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Ulrika Franziska Nisch
(1882-1913)
Die Kindheit der späteren
Schwester Ulrika war geprägt von bitterer
Armut, Entbehrungen und tiefer
Religiosität.
Am 18. September 1882 wurde sie als uneheliches
Kind in Mittelbiberach-Oberdorf geboren und wuchs
die ersten sechs Jahre ihres Lebens bei den
Großeltern auf. Danach lebte Franziska Nisch
bei ihren leiblichen Eltern, die mittlerweile
geheiratet hatten. Der Vater war Taglöhner und
schaffte es kaum, die immer größer
werdende Familie zu versorgen. Neben dem
Schulbesuch musste Franziska Nisch Botendienste und
kleiner Arbeiten verrichten, um ihren Beitrag zur
Versorgung der Familie zu leisten.
1894 beendete sie die Schule, in welcher sie mit
großer Hingabe dem Religionsunterricht
gefolgt war, und wurde Dienstmädchen. Sieben
Jahre später ging sie als Hausmädchen
nach Rorschach in die Schweiz und kam während
einer schweren Erkrankung im Jahr 1904 mit den
Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Kreuz, die sie
aufopferungsvoll pflegten, in Kontakt.
Diese Erfahrung und das sozialreformerische
Engagement der "Kreuzschwestern" bewogen Franziska
Nisch noch im selben Jahr um Aufnahme in das
deutsche Provinzhaus der Kongregation in Hegne am
Bodensee zu bitten.
Nach ihrer ersten Profess im Jahr 1907 arbeitete
Schwester Ulrika, wie die Ordensfrau genannt wurde,
als Hilfsköchin in Bühl und danach als
Küchenschwester im Vinzentiushaus in
Baden-Baden. Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit und
ein großer Einsatz für Mitmenschen
zeichneten ihr Wesen aus.
Die schwer körperliche Arbeit, die zu
verrichten war, das entsagungsreiche Leben und
angesichts der herrschenden gesellschaftlichen
Missstände aufkommende Glaubensnöte
belasteten Schwester Ulrika bis an ihre
körperlichen Grenzen.
Im Sommer 1912 kehrte sie schwerkrank in das
Provinzhaus nach Hegne zurück, wo sie am 8.
Mai 1913 an Tuberkulose starb.
Auf dem Klosterfriedhof von Hegne wurde Schwester
Ulrika beigesetzt. Ihr Grab wurde von vielen
hilfesuchenden Menschen besucht, die von
wunderbaren Gebetserhörungen berichteten.
Diese Berichte und das überzeugende tief
religiöse Leben Schwester Ulrikas führten
dazu, dass sie von Papst Johannes Paul II. am 1.
November 1987 selig gesprochen wurde.
Seit 1991 ruhen die sterblichen Überreste der
Frau, die immer Verständnis für die
Nöte anderer aufbrachte und die ständig
bemüht war, Notleidenden zu helfen, in der
Krypta der Klosterkirche von Hegne. Etliche soziale
Einrichtungen, wie z.B. Kindergärten oder
Mutter-Kind-Projekte, sind nach Ulrika Franziska
Nisch benannt.
Von Rika Wettstein, Baden-Baden
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