Die heißen Quellen Baden-Badens

Der Sage nach entstanden die Thermalquellen durch einen
herabfallenden Stein.

Aus wissenschaftlicher Sicht zeigt sich folgendes Bild:
In einer Tiefe von 550 bis maximal 3000 Metern werden Wässer aufgeheizt, die in der Oberkarbonschicht des Schlossberges, auch Florentinerberg genannt, austreten; das heißt: die warmen Wasser kommen aus Öffnungen in der Steinkohleschicht des Berges und führen im unter dieser Schicht befindlichen Granit ausgewaschene Substanzen mit sich.
Die "warmen Wasser im Ufgau", die von den
Römern so geschätzt waren, wurden im Jahr 676 vom Frankenkönig Dagobert den Mönchen des Klosters Weißenburg geschenkt und gelangten später in den Besitz der Markgrafen von Baden. Markgraf Rudolf III. überließ im 14. Jahrhundert die Nutzungsrechte am Thermalwasser einer Familie in Selbach im Murgtal, vom nachfolgenden Markgrafen Bernhard I. wurden diese wieder zurück gekauft, womit der Prozess der Verstaatlichung der Thermalquellen begonnen hatte.

Die Kunde um die Heilkraft des warmen Wassers wurde nicht nur durch Geschichten wie die Abwehr der Pest im Jahr 1349 genährt, seit der Erfindung des Buchdrucks wurde die Besonderheit des Wassers schriftlich verbreitet und zog allerlei wissensdurstige und sachkundige Zeitgenossen ins Oostal. Hans Foltz und
Sebastian Brant berichteten von den Thermalquellen. Paracelsus, der der Frage nach der Ursache für die Heilkraft der Thermalquellen nachging, verfasste ein Bäderbüchlein, das 1562 herauskam.

Badeherbergen wie "
Baldreit" und "Ungemach" entstanden, die weitere Zusammensetzung des Thermalwassers, in welchem im Mittelalter Schwefel, Alaun und Salpeter entdeckt worden waren, blieb jedoch bis ins 19. Jahrhundert unerforscht.

Robert Bunsen, dem großen deutschen Chemiker, und dem nicht minder bedeutenden deutschen Physiker Robert Kirchhoff sollte es vorbehalten bleiben, die Radioaktivität des Baden-Badener Thermalwassers und seine weiteren chemischen Bestandteile und Eigenschaften zu erforschen. 1861 hatte Robert Bunsen erstmals das Wasser analysiert. Zwanzig Jahre später beschäftigte er sich nochmals damit. Zu diesem Zeitpunkt waren die einzelnen Quellen im Zuge des Baus des
Friedrichsbades in zwei Stollen zusammengefasst, dem Friedrichsstollen, in den das Wasser des Brühbrunnens, der Juden-, der Höllen- und der Ungemachquelle floss, und dem Kirchenstollen, auch Rosenstollen genannt. Lediglich die Fettquelle, die heute noch öffentlich zugänglich ist, und die Büttenquelle wurden nicht in den Stollen erfasst.

Der Physiker Hans Friedrich Geitel und der Baden-Badener Apotheker
Oskar Rößler machten im Jahr 1904 eine weitere bahnbrechende Entdeckung, als sie im Schlamm des Thermalwassers eine bis dahin unbekannte radioaktive Substanz entdeckten.




 

 


Die wichtigsten Quellen waren über die Jahrhunderte:

Plam der heißen Quellen nach Loeser

A - Ursprung, B - Brühbrunnen,
C - Judenquelle, D - Ungemachquelle,
E -Höllenquelle, F - Murquelle
X - Fettquelle, G - Kühler Brunnen,
H - Armenbadquelle
I - Büttenquelle, K - Klosterquelle



Im Jahr 1995 führte die Wasseranalyse
zu folgendem Ergebnis:

Chemische Zusammensetzung
der Thermalwässer von Baden-Baden; Gehalte in mg/l. (aus Rüde, 1995)

 

Kirchstollen
(5 Quellen)

Friedrichstollen
(5 Quellen)

Kationen:

 

 

Na+

351-770

715-870

K+

42,8-70,5

69,3-78,6

Ca2+

85-120

120-130

Mg2+

3,60-5,50

3,60-4,30

Li+

5,2412,2

11,3-12,9

Rb+

0,49-1,10

0,97-1,09

Cs+

0,28-0,72

0,53-0,61

Sr2+

1,41-3,18

2,82-3,00

Ba2+

0,13-0,60

0,15-0,16

Mn2+

0,34-2,48

0,58-0,60

Anionen:

 

 

HCO3-

159-177

153-174

Cl-

580-1310

1230-1450

NO3-

0,40-11,2

n.n.

SO42-

90-150

126-150

F-

1,60-3,70

3,65-4,70

Br-

1,17-3,10

1,87-2,63

 

 

 

HBO2

2,80-6,93

6,63-7,57

As

0,11-0,19

0,10-0,20



Geologische Skizze des Thermalquelgebietes von Baden-Baden
(nach Maus und Sauer, 1972)

Geologische Skizze des Quellgebietes

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