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Romantik und Weltbad

Anders als nach seiner ersten Zerstörung im Jahr 260 versank der Kurort im Jahr 1689 nicht wieder für Jahrhunderte in der Bedeutungslosigkeit, obwohl Markgraf Ludwig Wilhelm, der "Türkenlouis", 1706 seine Residenz nach Rastatt verlegte.

Anfangs recht zögerlich, zur Mitte des 18. Jahrhunderts hin jedoch rascher, wurden die stadbildprägenden Gebäude wie Stiftskirche, Kapuzinerkloster, Jesuitenkolleg und Kloster vom Heiligen Grab wiederaufgebaut.

Die Konzession für das Glückspiel im Jahr 1748 gab der Stadt einen neuen Impuls und neue Entwicklungsmöglichkeiten. Im Jahr 1750 sollte gar eine
Porzellanmanufaktur entstehen. 1755 wurde eine Bäderkommission eingesetzt. 1766 wurde am linken Oosufer, also außerhalb der früheren Stadtmauer, ein Promenadenhaus errichtet und damit das spätere Kurviertel begründet.

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Wiederaufbau und Ausbau der Stadt im wesentlichen durch den Karlsruher Baumeister
Friedrich Weinbrenner bestimmt, der im klassizistischen Stil Gebäude wie das heutige Kurhaus, das Palais Hamilton und das Badhotel Badischer Hof entstehen ließ.

Zu diesem Zeitpunkt war die badische Linie der Markgrafen von Baden ausgestorben und Karl Friedrich, Markgraf von Baden-Durlach (1738-1811), hatte die Regentschaft übernommen. Er lud zum Rastatter Kongress, 1797-1799, in welchem über einen europäischen Frieden mit Frankreich verhandelt wurde. Abwechslung und Entspannung fanden die Kongressteilnehmer im nahen Baden-Baden, was sicherlich nicht ohne Werbeeffekt für die Stadt blieb. Vor und während des Rastatter Kongresses waren die ständigen Feindseligkeiten in Europa wieder in Kriege ausgebrochen.

Das französische Bürgertum hatte seine Revolution gegen den Adel und den Klerus im Jahr 1789 auf grausame Weise vollzogen und war, vor allem gegen die Habsburger, in den Krieg gezogen. Die zehnjährige Schreckensherrschaft der französischen Revolutionäre war durch die Militärdiktatur des Generals Napoleone Buonaparte, des späteren französischen Kaisers Napoléon I., abgelöst worden. Dieser bekriegte nun seinerseits die feudalherrlich geführten Länder Europas, was letztendlich dazu führte, dass das zerfallende Deutsche Reich im Jahre 1803 neu geordnet wurde und u.a. kirchliche Besitztümer verstaatlicht wurden. Die Markgrafschaft Baden wurde großzügig mit Ländereien bedacht, so dass sie sich vom Hochrhein bis nach Mannheim erstreckte, und sie wurde zum Großherzogtum, einer Zwischenstufe zwischen Königreich und Herzogtum, erhoben. Die Vielfältigkeit dieses Badner Lands wird anschaulich im sogenannten
Badner Lied verdeutlicht.

Die napoleonischen Kriege, die wieder schwerste Unruhen und Verluste über Deutschland und Europa brachten, führten zum Wiener Kongress 1814/1815, in welchem Deutschland eine neue Gliederung und eine neue Verfassung gegeben werden sollte. Das Großherzogtum Baden blieb in seinem Status und in den Grenzen des Jahres 1803 unangetastet. Für den Kurort hatte diese Tatsache wohl zur Folge, sich den Rest des 19. Jahrhunderts, verschont von Kriegen und Revolutionen, seiner Entwicklung zur "Sommerhauptstadt Europas" widmen zu können.

Ein großes gesellschaftliches Ereignis für Baden-Baden war der Fürstenkongress von 1860. Nach Ende des Krieges von Sardinien und Frankreich gegen Österreich sahen die deutschen Fürsten mit großer Sorge einem Konflikt zwischen Frankreich und Österreich auf deutschem Boden entgegen. Auf Einladung des preußischen Prinzregenten Wilhelm fand daher vom 16. bis 18. Juni 1860 ein Fürstentreffen statt, auf dem Napoleon III. beruhigende Zusicherungen gab.

Fürstenkongress 1860

Teilnehmer des Fürstenkongresses tafeln im Alten Schloss.
Holzstich nach einer Zeichnung von L. Braun.


Badekuren, Glücksspiele, Pferderennen, kulturelle Ereignisse, die schöne Landschaft, das milde Klima, exklusive Sportarten, wie Tennis, Golf und Reiten, zogen den deutschen und europäischen Adel ebenso an wie Dichter, Maler und Musiker. Die Künstler erfreuten sich wohl in erster Linie an der stimmungsvollen Landschaft, in der sie ihre schwärmerischen Gefühle ausleben konnten. Um das Jahr 1800 herum begann sich das vernunftorientierte Denken der Aufklärung in das von subjektiven Stimmungen und der Suche nach der Vollkommenheit bestimmte Fühlen der Romantik zu wandeln, das von den Künstlern in Wort, Bild und Ton umgesetzt wurde. Maler wie Eugène Delacroix,
Gustave Courbet und Anselm Feuerbach waren von Baden-Baden genauso angezogen wie die Dichter Johann Peter Hebel, Ludwig Uhland, Nikolaus Lenau und Theodor Storm.

Eine bedeutende Rolle spielten die Musiker, unter ihnen
Clara Schumann, Pauline Viardot, Johannes Brahms, Franz Liszt und Hector Berlioz. In von den Spielbankpächtern Bénazet ins Leben gerufenen auserlesenen Konzertveranstaltungen boten sie ihre Kunst dar.

Badens außergewöhnliches Flair zog auch russische Künstler an, allen voran die Dichter Gogol, Tolstoi,
Dostojewski und Turgenjew. Im Roman "Der Spieler" von Dostojewski und dem Roman "Rauch" von Turgenjew haben beide der Kurstadt ein geschriebenes Denkmal gesetzt.

Viele der Gäste kamen häufiger oder blieben für einige Jahre, weswegen sich eine rege Bautätigkeit entwickelte. Hotels und Bäder mit prächtig verzierten Fassaden und reich ausgestattetem Intérieur entstanden ebenso wie das Theater oder die vielen Villen, die im Stil der Neorenaissance und des Neobarock oder im Schweizerhausstil an en Berghängen oder entlang der Oos in Richtung Lichtental gebaut wurden.

Das 1811 gegründete Badewochenblatt veröffentlichte alles Wissenswerte über die Gäste, ob es sich um die englische
Queen Victoria oder das spätere deutsche Kaiserpaar Wilhelm und Augusta von Preußen, das sich seit 1850 regelmäßig in Baden-Baden aufgehalten hat, den italienischen Meistergeiger Paganini oder den amerikanischen Schriftsteller Mark Twain und viele andere mehr oder weniger berühmte Persönlichkeiten handelte.

Elegant, kulturell anspruchsvoll und voll sprühender Vitalität präsentierte sich die zum Weltbad gewordene Kurstadt am Ende des 19. Jahrhunderts.

Stadtplan von 1896

Stadtplan von 1896
Wenn Sie den Kartenausschnitt anklicken, dann erscheint der ganze Stadtplan.

Von Rika Wettstein, Baden-Baden




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