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Rosel Heim

Rosel Heim (1902-1992)

Die weltbekannte Kosmetikerin wurde am 17.11.1902 als jüngstes von sechs Kindern der Friseurfamilie Wölfle im badischen Achern geboren.

Der Vater kümmerte sich in seiner Eigenschaft als Bader nicht nur um Haarschnitt und Rasur, sondern auch um Zähneziehen, Aderlass, Schröpfen, Hühneraugen und Wundbehandlung. Die Mutter hatte - für die damalige Zeit ausgesprochen ungewöhnlich - einen Damensalon mit "Heimservice" eingerichtet, d.h. sie fuhr mit dem Fahrrad über Land, um den Frauen die Haare zu richten.

Das Laborieren mit Heilkräutern und Tinkturen im Elternhaus inspirierte Rosel Wölfle dazu, ihre berufliche Zukunft in der Haut- und Schönheitspflege zu sehen.

Von 1920 bis 1927 war sie in Karlsruhe, München, Wien und Berlin auf Erkundungstour in ihrem Metier, die immer wieder unterbrochen war von Aufenthalten in Achern, wo sie in den schweren Zeiten nach dem Ersten Weltkrieg und während der Weltwirtschaftskrise den Eltern tatkräftig zur Seite stand. Bis zum Jahre 1929 arbeitete sie in einem Berliner Frisiersalon, dessen Inhaber die konventionelle Kosmetik vertrat und pflegte gleichzeitig intensiven Kontakt mit Elise Bock-Schröder, der ersten deutschen Kosmetikerin überhaupt.

Der Tod der Mutter (1929) holte sie nach Achern zurück, wo sie Otto Heim, einen ehemaligen Mitarbeiter ihres Vaters heiratete. Weder die Ehe noch die Geburt zweier Töchter brachten Rosel Heim von ihrem Vorhaben, Kosmetikpräparate auf Naturbasis zu entwickeln, ab. Erste Erfolge hatte sie ausgerechnet mit einer Hautpflegecreme für ihre erstgeborene Tochter. "Creme Anemone", in Handarbeit hergestellt, wurde zu einem sehr begehrten Produkt und bescherte Rosel Heim erste Aufmerksamkeiten und neue Aufträge, vor allem von Künstlern, besonders von Filmschauspielern.

Rosel Heim entwickelte ein Hautpflegeprogramm mit Präparaten, die z.B. Substanzen von Ringelblume und Johanniskraut enthielten und die auf bestimmte Hautsymptome abgestimmt waren.

Nachdem sich ihr Plan, in Berlin ein Kosmetikinstitut einzurichten, zerschlagen hatte, eröffnete sie in der Lange Straße 17 in Baden-Baden, der "Kurstadt mit Großstadt-Komfort und dem Fluidum von Welt. Für den streßgeplagten Asphaltmenschen ein Miniaturparadies" (wie in Rosel Heims Autobiographie zu lesen ist), ein Kosmetikinstitut, dem allmählich Zulauf beschieden war.

Rosel Heim

Im März 1939 erwarb sie ihr Diplom als Kosmetikerin an der weltberühmten Londoner West End Academy und eröffnete nach ihrer Rückkehr ein zweites Institut in Stuttgart, das am 26. Juli1944 einem Bombenangriff zum Opfer fiel.

Rosel Heim kehrte nach Baden-Baden zurück, wo sie "besatzungswichtig" wurde, da die Damen der französischen Besatzungsmacht, die ihr Hauptquartier in Baden-Baden eingerichtet hatte, großes Interesse an ihrer Kosmetik zeigten.

Harte Zeiten des Hungers und des Rohstoffmangels für ihre Präparate waren zu überstehen, ebenso wie die Belastung, fast rund um die Uhr im Einsatz als Kosmetikerin oder als Herstellerin ihrer Kosmetikmittel zu sein, was letztendlich zu einer schweren gesundheitlichen Krise führte.


Eine Besserung der Lage stellte sich für Rosel Heim ein, als Walter Friedmann 1949 in Bühl mit der Produktion kosmetischer Präparate in seiner Firma
Sans Soucis begann und Rosel Heims Produkte in Lizenz fertigte, die in den folgenden Jahrzehnten in mehr als 60 Länder exportiert wurden.

Rosel Heim selbst war weiter als Kosmetikerin tätig, bildete Kosmetikerinnen aus, schulte Vertreter und Depositäre und bemühte sich intensiv darum, der Kosmetik eine breitere Resonanz in der Bevölkerung zu verschaffen.

1951 gründete sie den Fachverband der deutschen Kosmetikerinnen. Sie reiste zu Fachkongressen, führte Studien in Paris, Beverly Hills und New York durch und unterhielt zahllose Kontakte zu Medizinern, Kolleginnen und langjährigen Kundinnen.

Nach Walter Friedmanns Tod im Jahr 1970 erwuchs Rosel Heim eine neue Aufgabe, nämlich den Frauen beizubringen, ihre Kosmetik den eigenen Lebensbedingungen anzupassen. Der Massenvertrieb mit ursprünglich auf individuellen Erfordernissen basierenden Rezepturen war nicht Rosel Heims Sache. "Rosel Heim nature + science" wurde zum beherrschenden Thema der letzten 20 Jahre ihres Lebens. In Hörfunk- und Fernsehsendungen, in Zeitungsartikeln und auf Vortragsreisen erklärte sie "ihre Kosmetik", die weniger die Techniken der manuellen und apparativen Kosmetik zum Inhalt hatte als die Vermittlung der Einsicht, "daß die Beurteilung des ganzen Menschen, seiner geistig-seelischen-körperlichen Struktur und seines sozialen Umfelds wichtigste Grundlage für die Empfehlung der richtigen Hautpflege ist."

Am 14. November 1992 starb Rosel Heim. Es sollte noch zehn Jahre dauern, bis am 17. November 2002 vor ihrem langjährigen Wohnhaus in Baden-Baden eine von ihrem Schwiegersohn
Martin Schliessler gefertigte Bornzebüste zur Erinnerung an die unermüdliche Kämpferin für eine individuelle Hautpflege auf natürlicher Grundlage aufgestellt wurde.

Von Rika Wettstein, Baden-Baden



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