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Friedrich Weinbrenner
(1766-1826)
Geboren am 24. November 1766 in Karlsruhe, erlernte
Friedrich Weinbrenner im väterlichen Betrieb,
ebenso wie sein Bruder, das Zimmermann-Handwerk.
Doch bald entdeckte er seine Neigung zur Baukunst.
Er besuchte das Gymnasium und war danach einige
Zeit in der Schweiz als angehender Baumeister
tätig. Lehr- und Wanderjahre folgten.
Über Wien, Dresden und Berlin kam Weinbrenner
1793 nach Rom, wo er bis 1797 die Gebäude der
Antike und ihre Entwurfsregeln studierte.
Sein langgehegtes Ziel, in seiner Heimatstadt
Karlsruhe seine Ideen umzusetzten, erfüllte
sich 1797. Weinbrenner wurde Bauinspektor im
fürstlichen Bauamt und trat 1801 die Nachfolge
von Baudirektor Wilhelm Jeremias Müller an.
Die Stelle als oberster Baubeamter Badens, als
Stadtplaner, Architekt und Lehrer behielt er bis an
sein Lebensende am 1. März 1826.
Gleich zu Beginn seiner verantwortlichen
Tätigkeit als Bauinspektor sah sich
Weinbrenner vor ungewöhnliche Aufgaben
gestellt. Kaum hatte man in Ansätzen die
baulich-städtebaulichen Schlüsse aus der
1771 erfolgten Vereinigung Baden-Durlachs mit der
Markgrafschaft, Baden-Baden gezogen, führte
der Frieden von Lunéville zu einer weiteren
Gebietsvergrößerung und zur Erhebung
zunächst zum Kurfürstentum, 1806 zum
Großherzogtum. Das Land Karl Friedrichs war
auf das fast Zehnfache gewachsen. Zugleich stiegen
die Ansprüche an die Stadtplanung und an das
Bauwesen in der Residenz. Dass das Bauamt diesen
voll gerecht werden konnte, bleibt das Verdienst
Weinbrenners.
Mit Leo von Klenze und Karl Friedrich Schinkel ist
er der namhafteste Vertreter des klassizistischen
Baustils in Deutschland.
Neben seinem Wirken in Karlsruhe hat er sich sehr
in Baden-Baden engagiert.
1804 entstand in der für Friedrich
Weinbrenners typischen klassizistischen Bauweise
ein in drei Teile gegliedertes Gebäude am
Baden-Badener Marktplatz. "MUSEUM
PALÄOTECHNICUM" wurde es genannt. Der
Mittelteil beherbergte die eigentliche
Museumssammlung: Funde aus der Römerzeit in
relativ bescheidenem Umfang. Der linke Seitenraum
war als Trinkraum für Thermalwasser konzipiert
und im rechten Seitenraum konnte die neu gefasste
Ursprungsquelle besichtigt werden.
In Baden-Baden sind folgende Bauwerke von ihm noch
zu sehen:
Der Badische Hof (1807-1809)
Das Palais Hamilton (1808)
Boutiquen in den Kolonnaden (1818)
Internationaler Club (1818-1820)
Das Kurhaus (1821-1824)
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