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Therese Lachmann

Therese Lachmann - vom Ghettokind zur Adligen

Im jüdischen Ghetto Moskaus wurde Therese Lachmann im Jahr 1819 als Tochter eines Webers geboren. Als Therese 17 Jahre alt war verheiratete sie ihr Vater mit dem Schneider Antoine Villoing. Nach zwei Jahren Ehe verließ Therese Ehemann und kleinen Sohn und reiste nach Paris. Sie arbeitete hart, um sich eine Garderobe zulegen zu können, die es ihr erlaubte, sich einen reichen Galan zu suchen, und reiste an die von der Gesellschaft bevorzugten Orte, um eine passende Gelegenheit zu finden. In Bad Ems traf sie den Konzertpianisten Henri Herz, der sie in Paris bei seiner Familie unterbrachte und ihr ein aufwendiges Leben mit teurer Garderobe, Schmuck und gepflegter Salonkonversation ermöglichte. Richard Wagner und Hans von Bülow zählten unter anderem zu Thereses Gästen im Hause Herz. Dieses Leben fand ein Ende, als Henri Herz zu einer Konzerttournee nach Amerika aufgebrochen war und seine Familie Therese kurzerhand vor die Tür setzte.

Nach Jahren der Entbehrung traf Therese Villoing mit neuer Garderobe ausgestattet in England ein, suchte sich einen Gönner und reiste mit diesem nach Baden-Baden, wo sie dem portugiesischen Herzog de Paiva-Araujo begegnete, mit dem sie ihre zweite Ehe einging, da ihr erster Ehemann mittlerweile verstorben war. Das Zusammensein mit dem vermögenden Marquis dauerte jedoch nicht lang. Der Marquis zog sich nach Portugal zurück. La Paiva, wie Therese fortan genannt wurde, blieb in Paris und führte ein luxuriöses Leben im elegantesten Haus an den Champs Elysées. Der preußische Graf Guido Henckel von Donnersmarck trug wesentlich zur Finanzierung dieses Lebensstils bei.

Nach dem Ende des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 wurde die zweite Ehe der Paiva annulliert und ihre dritte Eheschließung, dieses Mal mit dem preußischen Grafen, möglich. Der Beliebtheitsgrad der mittlerweile deutschen Gräfin war in Paris jedoch wegen ihrer freundschaftlichen Haltung gegenüber dem deutschen Kaiserreich gesunken. Ihre großen Empfänge gehörten der Vergangenheit an. 1878 verließen Therese und Guido Henckel von Donnersmarck Frankreich und lebten in Schlesien auf Schloss Neudeck, wo Therese 1884 starb und von ihrem Ehemann viele Jahre in Alkohol konserviert wurde, da er sich, obwohl zum zweiten Mal verheiratet, nicht von seiner großen Liebe trennen wollte.

Von Rika Wettstein, Baden-Baden







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