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Philipp II. von
Baden-Baden (1559-1588)
Der Sohn des protestantischen Markgrafen Philibert
von Baden-Baden und dessen katholischer Gemahlin
Mechthild wurde am 19. Februar 1559 geboren. Er und
seine Schwester Jakobe wuchsen in einem
von beiden Glaubensrichtungen geprägten
Elternhaus auf.
Durch den frühen Tod des Vaters im Oktober
1569 geriet Philipp mit zehn Jahren in die
Vormundschaft seines Onkels, des Herzogs Albrecht
V. von Bayern, und wurde fortan streng katholisch
erzogen.
In dem Land, das er künftig regieren sollte,
waren gemäß der Vorgaben Markgraf
Philiberts, der seinen Untertanen volle
Gewissensfreiheit zugestanden hatte, sowohl den
Protestanten wie auch den Katholiken gleiche Rechte
zugesichert. Unter dem Einfluss der katholischen
Familie von Philipps Mutter wurden diese Rechte
gegenüber den Menschen evangelischen
Glaubensbekenntnisses zunehmend beschnitten.
Darüber hinaus fanden einzelne Hexenprozesse
statt.
Im Jahr 1571 übernahm Philipp II. die
Regierungsgeschäfte, nachdem er an der
Universität Ingolstadt eine sorgfältige
und natürlich streng katholisch ausgerichtete
Ausbildung erfahren hatte. Es muss angenommen
werden, dass ein zwölfjähriger Junge, dem
die Machtfülle eines Regenten übertragen
worden ist, vielerlei Einflüssen aus seinem
Beraterkreis ausgesetzt war. Wohl unter dem
Einfluss der mütterlichen Familie
verfügte er als erstes einen Besuchszwang zum
katholischen Gottesdienst, dessen Nichtbefolgung
mit harten Strafen geahndet werden sollte. Die
Baden-Badener Protestanten ließen sich weder
hiervon noch von weiteren Zwangsmaßnahmen
beeindrucken.
Die streng katholische Ausrichtung des jungen
Markgrafen, unter dessen Regierung 1573-1577 und
1580 Hexenprozesse mit etlichen Dutzend
Opfern
durchgeführt worden waren, gipfelte
letztendlich im Jahr 1585 in einer
Teufelsaustreibung in der Stiftskirche, die
großes Aufsehen erregte und von der in allen
Zeitungen berichtet wurde.
Der ledigen Bürgerin Anna Koch waren vom
Speyerer Domprediger und Teufelsbeschwörer
Andrea Vermatt während acht
Beschwörungshandlungen in der Zeit vom 17.
September bis 18. Dezember 1585 sieben böse
Geister ausgetrieben worden, und zwar "im Beisein
vieler hoher und niederer Standespersonen".
Philipp II. machte sich auch daran, das
Neue Schloss im
Stil der Hochrenaissance um- und ausbauen zu
lassen. Der dreigeschossige Schlossbau mit
meisterlich ausgemalten Prunksälen, die
Schlosskapelle, das Küchenhaus, das
Dagoberttürmchen, die Orangerie und die
Remisen entstanden während seiner
Regentschaft. In dem prächtig gestalteten
Schloss, das als Beweis der Leidenschaft Philipps
II. für Baukunst und Malerei gewertet werden
kann, entfaltete sich ein abwechslungsreiches
kulturelles Leben, in dem die Musik nicht zu kurz
kam. Ein Verzeichnis aller im Schloss vorhandenen
Musikinstrumente, von der Blockflöte bis zur
Hausorgel, aus dem Jahr 1582 dokumentiert 218
Musikinstrumente.
Schlossbau und Hofhaltung haben sicherlich enorme
Kosten verursacht, die letztendlich mit den von den
Bürgern zu erbringenden Steuern beglichen
wurden. Zur Sicherstellung einer ertragreichen
Wirtschaft wurde die von Markgraf Christoph
eingeführte Gewerbefreiheit immer mehr in
Richtung herrschaftlicher Planwirtschaft mit
etlichen Verordnungen und Zwangsmitteln
verändert. Was den Kurbetrieb angeht, so wurde
dieser wohl, ohne nennenswert aufzufallen, weiter
geführt.
Am 7. Juni 1588 starb Philipp II. im Alter von 29
Jahren ohne Nachkommen. Ein prächtiger
Leichenzug geleitete den Leichnam zu seiner letzten
Ruhestätte in der Stiftskirche.
Von Rika Wettstein, Baden-Baden
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