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Hans Goltz und die Zeit von 1911
bis 1927
Den größten Teil seines
Lebens verbrachte Hans Goltz in der Hauptstadt des
damaligen Königreichs Bayern. 1904 war er nach
München gekommen, just in jenem Jahr als Franz
von Lenbach, der berühmte Vertreter des so
genannten Münchner Realismus, dort verstorben
war.
Im Jahr darauf wurde im Juni weitab von
München, in Dresden, von den vier jungen
Studenten Fritz Bleyel, Erich
Heckel, Ernst Ludwig
Kirchner und Karl
Schmidt-Rottluff die Künstlergemeinschaft
"Die
Brücke" gegründet, der später
auch die Maler Max
Pechstein, Otto
Mueller und kurzfristig Emil
Nolde angehörten.
Im Jahr 1909 formierten sich Wassily
Kandinsky, Alexej von
Jawlensky, Marianne
Werefkin und Gabriele
Münter zur "Neuen
Künstlervereinigung
München".
Den Künstlern war bei aller
Unterschiedlichkeit eines gemein:
Darstellungsformen zu entwickeln, welche die
Bildende Kunst mit neuen Impulsen belebten.
Die erste Ausstellung der "Neuen
Künstlervereinigung München" fand 1909 in
der von Heinrich Thannhauser in der
Theatinerstraße 7 neu eingerichteten Galerie
statt. Ulrich Putzes Buchhandlung befand sich in
der Brienner Straße 8. Beide Unternehmen
waren in der Nähe von Residenz und Hofgarten
angesiedelt. Hans Goltz übernahm am 1. Oktober
1911 die Buchhandlung in der Brienner Straße
8. Vierteljährlich waren 7500 Mark an Miete zu
entrichten. Wegen der guten Lichtverhältnisse
mietete Hans Goltz zusätzliche Räume in
der ersten Etage und präsentierte im November
und Dezember des Eröffnungsjahres "Buch und
Bild", eine Buch- und Grafikausstellung.
Um einen Vergleich hinsichtlich der Miethöhe
zu ermöglichen, seien einige Jahreseinkommen
von Beamten, die 1905 in Berlin veröffentlicht
worden waren, genannt. Einem Oberpräsidenten
wurden 21000 Mark pro Jahr, einem Regierungsrat
7200 Mark, einem Kanzleisekretär 3800 Mark,
einem Stationsvorsteher 4200 Mark und einem
Lokomotivführer 2200 Mark jährlich
vergütet.
Das Wohnungselend war in Deutschland immer
größer geworden. Die Versorgungslage der
Bevölkerung verschlechterte sich zusehends.
Die außen- und innenpolitischen Spannungen
nahmen zu. Im Oktober 1911 lehnte Reichskanzler
Theobald von Bethmann Hollweg die unter anderem von
den Sozialdemokraten im Reichstag geforderte
Aufhebung der Einfuhrzölle für Getreide
und Vieh mit dem Ziel, einer Teuerung vorzubeugen,
ab mit der Begründung: "Die Herabminderung der
Lebensmittelpreise allein kann niemals das leitende
Prinzip einer gut orientierten Wirtschaftspolitik
sein."
Angesichts solcher Gesamtverhältnisse kann es
schon als ausgesprochen mutig erachtet werden, eine
Buch- und Kunsthandlung zu eröffnen, selbst in
der Kulturmetropole im Süden Deutschlands. Es
bleibt der Goltzschen Nachlassforschung
vorbehalten, den Beweggründen hierfür
ebenso auf die Spur zu kommen wie jenen für
die Aufnahme der "Redaktion
der Blaue Reiter" mit ihrer zweiten Ausstellung in
den Goltzschen Geschäftsräumen.
Im Jahr des Selbständigwerdens des
38jährigen Hans Goltz prägte der
literarisch ambitionierte Jurist Kurt Hiller den
Begriff "Expressionismus" als Bezeichnung für
innovative Literaturströmungen. Einer ganzen
Kunstrichtung, die sich ausgesprochen
antibürgerlich und antinational in Wort, Bild
und Ton darstellte, sollte dieser Begriff
zugeordnet werden.
Hans Goltz erreichte nicht nur, innerhalb kurzer
Zeit die Buchhandlung zu der internationalen
Buchhandlung in München zu machen mit einem
vollständigen Standlager aller führenden
Verlage, er engagierte sich auch als Verleger und
widmete sich darüber hinaus der neuen
Kunstrichtung "Expressionismus".
Im Jahr 1912, dem Jahr der zweiten und letzten
Ausstellung der "Redaktion der Blaue Reiter", die
in der Zeit vom 12. Februar bis 18. März in
der Buch- und Kunsthandlung Hans Goltz mit
Grafiken, Zeichnungen und Lithografien deutscher,
russischer und französischer Künstler
bekannt machte, schuf Franz
Marc "Die kleinen gelben Pferde", die
sich heute in der Staatsgalerie Stuttgart befinden.
Marcel Duchamps malte den "Akt eine Treppe
herabsteigend", heute im Museum of Art in
Philadelphia, der in der
"Armory
Show" von 1913 in den USA für
einen Aufschrei der Empörung sorgte.
Gerhart
Hauptmann erhielt den Nobelpreis für
Literatur und musste auf die Glückwünsche
des deutschen Kaisers verzichten. Kaiser Wilhelm
II. missfielen Gerhart Hauptmanns sozialkritische
Schriften und Theaterstücke, was er bereits im
September 1894 verdeutlicht hatte, als er nach der
Premiere des Hauptmann-Stückes "Die Weber"
seinen Hoflogenplatz im deutschen Theater in Berlin
kündigte.
Im Oktober 1912 gründete Hans Goltz die Firma
"Neue Kunst – Hans Goltz", die ihren Sitz und ihre
Ausstellungsräume am Odeonsplatz 1, nicht
sonderlich weit von der Buchhandlung entfernt, inne
hatte.
"Der Potsdamer Platz in Berlin"
(Privatbesitz), Else Lasker-Schülers
"Hebräische Balladen" und Alfred
Döblins "Die Ermordung einer Butterblume",
die als bedeutender Beitrag zur Literatur der
expressionistischen Bewegung gefeiert wurde.
Und: Adolf Hitler ließ sich in München
nieder, um sich dem österreichischen
Militärdienst zu entziehen.
Die Firma "Neue Kunst – Hans Goltz" führte
insgesamt 23 Ausstellungen am Odeonsplatz 1 durch.
Zu den ersten dort gezeigten


Im Jahr 1914 starb Christian Morgenstern, der 1905
"Galgenlieder" veröffentlicht hatte, die "die
sinnlos gewordene Welt einmal auf den Kopf stellen
und entspannen" sollten. Auch Christian
Morgensterns Bücher waren im Angebot der
Buchhandlung Goltz vorrätig.
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August
Macke, der 1913 in der zweiten
Gesamt-Ausstellung der Galerie Goltz
vertreten war,
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malte nach einer Tunesienreise im
Jahr 1914 die „Tunesische Landschaft“ (Kunsthalle
Mannheim) und "Türkisches Café II"
(Städtische Galerie Lenbachhaus München).
Im September desselben Jahres verlor er sein Leben
"im Feld" bei Perthes –les-Hurlus in der
französischen Champagne.
Der Erste Weltkrieg hatte begonnen.
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Als Folge seiner
traumatischen Erfahrungen als
Sanitäter im Ersten Weltkrieg
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erlitt Max Beckmann 1915 einen vollkommenen
Zusammenbruch. Gino Severini malte 1915 "Vorortzug
in Paris eintreffend" (Tate Gallery London).
Charlie Chaplin drehte "The Tramp". Franz Kafka
schrieb "Die Verwandlung". Egon
Schiele, der 1913 in seiner ersten
Einzelschau außerhalb Österreichs bei
Hans Goltz Werke ausgestellt hatte, malte "Tod und
Mädchen". Benito Mussolini gründete die
Fascio dazione rivoluzionaria. Die Galerie Goltz
zeigte in ihrer Frühjahrsausstellung unter
anderem Werke von Paul
Klee, Wilhelm
Lehmbruck und Richard
Seewald.
Richard
Seewalds und Ernst
Heckels Werke waren neben anderen im Jahr
1916 in der in die Brienner Straße 8
umgezogenen "Neue Kunst – Hans Goltz" Galerie zu
sehen. Franz
Marc war am 14. März als Soldat
bei Verdun gefallen. Wassily
Kandinsky und Gabriele
Münter trennten sich. Heinrich Mann
schrieb "Der Untertan". Karl Liebknecht, Rosa
Luxemburg und Franz Mehring gründeten die
"Gruppe International", deren Ziel ein
demokratischer Kommunismus war und die sich
später "Spartakusbund" nennen sollte.
Die russische Revolution des Jahres 1917 brachte
die Verwirklichung des Rätesystems mit sich.
Das Umsturzjahr 1918 führte in Deutschland zum
Ende des Kaiserreichs. Zuvor war am 1. November ein
Waffenstillstandabkommen zwischen den
Kriegführenden Parteien unterzeichnet worden,
das der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands
gleichkam. In München etablierte sich eine
Räterepublik, deren Protagonisten von etlichen
Künstlern der Münchner Szene
unterstützt wurden, beispielsweise vom
bayerischen Schriftsteller Oskar Maria
Graf, damals 24 Jahre alt.
Im Jahr nach dem Umsturz verfasste Bertolt
Brecht "Trommeln der Nacht". George Grosz
war Mitinitiator der Berliner Dada-Gruppe. Walter
Gropius übernahm die Leitung der Weimarer
Kunstgewerbeschule, die in
"Bauhaus" umbenannt wurde.
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Joan Miró malte "Akt im Spiegel"
(Kunst-Sammlung NRW, Düsseldorf)
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Otto
Flakes Buch "Die Stadt des Hirns" wurde
veröffentlicht. Der expressionistische Film
"Das Kabinett des Dr. Cagliari" kam in die Kinos.
Wilhelm
Lehmbruck verübte am 25. März
Selbstmord.
Der Galerist Goltz, der Lehmbrucks Kunstwerke in
München der Öffentlichkeit
zugänglich gemacht hat, formulierte
Politisches in einem Flugblatt namens "Der
Ararat".
Adolf Hitler wurde als Mitglied Nr. 555 in die
Deutsche Arbeiterpartei aufgenommen.
Als beliebtestes Weihnachtsgeschenk für die
Jugend sind von Chronisten Bücher genannt.
Neben dem Verkauf von Büchern und der
Organisation von Kunstausstellungen kümmerte
sich Hans Goltz von 1919 bis 1925 als
Generalvertreter Paul Klees um die
Präsentation und das Vermarkten der Kleeschen
Kunstwerke.
Wirtschaftliche Schwierigkeiten waren dauernd zu
meistern, was kaum verwundert, herrschte 1920 in
Deutschland eine große Hungersnot.
Adolf Hitlers Nationalsozialistische Deutsche
Arbeiterpartei (NSDAP) verkündete in jenem
Jahr ein antiliberales, antikapitalistisches,
imperialistisches und judenfeindliches 25-Punkte
Programm, wählte das Hakenkreuz zum
Parteisymbol und gab den "Völkischen
Beobachter" als zentrales Parteiorgan heraus.
Im März 1920 hatte München den Wechsel
von einer sozialdemokratischen zu einer
rechtsgerichteten Regierung zu überstehen.
Die April-Ausgabe des zu einer Kunstzeitschrift
gewandelten Flugblatts "Der Ararat" führte zu
einer Anzeige wegen einer dort
veröffentlichten "das allgemeine Scham- und
Sittlichkeitsgefühl" verletzenden
Darstellung.
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1921 wurde George Grosz vom Berliner Landgericht
wegen Beleidigung der Reichswehr zu 300 Mark
Geldstrafe verurteilt. Anlass hierzu war eine im
Oktober 1920 beschlagnahmte Mappe "Gott mit uns",
zu welcher Kurt Tucholsky meinte: "Seine Fratzen
der Majore und Sergeanten sind infernalischer
Wirklichkeitsspuk."
"Der Ararat" stellte zum Jahresende 1921 sein
Erscheinen ein. Die wirtschaftlichen
Schwierigkeiten hatten auch Hans Goltz voll im
Griff und führten letztendlich zu einer
vorübergehenden Schließung der Buch- und
Kunsthandlung.
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Die politischen Wirren rissen nicht
ab. Im Juni 1922 wurde Reichsaußenminister
Walter Rathenau ermordet. Die Chronisten
zählten diesen Mord als 376. politischen Mord
nach 1919. Am 23. September erlebten Bertolt
Brechts "Trommeln in der Nacht" die viel beachtete
Uraufführung in München. Hans Goltz
beging das 10jährige Bestehen seiner
Kunsthandlung mit der Jubiläumsausstellung
"Zehn Jahre neue Kunst in München", die beim
"Völkischen
Beobachter“ besonderes Interesse
erweckte.
Hans Goltz selbst
sinnierte:
1912 flammen die Herzen, die Künstler darbten,
kämpften und warben. Der blaue Reiter jagte
jubelnd durch die aufheulenden Philister. Drei
Kunsthändler, die ihm dienten, rangen mit dem
Bankrott. Ein kleiner, ganz langsam wachsender
Stamm Erwachender - Käufer und Bekenner - war
in engster persönlicher Fühlung mit
Künstler und Händler. Wundervoll war
dieses Jahr! 1922 erwehren sich Künstler der
zudringlichen Käuferschar durch
Privatsekretäre, andere verkaufen nur noch ins
Ausland, die ganz Arrivierten überhaupt nicht
mehr. Der reisenden und sesshaften
Kunsthändler in Klubsesselsalons, die alle
Paul Klee verstehen und lieben, ist eine Legion und
es flammen die Mäuler.
Am 30. Dezember 1922 wurde die Union der
Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR)
gegründet. Im selben Monat stellten die
russischen Künstler des Konstruktivismus auf
Initiative von El Lissitzky mehr als 600 Exponate
aus fast einem Jahrzehnt aus und ernteten
internationalen Ruhm. Die Arbeiten der
Konstruktivisten waren übrigens von Lenin 1921
als unerwünscht gebrandmarkt worden. 1926
waren Werke El Lissitzkys auch in der Galerie Goltz
zu sehen.
Im Jahr 1923 putschten die Nationalsozialisten
erfolglos in München, was zur Verurteilung
Adolf Hitlers und zu seiner späteren
Begnadigung im Dezember 1924 führte.
Die Franzosen besetzten im Januar das Ruhrgebiet
und räumten es nach etlichen
Auseinandersetzungen im September 1923 wieder. Not,
Hunger, Elend nahmen in der jungen Republik
dramatische Züge an. Viele Kinder wurden in
den Schulen mit warmen Mahlzeiten versorgt. Die
Inflation trieb wild wuchernde Blüten und
führte im November 1923 zu einer
Währungsreform mit drei verschiedenen
Währungen, der alten Goldmark, der Rentenmark
und der Papiermark, wobei 1 Billion – eine Eins mit
12 Nullen – Papiermark einer Goldmark oder einer
Rentenmark entsprach.
Kurz nach der Währungsreform wurde
Reichskanzler Gustav Stresemann gestürzt und
unter dem neuen Reichskanzler Wilhelm Marx zum
Außenminister berufen.
Der erste Reichstag der Republik wurde im März
1924 vorzeitig aufgelöst. Die Wahlen zum
zweiten Reichstag stärkten die extremen
Flügel, weswegen für die Regierung in
alter Besetzung keine stabilen
Mehrheitsverhältnisse im Parlament zu finden
waren.
1924 starb Franz Kafka. Thomas Mann
veröffentlichte "Der Zauberberg". Der
Vorschlag der bayerischen Landespolizei, den
österreichischen Staatsbürger Adolf
Hitler abzuschieben, wurde vom bayerischen
Innenminister auf Betreiben durch den
Justizminister des Landes abgelehnt.
Im darauf folgenden Jahr wurde die
Nationalsozialistische Arbeiterpartei (NSDAP) neu
gegründet. Das Deutsche Museum in München
wurde eingeweiht. Adolf Hitlers "Mein Kampf"
erschien. Lovis Corinth starb.
Im Mai 1925 fand die 100. Ausstellung der Galerie
Goltz statt und zeigte eine
umfangreiche Kollektion der Werke Paul
Klees. Der Juni bot in Mannheim die
Ausstellung "Neue
Sachlichkeit" an. Unter anderem waren Max
Beckmanns "Familienbildnis" und George Grosz
"Professor Freud gewidmet" zu sehen.
Die wirtschaftliche Lage in Deutschland verbesserte
sich ebenso wenig wie diejenige der Buchhandlung
Goltz und der "Neue Kunst – Hans Goltz". Die hohe
Miete und das umfangreiche Lager wirkten sich
negativ auf die Wirtschaftlichkeit aus und
führten zu Überlegungen, das
Geschäft zu verkleinern.
Bedenkliche Anzeichen einer Wirtschaftskrise
zeigten sich 1926, als die Frühjahrsmesse in
Köln wegen der Absatzkrise ausfiel und die
renommierte Leipziger Messe lediglich einige
Sonderausstellungen veranstaltete. Ein
Volksentscheid zur Frage der Abfindung für
enteignete Besitztümer in ehemaligen deutschen
Gebieten ergab keine Mehrheit für ein Gesetz
zur entschädigungslosen Anerkennung dieser
Enteignungen. Noch vor der Volksabstimmung war der
ehemalige deutsche Kaiser aus "Bedürftigkeit"
mit mehreren Millionen Mark für verloren
gegangene Liegenschaften entschädigt worden
war.
George Grosz, der nicht nur bei Hans Goltz
ausstellte, sondern auch von ihm vertreten worden
war, malte das Bild "Die Stützen der
Gesellschaft" mit den Totengräbern der
Weimarer Republik: konservative Akademikerschaft,
reaktionäre Presse, Kapitalisten, Vertreter
einer ebenfalls konservativen Kirche,
Militär.
Justin Thannhauser, der Sohn des
Galeriegründers Heinrich Thannhauser, verlegte
den Stammsitz des Hauses nach Berlin, um die
Filiale in München 1928 zu
schließen.
Während das Volk darbte, erhielten
Funktionäre und Offiziere des alten Regimes
von der Republik großzügige Pensionen,
wie eine Denkschrift vom Dezember 1926 belegt, in
welcher beispielsweise von monatlichen
Gehältern von 12000 Mark für die Prinzen
von Bayern berichtet wird.
"Wir sind Gefangene. Ein Bekenntnis zu diesem
Jahrhundert" lautete der Titel der im April 1927
erschienenen Autobiographie Oskar Maria Grafs. Sie
wurde als Zeitdokument zur sozialen und seelischen
Gefangenschaft, in welche die Gesellschaft die
einzelnen Personen zwingt, gewertet.
Im August 1927 fand in Nürnberg ein Parteitag
der NSDAP statt, worüber die Presse
berichtete, der Höhepunkt der
nationalsozialistischen Bewegung sei
überschritten, was als grobe
Fehleinschätzung der tatsächlichen
Verhältnisse beurteilt werden muss.
Hans Goltz, der zunehmend unter wirtschaftlichen
und gesellschaftlichen Druck geraten war,
organisierte eine Ausstellung mit Werken Wassily
Kandinskys. Für 1928 war der Umzug von
Buchhandlung und Galerie in die Brienner
Straße 55 vorgesehen.
Im Oktober 1927 reiste Hans Goltz nach Baden-Baden
und starb dort am 21. Oktober
Zum Thema:
Die
Ausstellungen der Galerie Goltz
1912-1927
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