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Der Blaue Reiter

Die Idee, ein Jahrbuch zur Kunst herauszugeben, trug Wassily Kandinsky wohl schon länger mit sich herum, bevor er seinen Freund Franz Marc im Juni 1911 in seinen Plan einweihte. Nur Künstler sollten Artikel und Ausstellungskritiken für dieses Werk verfassen, unter anderem inspiriert durch eigene Erfahrungen und durch die Meinung des französischen Malers Eugène Delacroix: "Die meisten Schriften über Kunst sind von Leuten verfasst, die keine Künstler sind: daher alle die falschen Begriffe und Urteile."

Diese Einschätzung könnte leicht geteilt werden, führt man sich vor Augen, dass "Der Blaue Reiter" von vielen mit Kunst Befassten als Bahnbrechendes Werk für die Moderne Kunst und in der Modernen Kunst gewertet wird. Solcherlei kann zu dem Ergebnis führen, den Durchschnittsmenschen von der Lektüre der Gedanken des deutschen Malers Franz Marc, des russischen Avantgardisten Wassily Kandinsky, des österreichischen Komponisten Arnold Schönberg und weiterer, mittlerweile weltberühmter Künstler abzuhalten.

Dieses Ergebnis scheint völlig verkehrt, denn alle, die des Lesens und der Sprache kundig sind, können die Beiträge verstehen und sich ihre eigenen Gedanken zu den fast hundert Jahre alten Überlegungen machen.

Vermittelt wird in "Der Blaue Reiter" eine Fülle an Denkanstößen und Lehrreichem zu beispielsweise den "Wilden" Deutschlands durch Franz Marc und zu den "Wilden" Russlands durch David Burljuk. Franz Marc bietet weiter einen bemerkenswerten Aufsatz zum Wert geistiger Güter. Der französische Dichter Richard Allard formuliert seine Gedanken zu den Kennzeichen der Erneuerung in der Malerei. Wassily Kandinsky schreibt zur Formfrage und Arnold Schönberg setzt sich mit der Musik im Verhältnis zum Text auseinander. Weitere bemerkenswerte Artikel runden den im Mai 1912 erstmals erschienenen "Almanach" ab.

Wassily Kandinsky gibt dem Leser mit auf den Weg:
"Jede Kunst hat eine eigene Sprache, d.h. die nur ihr eigenen Mittel.

So ist jede Kunst etwas in sich Geschlossenes. Jede Kunst ist ein eigenes Leben. Sie ist ein Reich für sich.

Deswegen sind die Mittel verschiedener Künste äußerlich vollkommen verschieden. Klang, Farbe, Wort!...

Im letzten innerlichen Grunde sind diese Mittel vollkommen gleich: das letzte Ziel löscht die äußeren Verschiedenheiten und entblößt die innere Identität.

Dieses letzte Ziel (Erkenntnis) wird in der menschlichen Seele erreicht durch feinere Vibration derselben."

"Der Blaue Reiter" an sich, den die Jubiläumsausgabe des Piper-Verlages in vollständiger unveränderter Originalfassung anbietet, ist eine Fundgrube (kunst-) existenzieller Gedanken. In einem 50seitigen Kommentar von Klaus Lankheit wird zusätzlich die "Geschichte des Almanachs" aufgerollt. Sie nimmt den Leser mit in das zweite Jahrzehnt des zwanzigsten Jahrhunderts mit seinem Alltagsgeschehen, seinen gesellschaftlichen und seinen künstlerischen Verhältnissen und erklärt, warum "Der Blaue Reiter" einzigartig geblieben ist.

Wer meint, "Der Blaue Reiter" solle einer "Kunstelite" vorbehalten bleiben, irrt. Die Beiträge in "Der Blaue Reiter" und der ergänzende Kommentar eignen sich bestens dazu, den Wissenshorizont zu Werten, Formen und vielem anderen mehr zu erweitern.


Der Blaue Reiter

Der Blaue Reiter, Jubiläums-Edition
von Wassily Kandinsky, Franz Marc

368 Seiten, kartoniert, Piper Verlag

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