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Urkunde für Schiller

"le sieur Gillé, publiciste Allemand"
Friedrich Schiller erhielt 1792 den Titel "citoyen Français ", französischer Bürger. Die Urkunde trägt die Unterschrift Dantons.

 

 

BADEN-BADEN  Geschichte


Mit der Ehrenbürgerwürde hat es folgende Bewandtnis: Friedrich Schiller hatte die Französische Revolution von 1789 mit verhaltener Sympathie verfolgt, die Hinrichtung des Königs und den jakobinischen Terror aber verurteilt. In Frankreich sind Schillers Stücke ab 1785 gespielt worden, 1792 hat man in Paris eine dem Revolutionsgeschehen angepaßte Version der "Räuber" viele Male mit Erfolg aufgeführt. Laut lobten die Zeitungen die fortschrittliche Gesinnung des Autors. Am 26. August 1792 beschloß die Nationalversammlung, eine Reihe von Persönlichkeiten, die sich um Freiheit und Humanität verdient gemacht hätten, zu französischen Ehrenbürgern zu erheben. Vorgesehen für die Ehrung waren unter anderen Washington und Klopstock. Auf Antrag des Straßburger Abgeordneten Philipp Jakob Rühl wurde Schiller zusätzlich in die Liste aufgenommen, wobei man den Namen phonetisch mit "Gillé" festhielt. Die Übermittlung des Bürgerdiploms an Schiller stieß auf mannigfache Hindernisse, erst zu Anfang des Jahres 1798 hielt es der Geehrte in Händen. Mit der Annahme der Verleihung hat Schiller nicht nur ein eingeschränktes Ehrenrecht, sondern die volle, auf Nachkommen übertragbare französische Staatsbürgerschaft erlangt, ohne seine bisherige Staatsangehörigkeit in Deutschland zu verlieren - er war Doppelstaatler geworden. Die bedeutungsvolle Urkunde überließ Schiller der Weimarer Bibliothek, erbat sich jedoch eine beglaubigte Kopie für den Fall "... wenn etwa einmal eins meiner Kinder sich in Frankreich niederlassen und dieses Bürgerrecht reklamieren wollte". Fortwirkende Rechte der Nachfahren waren mithin von Anbeginn klar erkannt. Für Alexander von Gleichen-Rußwurm waren sie von schicksalhafter Tragweite geworden.

Reiner Haehling von Lanzenauer - Schillers Urenkel, Badische Heimat 1996, Heft 4, S. 649

"Mosjöh Gille" ist ein Kapitel in Johannes Lehmanns etwas anderer Schiller-Biografie "Unser armer Schiller" gewidmet.

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Unser armer Schiller
Johannes Lehmann
Geb. Ausgabe, 335 Seiten, Silberburg Verlag

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