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Heinrich Strobel

Heinrich Strobel (1898-1970)

Friedrich Bischoff, der erste Intendant des neugegründeten Südwestfunks, wurde 1946 von der französischen Militärregierung eingesetzt. Er berief in der ersten Aufbauphase des Senders den Musikkritiker und engagierten Anwalt der "Neuen Musik" (der Musik nach 1900), Dr. Heinrich Strobel, als "Abteilungsleiter Musik" nach Baden-Baden.

Der gebürtige Regensburger Strobel kannte Baden-Baden aus den 20er Jahren, wo er für verschiedene Zeitungen über die musikalischen Aktivitäten der Bäderstadt geschrieben hatte.

Diese Personalentscheidung Bischoffs war ein Glücksfall für den Südwestfunk und für die Stadt, denn Strobel machte Baden-Baden neben Darmstadt und Köln zum Hauptumschlagplatz für die "Neue Musik" in Europa. Strobel war auch Herausgeber von"MELOS - ZEITSCHRIFT FÜR NEUE MUSIK".

Zehn Jahre lang sah man in der Kurstadt die prominentesten Komponisten und Dirigenten. Als ersten Gast von Weltruhm holte Strobel 1946 Otto Klemperer zu einem Konzert nach Baden-Baden. Neben Mozart und Beethoven spielte Klemperer auch ein zeitgenössisches, dreisätziges Stück von Arthur Honegger "Sinfonie für Streichorchester".

Noch mehr Publizität für Strobel und Baden-Baden brachte ein aufsehenerregendes Konzert mit Paul Hindemith, das im Oktober 1948 im Kurhaus stattfand. Die damaligen Musikkritiker schrieben "von einem einmaligen Ereignis" und Besucher reisten Hunderte von Kilometern, um dem Konzert beizuwohnen.

Strobel setzte sich auch für das
Baden-Badener Sinfonie-Orchester ein und holte deshalb Hans Rosbaud nach Baden-Baden, der das Orchester zu einem der führendsten in Deutschland machte.

Auf Geheiß Strobels musste Rosbaud jedoch das Dirigentenpult im Kurhaus und im Funkstudio mit vielen Berühmtheiten teilen. So dirigierten u.a. in Baden-Baden: Strawinsky, Honegger, Werner Egk, Paul Sacher, Bruno Maderna, Paul Kletzki, Roger Desomiere, Andre Clytens, Hans Schmidt-Isserstedt, Ernest Ansermet, Leopols Stokowski, Karl Böhm, Mario Rossi, Carl Schuricht und
Pierre Boulez, der seit über 40 Jahren in Baden-Baden wohnt.

Heinrich Strobel versah sein Amt recht eigenwillig, er vergab Kompositionsaufträge in alle Welt, ohne seine Vorgesetzten um Zustimmung zu bitten oder um Rat zu fragen. Bei den heutigen Verhältnissen wäre dies undenkbar, dass ein schlichter "Abteilungsleiter Musik" sich diese Freiheiten nimmt. Auch den Wunsch vieler Radiohörer nach "leichter musikalischer Unterhaltung" ignorierte Strobel. Stattdessen ließ er neue, avantgardistische Werke so lange ausstrahlen, bis sich die Hörer daran gewöhnt hatten.

Man kann heute mit Recht behaupten, dass Dr. Heinrich Strobel in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts deutsche Musikgeschichte geschrieben hat und den Bereich der modernen Tonkunst in Deutschland maßgeblich beeinflusst hat.

Zu Baden-Baden hatte Strobel ein zwiespältiges Verhältnis. Er pflegte Menschen zu sagen, die sich bei ihn vorstellten, um ihre Arbeit beim Sender aufzunehmen: "Baden-Baden ist ein kleines Provinznest. Ich weiß nicht, ob Sie sich wohlfühlen werden. Allerdings: die musikalische Prominenz kommt zu uns".

Heinrich Strobel starb im August 1970 im Alter von 72 Jahren. Danach war Baden-Baden lange Zeit "musikalische Provinz". Man versuchte zwar, die "Ära Strobel" wieder zu beleben, und so beschloss 1974 der Gemeinderat einstimmig im Stadt- und Kurort-Entwicklungsplan, dass jährlich zwei Festivals aus dem Bereich Musik-Theater-Malerei als feste Einrichtung organisiert werden sollten. Leider haben sich damals weder die Stadt noch die Kurdirektion an diesen Beschluss gehalten.

Von Wolfgang Peter, Baden-Baden



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