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Der große Stadtbrand von 1689

Pater Hippolyt, der Hausgeistliche der Witwe des badischen Markgrafen Wilhelm Leopold I., hat 1695 in Frankfurt ein Buch über das Leben der Markgrafen von Baden veröffentlicht, worin in einem ausführlichen Bericht die Vorgänge im August 1689 in der Residenzstadt des badischen Teils der Markgrafschaft Baden nachzulesen sind.

Die Residenzstadt Baden befand sich in folgender Situation:
Der Regent, Markgraf Wilhelm Ludwig, ein Neffe der verwitweten Markgräfin Maria Franziska, kommandierte als Oberbefehlshaber des deutschen Kaisers Leopold I. im Osten des deutschen Reiches seine Truppen vor allem zur Verteidigung des Reiches gegen die Türken.

Die Residenzstadt und die Markgrafschaft waren den einfallenden Truppen des französischen Königs Ludwig XIV., die 1688 im Gebiet zwischen Rhein und Neckar wüteten, schutzlos ausgeliefert. 30000 Mann waren unter dem Kommando des Marschalls Graf Duras in badisches Gebiet eingefallen. Der Einmarsch sächsischer Truppen hatte die französischen Truppen nur für kurze Zeit vertrieben. 1689 waren sie wieder auf deutschem Terrain mit dem Befehl, alle eroberten Gebiete vollständig zu zerstören.

Im Mai 1689 hatten sich der in Augsburg im Jahr 1886 beschlossenen Großen Allianz deutscher Fürsten die Niederlande, England und Spanien angeschlossen mit dem Ziel, der Eroberungswut des französischen Königs Ludwig XIV. ein Ende zu setzen. Der französische "Sonnenkönig" befahl aufgrund dessen die Verwüstung der umkämpften Gebiete, um den Verteidigern derselben keine Lebensmöglichkeit einzuräumen.

Zwar waren bis zum August 1689 deutsche Schutztruppen in strategisch bedeutsamen Orten stationiert, sie wurden dann allerdings "ins Gebürg" abgezogen.

Am 13. August 1689 verließ nicht nur die Schutztruppe die Residenzstadt Baden, sondern auch die Mehrzahl ihrer Bürger, um sich über Gernsbach in den Schwarzwald zurückzuziehen. Auch Markgräfin Maria Franziska verließ Schloss Baden und floh über das Kloster Lichtenthal nach Schloss Eberstein.

Von dort setzte sie sich mit Marschall Graf Duras in Verbindung und setzte in von einem Versprechen des französischen Königs, die Residenzstadt Baden zu verschonen, in Kenntnis. Ein Kurier sollte nach des Marschalls Willen nach Paris geschickt werden, um die Bestätigung dieses Versprechens einzuholen, da sein Befehl die komplette Zerstörung des gesamten eingenommenen Gebietes war.

Markgräfin Maria Franziska kehrte nach Baden zurück in der Hoffnung, durch ihre Anwesenheit das Schlimmste für die Stadt verhindern zu können. Der Kurier nach Paris wurde mit großen Mühen, weil es an Geld und Pferden mangelte, auf den Weg geschickt.

Mittlerweile hatte sich in der Stadt allerlei Gesindel eingefunden und plünderte ebenso wie die in französischen Diensten stehenden Soldaten in der fast menschenleeren Stadt, in der nur alte und gebrechliche Menschen und ein paar wenige, die auf die Gnade des französischen Königs hofften, zurück geblieben waren. Der Rest war geflohen "in die Hölen und Wohnungen der wilden Tiere" um dort Trost und Hilfe zu suchen, "weilen sie bey den Menschen, die sich die Allerchristlichen nennen, nichts dergleichen antreffen konnten."

Schonung erfuhr die Stadt nicht, während der Kurier unterwegs war. Selbst die fünf Männer, die zum Schutz der Markgräfin abgestellt waren, hinderten niemanden daran Gräueltaten zu begehen.

Die energische Markgräfin gab nicht auf, sondern wandte sich abermals an den Kommandanten Graf Duras mit dem Ergebnis, dass dieser am 17. August 1689 400 Mann eines Fußtrupps in die Stadt einrücken ließ, um die Plünderungen vermeintlich einzudämmen, jedoch mit dem Effekt, dass diese ihrerseits eifrig raubten, misshandelten, missbrauchten und die Weinvorräte aus den Kellern versoffen.

Am 18. August 1689 schleppte Gesindel alles, was nicht niet- und nagelfest war, aus dem ungeschützten Schloss Hohenbaden und steckte das Schloss anschließend in Brand.
Am selben Tag rückten Wagen vor Schloss Baden vor. Geplant war, Wein und Pflanzen wegzubringen. Den Wein gab Markgräfin Maria Franziska heraus, ihre Gartenanlagen wollte sie jedoch weder plündern noch verwüsten lassen und erzielte mit ihrer Weigerung tatsächlich einen vorläufigen Erfolg.

Am 19. August 1689 sollte Fourage, d.h. Futter für die Pferde, beschafft werden. Das war zwar reichlich vorhanden, war aber für die Soldaten nicht von Interesse. Sie suchten nach Geld und Wein und drangsalierten die Zurückgebliebenen aufs Ärgste.

Am 21. August 1689 kam Marschall Graf Duras persönlich mit seinem Stab aus Rastatt und ließ der Markgräfin über Pater Hippolyt ausrichten, dass er willens sei, dem Befehl seines Königs zu gehorchen und die Stadt in Schutt und Asche zu legen, woran ihn auch die Anwesenheit der Markgräfin nicht hindern werde.

Die Markgräfin versuchte ein letztes Mal, die Zerstörung des Schlosses und der Stadt zu verhindern, mit der Begründung, das Schloss Baden sei ohne Befestigungsanlagen erbaut und deshalb sicherlich nicht geeignet, möglichen Befreiern als Stützpunkt zu dienen.

Kommandant Duras versicherte, ohne die Antwort seines Königs keine Entscheidung zugunsten der Stadt fällen zu wollen und betonte, unterdessen für die Sicherheit der Markgräfin nicht garantieren zu können. Er riet ihr zur Flucht, die allerdings mangels Transportmöglichkeiten nicht verwirklicht werden konnte.

Am 22. August 1689 wurden von 1800 Männern die Befestigungsanlagen den Stadt nieder gerissen. und die Stadtgräben gefüllt. Tags darauf wurde unter den Klängen einer Militärkapelle die Stadtmauer eingerissen.

Stadtbrand  1689

Am Morgen des 24. August 1689 wurde mit der endgültigen Zerstörung der Stadt begonnen. Markgräfin Maria Franziska war es noch gelungen, das Schloss zu verlassen, ehe es in Brand gesteckt wurde. Rauchwolken verfinsterten den Himmel als ob die "so hell und prächtig aufgegangene Sonne ihren Glanz verbergen wollte in dieser Finsternis, um die Vollstreckung dieser barbarischen Grausamkeit nicht anzusehen".


Die Stadt brannte lichterloh. Selbst die Stiftskirche wurde zerstört, nachdem die dortigen Gräber geschändet worden waren.

Am Abend des Bartholomäustages des Jahres 1689 war die Residenzstadt Baden nur noch ein qualmender Trümmerhaufen.

Von Rika Wettstein, Baden-Baden




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