums, davon
abriet, aus Vorsichtsgründen Bilder
der Sammlung zu verbrennen. "Auch bemalte
Leinwände bleiben brauchbar, für
junge Künstler verwendbar" gab er zu
bedenken und appellierte damit gegen die
Zerstörung und für das
Verschenken der Bilder.
Die Sammlung blieb schließlich
erhalten und überstand dank des
beherzten Vorgehens des seinerzeitigen
Städeldirektors den Zweiten
Weltkrieg, ist in einem weiteren Kapitel
zu erfahren, wonach sich ein Beitrag mit
Ernst Ludwig Kirchner und seinen Sammlern
befasst, allen voran Carl Hagemann, der
den Maler mit einem monatlichen Fixum
unterstützte.
Einem potenziellen Empfänger der
Hagemann-Sammlung, dem Essener Folkwang
Museum und seinem engagierten Direktor
Ernst Gosebruch, gilt das nächste
Kapitel, bevor sich eine biografische
Skizze Carl Hagemann nähert. Die
erlesenen Informationen können
durchaus dazu reizen, zum Eingangsbild
zurückzukehren. Der sitzende Carl
Hagemann mag signalisieren: Verweile und
gönne dir die Muse, anhand dieser
Dokumentation eine aufregende Zeit ein
weiteres Mal zu erleben. (Rika Wettstein,
Baden-Baden)
Kirchner, Heckel,
Schmidt-Rottluff, Nolde: Künstler der
Brücke in der Sammlung Hagemann
von Hans Delfs, Ursula Grzechca-Mohr,
Mario A von Lüttichau, Eva
Mongi-Vollmer, Jutta Schütt, Roland
Scotti. Gebundene Ausgabe, 192 Seiten,
zahlreiche Abbildungen. Das Buch ist im
Hatje Cantz
Verlag
erschienen.


Katalogbuch Dresden 2001/02. 1910 fand in
der Galerie Arnold die legendäre
Ausstellung der Künstlergemeinschaft
"Brücke" in Dresden statt.
Großflächig farbig, expressiv
und ihr Umfeld Dresden auf nie gesehene
Weise interpretierend machten sich die
Maler der Brücke auf zu einer
ungeschminkten Moderne. Nach über 90
Jahren kommt es nun erstmals zu einem
Wiedersehen in der Stadt der Gründung
und zu einer bemerkenswerten Ausstellung.
Zahlreiche Arbeiten von Amiet, Bleyl,
Heckel, Kirchner, Mueller, Nolde,
Pechstein und Schmidt-Rottluff werden
gezeigt und in dem vorliegenden,
hervorragenden Katalogbuch
veröffentlicht.
Herausgeber: Birgit Dalbajewa, Ulrich
Bischoff, 424 Seiten, 400 Farb-, 500
SW-Abbildungen, Leinen.

Frauen in Kunst und Leben der
"Brücke"
Katalogbuch Schleswig 2000. Der
Brücke-Almanach 2000 beschäftigt
sich mit der Rolle der Frauen als Modelle,
Partnerinnen, Inspirationsquellen und Teil
Künstergruppe. Nie wird den Frauen in
den gezeigten Arbeiten eine degradierende
Objektrolle zugeschrieben; es werden die
Idylle der Natur mit der Realität des
Menschen im ursprünglichen
Zusammenhang geschildert. In ihrer
Sensibilität und ihrer Farb- und
Formenkraft unerreicht, offenbaren diese
Meisterwerke die Sehnsucht nach
Ursprünglichkeit. In Aufsätzen
werden die Frauengestalten aus dem Kreis
der Brücke vorgestellt und Siddi
Heckel, Erna Schilling und Emy
Schmidt-Rottluff in besonderen Artikeln
gewürdigt.
Herausgeber: Hermann Gerlinger, Herwig
Guratzsch, 264 Seiten, ca. 280
Abbildungen, gebundene Ausgabe.
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Zum
Thema:

Ausstellungen
der Galerie Goltz von 1912 bis 1927
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