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Eine gute Idee und eine schlechte Umsetzung:
Die erste Baden-Badener Porzellan Manufaktur

Heller Ton aus Gruben in
Balg und Oos wurde im 18. Jahrhundert in Glashütten und Porzellanmanufakturen in Durlach, Straßburg und in württembergischen Betrieben verarbeitet.

Zwei findige Porzellanmacher hatten die Idee, den Rohstoff vor Ort zu verwerten. Sie wandten sich 1750 schriftlich an den badischen
Markgrafen Ludwig Georg mit dem Angebot, gegen einen festen Wochenlohn Porzellan herzustellen. Die Produktionskosten sollten vom Markgrafen getragen werden. Den Handwerkern fehlte es an Geld und mit des Markgrafen finanzieller Situation stand es auch nicht zum Besten, weswegen er das Angebot ablehnte.

Es mag wohl der Gedanke aufgekeimt sein, mit dem "weißen Gold" zur Linderung der Landesfinanznot beitragen zu können, denn Ludwig Georg ließ über seine Hof-Cammer noch im selben Jahr in der Frankfurter Zeitung ein Inserat aufgeben, mit welchem Interessenten an einer "Fayence Fabrique" gesucht wurden.



Grüner Winkel, Grafik aus dem 18. Jhd.

Katharina Sperl, die Witwe des badischen Haushofmeisters Johann Albert Sperl, die mit ihren Kindern außerhalb der
Stadtmauern Badens in Richtung Lichtental die Gastwirtschaft "Zum grünen Winkel" betrieb, bewarb sich um die Genehmigung zur Porzellanherstellung. Sie hatte neben ihrem Gasthaus Platz für einen Produktionsbetrieb und eine Wassermühle, und sie hatte einen Fachmann für Porzellanherstellung zur Hand. Dieser verstarb allerdings während der langwierigen Verhandlungen um die Vertragsbedingungen. Als die Witwe Sperl im Jahr 1753 endlich die Genehmigung erhalten hatte, war sie an der Gründung einer Porzellanmanufaktur offenbar nicht mehr interessiert.
Der Straßburger Zacharias Pfalzer unternahm im Jahr 1770 den nächsten Anlauf und wollte vor Ort eine Probe seines Könnens abgeben, bevor sich die markgräfliche Regierung für die Zuteilung der Lizenz zur Porzellanherstellung entschließen sollte.

Markgraf August Georg, der jüngere Bruder und Nachfolger Georg Ludwigs, zugleich letzter Regent der katholischen Linie der badischen Markgrafen, war nach der von Zacharias Pfalzer erbrachten Leistung überzeugt vom Erfolg einer Porzellanmanufaktur in seinem Land.


Porzellan aus Baden-Baden


Das renommierte Metropolitan Museum of Art in New York ist im Besitz von zwei Stücken des seltenen Baden-Badener Porzellans.

Am 4. März 1771 erhielt Zacharias Pfalzer das Privileg, Porzellan fertigen zu dürfen. Für die Produktionsstätte und die Produktion hatte er selbst zu sorgen. Der Standort "Grüner Winkel" bot sich, wie 20 Jahre zuvor, an.

Am 21. Oktober 1771 starb Markgraf August Georg und der badische Teil der Markgrafschaft wurde mit dem Durlacher Teil unter der Regentschaft Markgraf Karl Friedrichs vereint.

Damit war die Erteilung eines neuen Privilegs notwendig geworden, das Zacharias Pfalzer erst im Frühjahr 1772 erhielt. Er kaufte das Gelände des "Grünen Winkel", muss aber nicht genügend Geld zur Verfügung gehabt haben, denn er gründete auch eine Société. 20 Prozent der Anteile gehörten ihm. Zwei weitere Gesellschafter und damit Geldgeber kamen aus Durlach. Zwei Straßburger Kaufleute waren ebenfalls Gesellschafter.

Die Manufaktur hatte von Anfang an mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Preise der Porzellanwaren waren höher als die der Konkurrenzprodukte, was den Absatz schleppend anlaufen ließ. Gewinne waren kaum oder überhaupt nicht zu erzielen, was zu häufigen Streitereien unter den Gesellschaftern führte. Zahlungsschwierigkeiten stellten sich ein und konnten nur durch private Geldeinlagen und Zuschüsse der Markgräfin Karoline Luise behoben werden.

Im September 1777 versuchten die Gesellschafter das gemeinschaftliche Eigentum versteigern zu lassen, was jedoch misslang. Am 14. Februar 1778 beendete Zacharias Pfalzer seine Unternehmertätigkeit in Baden. Zurück blieben Arbeiter, die um ihres Lebensunterhalts Willen unter staatlicher Führung weiter arbeiten wollten. Markgraf Karl Friedrich gestattete einen Probebetrieb von Juni bis November 1778, setzte allerdings keinen Fachmann als Geschäftsführer ein, sondern den Leiter der Amtskellerei Baden. Die Geschäftsführung führte zu keinem befriedigenden Ergebnis, weswegen das letzte Porzellan am 7. November 1778 gebrannt wurde.

Teile des in der Badener Manufaktur gefertigten Porzellans befinden sich im
Baden-Badener Stadtmuseum.

Von Rika Wettstein und Wolfgang Peter, Baden-Baden


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