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Biografie Hans Goltz

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Hans Goltz zeigte die von ihm geförderten Künstler nicht nur in seinen eigenen Ausstellungsräumen.
Er war bestrebt, deren Werke auch in anderen Städten des In- und Auslandes bekannt zu machen.

Das bemerkenswerteste Ergebnis dieser Bemühungen ist wohl die Teilnahme an der "Armory Show" (eigentlich "International Exhibition of Modern Art"). Sie wurde im Februar 1913 in New York eröffnet und gilt als die bedeutendste und folgenreichste Ausstellung, die jemals in Amerika stattgefunden hat. Zunächst als Protesthandlung von amerikanischen Künstlern gedacht, die Möglichkeit hatten, ihre Werke in den Museen oder Galerien auszustellen, geriet sie letztlich zu einer Darstellung internationaler zeitgenössischer Kunst, die die neuesten Strömungen in Amerika mit einbezog. Besonders stark waren französische Künstler vertreten, die deutschen Expressionisten fehlten bis auf einige wenige Ausnahmen. Das ist umso erstaunlicher, als einer der Organisatoren, der Künstler Walt Kuhn, während einer Deutschland-Reise im Herbst 1912 die Kölner Sonderbund-Ausstellung besichtigt und von diesem Besuch wesentliche Anregungen für die amerikanische Schau erhalten hatte. Kuhn war es auch, der die beiden Münchener Kunsthändler Heinrich Thannhauser und Hans Goltz zu einer Teilnahme an der Ausstellung einlud. Die wenigen Werke deutscher Künstler stammten -außer zwei Skulpturen und einigen Zeichnungen Wilhelm Lehmbrucks, die Kuhn bei dem Künstler direkt erhalten hatte - von diesen beiden Händlern.

Goltz beschickte die Schau mit fünf Gemälden: von Wladimir von Bechtejeff stammte das Bild "Nausikaa", welches bereits auf der "Gesamt-Ausstellung" im Oktober 1912 in der "Neuen Kunst-Hans Goltz" gezeigt worden war, von Wilhelm Gimmi waren "die Musikanten", von Walter Helbig ein "Liegendes Mädchen".
Ernst-Ludwig Kirchner war durch den "Wirtsgarten in Steglitz" vertreten, der ebenfalls bei der "Gesamt-Ausstellung" zu sehen gewesen war. Schließlich sandte Goltz als eines der aufsehenerregendsten Gemälde der Ausstellung die "Improvisation Nr. 27" von Wassily Kandinsky.

Goltz schrieb Kandinsky in diesem Zusammenhang in einem Brief nach Moskau:
"Eine amerikanische große Ausstellung, für deren Solidität ich mir Garantien verschafft habe, veranstaltet in New York und Chicago von Januar bis Mai einen Überblick der Neuen Kunst. Ich bin eingeladen worden Ihre "Improvisation" von 1908, welche jetzt bei mir ausgestellt ist, dafür zu senden, und bitte um gefällige Mitteilung, ob Sie damit einverstanden sind. Die Leute haben eine Versicherung von über eine Million in Deutschland festgelegt, Bernheim schreibt mir, dass die Sache durchaus solide sei."

Offenbar entschloss sich Goltz später, anstelle der "Improvisation von 1908", die "Improvisation Nr. 27" von 1912 zu verschicken. Der Preis betrug ursprünglich 721,50 Dollar und wurde dann herabgesetzt. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Verschiebung, die bis heute in der Wertschätzung der Bilder stattgefunden hat: während das Gemälde von Bechtejeff für 812,50 Dollar angeboten wurde, und damit noch vor Kandinskys "Improvisation" das teuerste der von Goltz gesandten Bilder war, kostete Kirchners "Wirtsgarten in Steglitz" nur 162,50 Dollar.

Während die anderen Bilder nach Ausstellungs-Ende an Goltz zurückgingen, wurde die "Improvisation Nr. 27" für 500 Dollar an den New Yorker Fotografen und Begründer der Avantgarde-Galerie "291", Alfred Stieglitz, verkauft. Das Gemälde befindet sich heute im New Yorker Metropolitan Museum of Art.

von Katrin Lochmaier in "Die Galerie - Hans Goltz, München 1912-1914" (Magisterarbeit, Oktober 1992)


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