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Rahrl Varnhagen von Ense

Rahel Varnhagen von Ense (1771-1833)

Am 19. Mai 1771 wurde die Schriftstellerin als ältestes Kind der wohlhabenden jüdischen Kaufmannsfamilie Levin in Berlin geboren. Die streng orthodoxe Ausrichtung des Elternhauses verhinderte eine umfassende Bildung Rahels und ihrer vier Geschwister. Rahel Levin erwarb sich ihr bemerkenswertes Wissen durch Lesen.

Der in jüdisch-orthodoxen Kreisen gepflegten frühen Verheiratung konnte sich Rahel Levin entziehen. Sie konnte sich allerdings nach dem Tod des Vaters im Jahr 1790 nicht durchsetzen und die Leitung des väterlichen Unternehmens übernehmen. Diese musste sie ihrem um ein Jahr jüngeren Bruder Markus überlassen.

So richtete die junge Frau einen regelmäßigen Treffpunkt des Gedankenaustausches ein und führte einen so genannten literarischen Salon. Bis 1806 trafen sich in ihrem Salon bedeutende Vertreter kulturellen und politischen Lebens zum freien Meinungsaustausch ohne Rücksicht auf konfessionelle Zugehörigkeit oder Standesunterschiede.

Während dieser Zeit verließ sie einige Male Berlin um zu reisen. Unter anderem reiste sie 1795 nach Karlsbad und wurde dort dem deutschen Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe vorgestellt, der von der Eigenständigkeit des Denkens der jungen Frau beeindruckt gewesen ist. Nicht minder beeindruckt war Rahel Levin von den Goetheschen Werken, worüber sie sich unter anderem in der Korrespondenz mit ihrem späteren Ehemann Karl August Varnhagen (1785-1858) austauschte.

Mit diesem war sie im Jahr 1803 erstmals zusammen getroffen. Danach hatten sich ihre Wege bis zu einem zufälligen Treffen im Jahr 1808 wieder getrennt. Zu jenem Zeitpunkt war das gesellschaftliche Leben Berlins durch den Einmarsch Napoleons I. und die Besetzung der preußischen Hauptstadt zum Erliegen gekommen. Rahel Levins literarischer Salon fand nicht mehr statt. Wirtschaftliche Probleme plagten das Levinsche Unternehmen. Die Familie hatte zudem unter dem als Folge der französischen Besatzung aufkommenden Nationalbewusstsein der Deutschen, das sich auch gegen die Juden richtete, zu leiden.

Die auf Goethe bezogenen Passagen im Briefwechsel zwischen Rahel Levin und Karl August Varnhagen wurden 1812 im "Morgenblatt für gebildete Stände" des Tübinger Verlegers
Johann Friedrich Cotta veröffentlicht. Zwei Jahre zuvor hatten Rahel Levin und ihre Familie einen Namenswandel zum Nachnamen Robert vollzogen. Unter dem Namen Ludwig Robert war ihr 1778 geborener Bruder Liepmann als Schriftsteller tätig. Mit diesem tauschte sie eine Vielzahl an Briefen über den von beiden Geschwistern als solchen erkannten "Geburtsfehler", jüdischer Abstammung zu sein, aus.

Im Jahr 1814 heiratete die 43jährige Karl August Varnhagen, nachdem sie zum Protestantismus konvertiert war und den Taufnamen Antonie Friederike erhalten hatte. Ihr Mann, der 1811 den alten Adelstitel "von Ense" reaktiviert hatte, hatte 1809 die militärische Laufbahn eingeschlagen, war jedoch regelmäßig schriftstellerisch tätig und veröffentlichte Beiträge in Cottas Morgenblatt für die gebildeten Stände. In diplomatischer Mission für Preußen nahm er am Wiener Kongress teil und wurde im Jahr 1816 preußischer Geschäftsträger in der badischen Residenzstadt Karlsruhe.

Nach dem Umzug nach Karlsruhe hielt sich Rahel Varnhagen von Ense mehrmals in Baden-Baden auf. Erstmals im August 1816, wo die 45jährige ihren Worten zufolge eine "nicht besonders gelungen Badekur" erlebte, von der sie sich in Frankfurt am Main erholte. Dort war sie ein Jahr zuvor erneut mit Johann Wolfgang von Goethe zusammen getroffen, während ihr Mann mit Goethe erstmals im Jahr 1817 in Weimar zusammenkam.

Im Mai und Juni 1817 genoss sie allerdings den Sommer in der Kurstadt. Im Jahr darauf wagte sie sogar während ihres Aufenthalts das Glücksspiel und verlor dabei "einen ganzen Thaler". Im September 1819 hielt sich das Ehepaar kurz vor seinem Umzug nach Berlin für mehrere Wochen in Baden-Baden auf. Karl August Varnhagen von Ense war mitgeteilt worden, dass sein Posten zum 23. Oktober 1819 aufgehoben werde. Als Revolutionär wegen seiner Verbindungen zur
badischen Verfassungsbewegung eingeschätzt, wurde er in den Wartestand versetzt und erst 1825 rehabilitiert, um als Geheimer Legationsrat Preußens verschiedene diplomatische Aufträge zu erhalten.

Nach Berlin zurückgekehrt widmete er sich einer regen publizistischen und gesellschaftlichen Tätigkeit und eröffnete mit seiner Frau einen Salon, der wiederum namhafte Persönlichkeiten, unter anderem
Felix Mendelssohn Bartholdy anzog.

Im Jahr 1825 hielt sich das Ehepaar während einer Reise nach Weimar, Frankfurt am Main und Karlsruhe ein letztes Mal in Baden-Baden auf.

Rahel Antonie Friederike Varnhagen von Ense, der als Repräsentantin des Beginns der Frauenbewegung und als zentrale Figur der deutschen Romantik eine besondere kulturgeschichtliche Bedeutung zukommt, starb am 7. März 1833 in Berlin. Ihr Mann gab noch im selben Jahr mit "Rahel. Ein Buch des Andenkens" für ihre Freunde einen Teil ihrer umfangreichen Korrespondenz heraus. Weitere Publikationen folgten.

Von Rika Wettstein, Baden-Baden


 

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